GESCHÄFTSBERICHT 2021

FEINTOOL-GRUPPE

Starkes Umsatzwachstum aufgrund gestiegener Stahlpreise – erfreulich positives operatives Ergebnis mit rund 6 % EBIT

«Erfreuliche Erholung im zweiten Halbjahr: Marktgerechte Umsatzentwicklung, sieben Prozent Betriebsergebnis»

Wichtige Kennzahlen auf einen Blick

(nur weitergeführte Bereiche)

2021

2020

2019

2018

2017

01.01.–31.12.21

01.01.–31.12.20

01.01.–31.12.19

01.01.–31.12.18

01.01.–31.12.17

Operative Kennzahlen

in CHF Mio.

Erwartete Abrufe Serienteilefertigung

307.8

253.1

265.2

286.1

264.0

Auftragseingang Dritte (Investitionsgüter)

37.9

24.5

50.5

87.7

82.7

Auftragsbestand Dritte (Investitionsgüter)

16.8

10.8

18.5

31.0

38.3

Nettoumsatz

588.1

492.0

632.7

679.6

612.3

Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA)

85.6 1)

53.2 2)

67.7

89.7

83.2

Betriebsergebnis (EBIT)

34.4 1)

3.0 2)

18.9

47.5

46.3

Konzernergebnis

19.7 1)

-4.3 2)

10.7

30.5

27.7

Renditekennzahlen

in %

EBITDA-Marge

14.5 1)

10.8 2)

10.7

13.2

13.6

EBIT-Marge

5.9 1)

0.6 2)

3.0

7.0

7.6

Umsatzrendite

3.4 1)

-0.9 2)

1.7

4.5

4.5

Geldfluss- und Bilanzdaten

in CHF Mio.

Geldfluss aus Geschäftstätigkeit

75.8

41.5

82.0

67.0

38.5

Geldfluss für Investitionstätigkeit (netto)

-37.4

-40.2

-51.8

-121.0

-77.1

Betrieblicher Geldfluss (Free Cashflow)

38.3

1.3

30.2

-54.0

-38.6

Bilanzsumme

684.4

677.1

706.3

705.3

600.4

Konzerneigenkapital

338.4

293.9

309.9

320.8

255.2

Fremdkapital

346.0

383.2

396.4

384.5

345.1

Nettoverschuldung

120.7

146.9

140.8

147.9

81.9

Eigenkapitalquote

49.4 %

43.4 %

43.9 %

45.5 %

42.5 %

Bruttoinvestitionen

57.4

43.3

56.3

101.2

60.1

Kennzahlen je Aktie

in CHF

Ergebnis je Aktie (unverwässert)

4.02 1)

-0.87 2)

2.17

6.63

6.22

Dividende je Aktie

1.00 3)

0.00

0.00

2.00

2.00

Eigenkapital je Aktie

68.85

59.80

63.05

65.26

57.19

Sonstige

Anzahl Mitarbeitende per Jahresende (ohne Lernende)

2 478

2 570

2 641

2 697

2 485

1) Im Geschäftsjahr 2020 erhielt Feintool in den USA einen Kredit in Höhe von USD 8.4 Mio. unter dem PPP-Programm zur Abfederung der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie. Im ersten Halbjahr 2021 wurde vom Staat zugesichert, dass dieser Kredit nicht zurückbezahlt werden muss. Auch in der Schweiz erhielt Feintool im Jahr 2021 eine Sofortunterstützung in Höhe von CHF 3.9 Mio. (Betrag exkl. Steuereffekt) zur Abfederung der Auswirkungen der Covid-19 Pandemie. Ausserdem wurde aufgrund nicht mehr benötigter Kapazitäten in einem Werk eine Wertberichtigung auf Fabrikationsanlagen in Höhe von insgesamt CHF 12.1 Mio. (Betrag exkl. Steuereffekt) vorgenommen. Die Beträge vom EBITDA, EBIT, Konzernergebnis, Umsatzrendite sowie Ergebnis pro Aktie werden in dieser Übersicht ohne diese Effekte dargestellt.

2) Im Geschäftsjahr 2020 wurde in der Schweizerischen Personalvorsorgeeinrichtung eine Leistungsänderung beschlossen und auf Grund der Personalabbaumassnahmen ein Curtailment vorgenommen, welche gemäss IAS 19 einen positiven Einmaleffekt von CHF 6.3 Mio. auf das Gesamtergebnis haben (Betrag exkl. Steuereffekt). Ausserdem wurden aufgrund nicht mehr benötigter Kapazitäten in zwei Werken eine Wertberichtigung auf Fabrikationsanlagen in Höhe von insgesamt CHF 5.9 Mio. vorgenommen (Betrag exkl. Steuereffekt). Die Beträge vom EBITDA, EBIT, Konzernergebnis, Umsatzrendite sowie Ergebnis pro Aktie werden in dieser Übersicht ohne diese Effekte dargestellt.

3) Antrag des Verwaltungsrats

«Starkes Umsatzwachstum und rund sechs Prozent Betriebsergebnis»

Finanzielle Berichterstattung

per 31. Dezember 2021

GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Allgemein

Die konsolidierte Jahresrechnung des Geschäftsjahres 2021 gilt für die Feintool International Holding AG und ihre Tochtergesellschaften. Sie umfasst den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021.

COVID-19-Pandemie

Die Probleme in den Lieferkette haben sich im Jahr 2021 forgesetzt. Im zweiten Halbjahr 2021 haben wir dies sogar etwas stärker gespürt als im ersten Halbjahr 2021. Inbesondere die Halbleiterknappheit hat die Automobilbranche im zweiten Halbjahr 2021 stark negativ beeinflusst. Dies hat dann vor allem in Europa zu Kurzarbeit im zweiten Halbjahr geführt. Die Knappheit der Chips erholt sich nur langsam und wird uns auch im Jahr 2022 begleiten.

Einmaleffekte

Die Feintool erhielt in den USA im Jahr 2020 einen Kredit in Höhe von USD 8.4 Mio. unter dem PPP-Programm, zur Abfederung der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie. Im ersten Halbjahr 2021 wurde vom Staat zugesichert, dass dieser Kredit nicht zurückbezahlt werden muss. Dies hat einen übrigen Betriebsertrag von CHF 7.6 Mio. zur Folge.

In der Schweiz hat die Feintool im Jahr 2021 zwei Anträge für Sofortunterstützung für Corona-Härtefälle gestellt. Das Amt für Wirtschaft des Kantons Bern hat diese Gesuche gutgeheissen, und die Feintool hat eine Gutschrift von total CHF 3.9 Mio. erhalten. Dieser Betrag ist ebenfalls im übrigen Betriebsertrag ausgewiesen.

Feintool hat mit der Umsetzung der Strategie 2030 begonnen. Ein wesentliches Element dieser Strategie ist vom schnellen Wachstum der batterieelektrischen Fahrzeuge zu profitieren. Dahingehend wurden auch die Fabrikationsanlagen auf ihre Werthaltigkeit überprüft. Dabei wurden Anlagen identifiziert, welche im Rahmen der Transformation erwartungsgemäss nicht mehr voll ausgelastet werden können. Dies hat im Segment System Parts in Europa zu Wertberichtigungen auf Fabrikationsanlagen von insgesamt CHF 12.1 Mio. geführt.

Die folgenden Ausführungen beziehen sich – wenn nicht ausdrücklich anders erwähnt – auf das operative Geschäft von Feintool ohne diese Einmaleffekte.

Auftragseingang und Auftragsbestand im Investitionsgütergeschäft; erwartete Abrufe in der Serienteilefertigung

Die Investitionsbereitschaft war aufgrund der Unsicherheiten in den Lieferketten im Bereich Feinschneiden weiterhin tief. Das Segment Fineblanking Technology verzeichnete einen Auftragseingang von CHF 42.7 Mio. (Vorjahr CHF 32.5 Mio.), was währungsbereinigt einem Anstieg von 32.1 % entspricht. CHF 4.8 Mio. (Vorjahr CHF 7.9 Mio.) davon bestellte das Segment System Parts. Der Auftragseingang aus Drittgeschäften stieg somit in Lokalwährung um 55.1 % auf CHF 37.9 Mio. (Vorjahr CHF 24.5 Mio.). Mit einem Anteil von 11.3 % (Vorjahr 24.5 %) nimmt die Bedeutung des Segment System Parts im Vergleich zum Vorjahr ab.

Der Auftragsbestand stieg um 56.0 % auf CHF 16.8 Mio. (Vorjahr CHF 10.7 Mio.). Der vorliegende Auftragsbestand ist nur knapp genügend und bedeutet einen Arbeitsvorrat von cirka drei bis vier Monaten.

Die erwarteten Abrufe im Serienteilegeschäft für die nächsten sechs Monate betragen CHF 307.8 Mio. (Vorjahr CHF 253.1 Mio.). Damit stieg dieser Wert gegenüber dem Vorjahr um 21.6 %. Da Kunden unter gewissen Bedingungen ihre Abrufe anpassen beziehungsweise sogar vollständig annullieren können, ist diese Kennzahl in Zeiten hoher Volatilität wenig verlässlich.

Nettoumsatzentwicklung

Der konsolidierte Gruppenumsatz stieg in Berichtswährung um 19.5 % auf CHF 588.1 Mio. (Vorjahr CHF 492.0 Mio.). Die Hälfte des Wachstums war ein Mengenwachstum und die andere Hälfte des Anstiegs kam von höheren Materialpreisen und damit verbunden von höheren Verkaufspreisen. Im Berichtsjahr hatten Währungsverschiebungen – einen negativen Effekt von CHF 0.2 Mio. oder 0.1 Prozentpunkten. In Lokalwährung verzeichnete Feintool somit einen Umsatzanstieg von 19.6 %. Das Segment System Parts erwirtschaftete 94.4 % des Drittumsatzes (Vorjahr 93.6 %), Feinblanking Technology steuerte 5.6 % (Vorjahr 6.4 %) bei.

Der Umsatz im Segment System Parts stieg um 20.6 % auf CHF 559.8 Mio. (Vorjahr CHF 464.3 Mio.). Die negativen Währungseinflüsse beliefen sich auf nur CHF 0.1 Mio. Der Umsatzanstieg des Segments belief sich somit auch in Lokalwährung auf 20.6 %. In Europa stieg der Teileumsatz um 14.4 % von CHF 272.9 Mio. auf CHF 312.2 Mio. Währungsverschiebungen hatten einen positiven Einfluss von CHF 2.1 Mio.; in Lokalwährung betrug der Umsatzanstieg in Europa somit 13.6 %. Das Geschäft in Nordamerika stieg in Berichtswährung gar um 33.0 % auf CHF 170.1 (Vorjahr CHF 127.9 Mio.). Der Währungseinfluss des US-Dollar in Höhe von CHF 3.0 Mio. beeinflusste den Umsatz negativ, somit resultierte ein Umsatzanstieg in Lokalwährung von 35.4%. Deutlich höhere Stahlpreise, welche an die Kunden weitergereicht werden, sind zudem in dieser Umsatzzunahme in den USA enthalten. Der Umsatz in Asien stieg um 16.9 % auf CHF 77.7 Mio. (Vorjahr CHF 66.5 Mio). Währungsverschiebungen hatten einen positiven Effekt von CHF 0.9 Mio. Das Asiengeschäft ohne Währungseinflüsse stieg somit um 15.6 % ab.

Der Umsatz des Segments Fineblanking Technology sank auf CHF 37.7 Mio. (Vorjahr CHF 44.2 Mio.). Die Umrechnungseffekte fremder Währungen sind im Investitionsgütersegment vernachlässigbar. Der interne Umsatz mit dem Segment System Parts nahmen mit CHF 4.9 Mio. ab, prozentual liegt der Anteil bei 13.1 % (Vorjahr 28.5 %). Der Umsatz mit Drittkunden nahm um 3.7 % auf CHF 32.7 Mio. zu.

Insgesamt verkaufte die Feintool-Gruppe Produkte und Dienstleistungen im Umfang von CHF 314.5 Mio. in Europa, damit sank der prozentuale Anteil leicht auf 53.5 % (Vorjahr CHF 274.4 Mio. bzw. 55.8 %). Mit einem Umsatz von CHF 174.8 Mio., anteilig 29.7 % (Vorjahr CHF 134.7 Mio. respektive 27.4 %), stieg der prozentuale Anteil der Verkäufe in Nordamerika. Der asiatische Umsatz sank auf CHF 98.8 Mio., damit blieb der Anteil auf 16.8 % (Vorjahr CHF 82.9 Mio. respektive 16.8 %).

Wesentliche Aufwandpositionen

Material ist für Feintool die mit Abstand grösste Kostenkomponente, wobei die Materialkosten auch Kosten für auswärtige Bearbeitung der Teile wie beispielsweise Härten oder Beschichten enthalten. Im Berichtsjahr sank der Materialanteil am Umsatz – unter Berücksichtigung der Lagerveränderungen – von 44.2 % auf 43.4 %; insgesamt betrugen die Materialkosten CHF 255.4 Mio. (Vorjahr CHF 217.5 Mio.). Das Berichtsjahr war gekennzeichnet durch einen starken Anstieg der Stahlpreise. Dank Preisgleitklauseln in vielen Kundenverträgen und intensiven Verhandlungen konnte Feintool den grossen Teil dieser Schwankungen an ihre Kunden weitergeben.

Der Personalaufwand betrug CHF 179.2 Mio. (Vorjahr 159.0 Mio. ohne Sondereffekte). Deutlich höhere Umsätze (getrieben durch die hohen Stahlpreise) verursachten den Rückgang des prozentualen Anteils des Personalaufwands am Umsatz von 32.3 % auf 30.5 %. Kurzarbeit an gewissen europäischen Standorten verhalfen zu einer Flexibilisierung der Arbeitskosten jedoch waren aus Gruppensicht die Kurzarbeitsentschädigungen tiefer als noch im Vorjahr.

Im Segment System Parts stiegen die Personalkosten um CHF 23.2 Mio. auf CHF 154.9 Mio. Die Personalkosten im Vergleich zum Umsatz sanken im Berichtsjahr von 29.1 % auf 27.7 %. Effizienzsteigerungen, insbesondere in den neueren Standorten in China und im Werk in Oelsnitz, hatten einen deutlichen positiven Einfluss. Der Aufbau des neuen Standortes in der Tschechischen Republik belasten den Personalaufwand weiterhin überproportional.

Im Segment Fineblanking Technology stieg der Personalaufwand um CHF 0.4 Mio. auf CHF 16.2 Mio. (Vorjahr CHF 16.6 Mio.). Im Verhältnis zum Umsatz stieg der Personalkostenanteil markant von 37.5 % auf 43.0 %. Der Umsatzrückgang bildet den Hauptgrund für diesen Anstieg. Im technologie-getriebenen Bereich ist die Flexibilisierung der Personalkosten trotz der Kurzarbeit weiterhin eine Herausforderung. Zudem intensivierte Feintool seine Anstrengungen im Entwicklungsbereich, insbesondere auch zur Herstellung metallischer Bipolarplatten für Brennstoffzellen.

Der übrige Betriebsaufwand stieg um CHF 4.6 Mio. auf CHF 71.2 Mio. Das Verhältnis zum Umsatz sank allerdings leicht auf 12.1 % (Vorjahr 13.5 %). Viele Komponenten des Betriebsaufwands wie beispielsweise Mieten oder IT-Aufwendungen sind weitgehend unabhängig vom Umsatz. Der übrige Betriebsertrag stieg stark auf CHF 13.4 Mio. (Vorjahr CHF 1.3 Mio.). Im übrigen Betriebsertrag sind zwei Einmaleffekte enthalten. Die Feintool USA hat einen Kredit in Höhe von CHF 7.6 Mio. im Rahmen des PPP-Programm erhalten, der nun nicht zurückbezahlt werden muss. Zudem hat die Feintool Technologie AG in der Schweiz CHF 3.9 Mio. Sofortunterstützung erhalten.

Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA)

Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) stieg im Berichtsjahr deutlich um CHF 32.4 Mio. auf CHF 85.5 Mio. (Vorjahr CHF 53.2 Mio.). Die operative EBITDA-Marge lag mit 14.5 % im Geschäftsjahr deutlich höher als im Vorjahr (10.8 %). Der deutliche Anstieg hatte vor allem drei Gründe. Erstens hat das Mengenwachstum hat zu einer besseren Auslastung der Werke und damit zu einer höheren Profitabilität geführt. Zweitens konnten weiter operative Prozessverbesserung erzielt werden. Drittens konnte Feintool von der oft zeitgleichen Weitergabe der höheren Stahlpreise profitieren. Dies hatte zur Folge, dass vorhandene Rohmaterialbestände zu tieferen Preisen in den Materialaufwand flossen. Mit Berücksichtigung der positiven Einmaleffekte von CHF 11.6 Mio. resultierte ein operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) in Höhe von CHF 97.1 Mio., einer EBITDA-Marge von 16.5 % entsprechend.

Abschreibungen und Wertverminderungen

Die Abschreibungen stiegen im Berichtsjahr auf CHF 51.1 Mio. (Vorjahr CHF 50.3 Mio.), verursacht durch die hohen Investitionen der vergangenen Jahre. Im Verhältnis zum Umsatz sanken die Abschreibungen von 10.2 % auf 8.7 %. Die Investitionen lagen mit CHF 57.4 Mio. (Vorjahr CHF 43.3 Mio.) leicht über den Abschreibungen. Aufgrund von Überkapazitäten an einem europäischen Fabrikationsstandort wurde im Jahr 2021 zudem einmalige Sonderabschreibungen in Höhe von CHF 12.1 Mio. vorgenommen.

Betriebsergebnis (EBIT)

Feintool erwirtschaftete ein operatives Ergebnis (EBIT) in Höhe von CHF 34.4 Mio. (Vorjahr CHF 3.0 Mio.). Der negative Währungseinfluss auf EBIT-Stufe betrug CHF 0.5 Mio. Die hohe Kapitalintensität des Feintool Geschäftsmodells erhöht, durch die weitgehend fixen Abschreibungen, die Volatilität des operativen Ergebnisses. Die operative EBIT-Marge betrug somit 5.9 % (Vorjahr 0.6 %). Mit Berücksichtigung der Einmaleffekte resultierte ein EBIT in Höhe von CHF 33.9 Mio., einer EBIT-Marge von 5.8 % entsprechend.

Das operative Ergebnis des Segments System Parts stieg um CHF 29.5 Mio. auf CHF 53.8 Mio. (Vorjahr CHF 16.7 Mio.). Damit lag die EBIT-Marge im Teilegeschäft auf 8.3 % (Vorjahr 3.6 %).

Das Segment Fineblanking Technology leidet weiter unter der tiefen Investitionsbereitschaft im Bereich Feinschneiden und erlitt einen Betriebsverlust (EBIT) von CHF 4.3 Mio. (Vorjahr: Verlust CHF 4.9 Mio.). Die Forschungsausgaben beliefen sich – ähnlich wie im Vorjahr – auf CHF 4.5 Mio. Die Tätigkeiten in diesem Bereich werden – als Investition in die Zukunft – trotz des schwierigen Umfelds unverändert fortgeführt.

Die nicht operativen Einheiten verursachten Kosten in Höhe von CHF 9.6 Mio. (Vorjahr CHF 9.0 Mio.). Die Zunahme kommt vor allem von den Kosten für die Prüfung und Vorbereitung der Akquisition der Kienle + Spiess GmbH.

Finanzergebnis

Das Nettofinanzergebnis in Höhe von CHF -4.6 Mio. nahm gegenüber dem Vorjahr (CHF -5.3 Mio.) leicht ab. Das negative Nettofinanzergebnis ohne Währungseinflüsse stieg um CHF 0.9 Mio. auf CHF -5.7 Mio. (Vorjahr CHF -4.8 Mio.). Bei durchschnittlich ähnlicher Nettoverschuldung stiegen die Zinsaufwendungen aufgrund des temporären Aussetzens der Covenants beim Syndikatskredit deutlich. Die hohe Volatilität in verschiedenen Währungen führte im Berichtsjahr zu Währungsgewinnen in Höhe von CHF 1.1 Mio. (Vorjahr: Währungsverlust 0.5 Mio.). Somit betrug am Jahresende die Nettoverschuldung CHF 120.7 Mio., CHF 26.2 Mio. tiefer als Ende des Vorjahres (CHF 146.9 Mio.).

Steuern

Der Steueraufwand der Feintool-Gesellschaften summierte sich auf CHF 10.1 Mio. Einerseits haben viele Feintool-Gesellschaften erfreuliche Ergebnisse erzielt, welche zu einer Steuerbelastung führten. Anderseits haben einige Gesellschaften Verluste hinnehmen müssen. In Ländern, in welchen die Verlustvorträge relativ schnell verjähren, werden diese Verluste nicht aktiviert. Wie auch in den Vorjahren beinflusste dies den effektiven Steueraufwand mit CHF 2.6 Mio. (Vorjahr CHF 2.4 Mio.). Dies enspricht einer Steuerquote von 34.5 %.

Konzernergebnis

Insgesamt resultierte unter Einbezug der Sondereffekte somit ein Konzerngewinn von CHF 19.2 Mio. (Vorjahr: Konzernverlust CHF 3.9 Mio.).

KONSOLIDIERTE BILANZ

Die Bilanzsumme nahm insgesamt um CHF 7.4 Mio. oder 1.1 % auf CHF 684.4 Mio. (Vorjahr CHF 677.1 Mio.) zu. Die starke Abwertung des Euro Ende Jahres gegenüber der Berichtswährung beeinflusste die meisten Positionen erheblich.

Das Umlaufvermögen stieg gegenüber dem Vorjahr von CHF 231.9 Mio. auf CHF 253.1 Mio. Die einzelnen Positionen entwickelten sich allerdings teilweise recht unterschiedlich. Die Forderungen stiegen – infolge der höheren Stahlpreis – auf CHF 92.9 Mio. (Vorjahr CHF 82.1 Mio.). Im Verhältnis zum Umsatz sanken die Forderungen leicht von 16.7 % auf 15.8 %. Der tiefere Umsatz des zweiten Halbjahres beeinflusst diesen Wert entscheidend. Die Altersstruktur der Forderungen hat sich im Berichtsjahr verbessert; im Berichtsjahr waren 15.4 % überfällig (Vorjahr 20.1 %), davon 58.4 % weniger als 30 Tage. Die Vorräte und Guthaben aus Vertragsvermögenswerten stiegen ebenfalls infolge der höheren Stahlpreise deutlich um CHF 24.7 Mio. auf CHF 102.7 Mio. (Vorjahr CHF 78.0 Mio.). Die aktiven Rechnungsabgrenzungen sanken auf CHF 3.5 Mio. (Vorjahr CHF 8.2 Mio.). Die liquiden Mittel lagen am Ende des Berichtsjahres bei CHF 51.8 Mio. (Vorjahr CHF 61.3 Mio.).

Das operative Nettoumlaufvermögen stieg um CHF 15.5 Mio. auf CHF 84.4 Mio. (Vorjahr CHF 68.9 Mio.) und betrug somit 14.3 % des Umsatzes (Vorjahr 14.0 %). Vor allem der starke Anstieg der Stahlpreise beeinflusste diese Kennzahl negativ. Dies widerspiegelt sich in der Zunahme der Forderungen um CHF 16.4 Mio. und in der Zunahme der Vorräte (+ CHF 22.7 Mio.). Einen positiven Einfluss auf das Nettoumlaufvermögen hatte vor allem die Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (+ CHF 19.2 Mio.).

Das Anlagevermögen sank deutlich um CHF 13.8 Mio. oder 3.1 % auf CHF 431.3 Mio. (Vorjahr CHF 445.2 Mio.). Die Sachanlagen sanken um CHF 3.7 Mio. auf CHF 331.2 Mio. Wertminderungen auf Anlagen, deren Kapazitäten nicht mehr voll ausgelastet werden können in Höhe von CHF 12.1 Mio. verstärkten diesen Rückgang. Die immateriellen Anlagen sanken um CHF 5.6 Mio. auf CHF 85.9 Mio. Die Finanzanlagen nahmen leicht zu und betragen jetzt CHF 4.9 Mio. Die latenten Steuerforderungen sanken um CHF 5.3 Mio. auf CHF 9.3 Mio. (Vorjahr CHF 14.6 Mio.).

Auf der Passivseite sank das Fremdkapital um CHF 37.1 Mio. auf CHF 346.0 Mio. (Vorjahr CHF 383.2 Mio.). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die übrigen Verbindlichkeiten sanken um CHF 18.4 Mio. und betrugen CHF 83.1 Mio. Die Steuerverbindlichkeiten, die passiven Rechnungsabgrenzungen, die kurz- und langfristigen Rückstellungen sowie die latenten Steuerverbindlichkeiten stiegen um CHF 7.4 Mio. auf CHF 67.5 Mio. Die Verbindlichkeit für die Personalvorsorge (IAS 19) reduzierte sich markant um CHF 27.2 Mio. auf CHF 22.9 Mio. Die schweizerischen Gesellschaften leisteten einen Sanierungsbeitrag in Höhe von CHF 3.2 Mio. an die Vorsorgeeinrichtung. Die direkt im Eigenkapital verrechnete Neubewertung der Personalvorsorgeleistungen hatte einen positiven Einfluss in Höhe von CHF 23.7 Mio. Dieser Betrag stammt vor allem aus dem positiven Einfluss der demographischen Annahmen und den höheren erwarteten Renditen in der Schweizer Pensionskasse.

Das verzinsliche Fremdkapital sank um CHF 35.7 Mio. auf CHF 172.5 Mio. (Vorjahr CHF 208.2 Mio.). CHF 20.7 Mio. der verzinslichen Verbindlichkeiten wiesen kurzfristigen Charakter auf, wobei – den wirtschaftlichen Gegebenheiten entsprechend – das syndizierte Darlehen in Höhe von CHF 27.9 Mio. als langfristig dargestellt wird. Die langfristigen verzinslichen Verbindlichkeiten beliefen sich im Berichtsjahr auf CHF 162.6 Mio. Unter Berücksichtigung der vorhandenen flüssigen Mittel sank die Nettoverschuldung klar um CHF 26.2 Mio. und betrug somit CHF 120.7 Mio. (Vorjahr CHF 146.9 Mio.). Mit CHF 162.6 Mio. an flüssigen Mittel und verfügbaren, bestätigten Banklinien hat Feintool eine grosse finanzielle Flexibilität (Vorjahr CHF 126.9 Mio.).

Das Eigenkapital betrug am 31. Dezember 2021 CHF 338.4 Mio. (Vorjahr CHF 293.9 Mio.). Die Eigenkapitalquote stieg somit von 43.4 % auf 49.4 %. Der Eigenkapitalnachweis zeigt, dass der Konzerngewinn aus dem operativen Geschäft das Eigenkapital um CHF 19.2 Mio. erhöhte. Währungsumrechnungsdifferenzen in Höhe von CHF 6.8 Mio. hatten ebenfalls einen Einfluss. Aus der Neubewertung der Personalvorsorgeverpflichtungen ergab sich ein positiver Effekt in Höhe von CHF 18.4 Mio. Die übrigen Positionen zeigten insgesamt einen kleinen positiven Effekt (CHF 0.1 Mio.).

KONSOLIDIERTE GELDFLUSSRECHNUNG

Der Geldfluss aus der Geschäftstätigkeit stieg deutlich auf CHF 75.8 Mio. (Vorjahr CHF 41.5 Mio.) – infolge des deutlich besseren Ergebnisses. Im Gegensatz zum Vorjahr erhöhte sich das Netto-umlaufvermögen in der Berichtsperiode um CHF 12.5 Mio. (Vorjahr: Abnahme um CHF 3.1 Mio.), insbesondere durch die höheren Stahlpreise. Der Geldfluss aus der Investitionstätigkeit ist mit CHF 37.4 Mio. (Vorjahr CHF 40.2 Mio.) um CHF 2.8 Mio. niedriger als im Vorjahr. Insgesamt ergab sich somit ein positiver betrieblicher Geldfluss von CHF 38.3 Mio. (Vorjahr: Geldzufluss CHF 1.3 Mio.). Feintool konnte somit im Berichtsjahr die Investitionen aus dem operativen Geldfluss finanzieren.

MITARBEITENDE

Die Anzahl der Mitarbeitenden (ohne Lernende) nahm im Geschäftsjahr um 92 auf 2 478 ab (Vorjahr 2 570). Zusätzlich befinden sich 89 Jugendliche (Vorjahr 100) in unseren Unternehmen in Ausbildung. Das Segment System Parts beschäftigte 2 307 Mitarbeitende, was einer Abnahme von 78 Personen entspricht. Das Segment Fineblanking Technology beschäftigte zum Jahresende 137 Mitarbeitende (-15 gegenüber Vorjahr). 34 Mitarbeitende (+1) sind in den nicht direkt operativen Bereichen beschäftigt. Feintool beschäftigte zum Jahresende 2021 in Europa insgesamt 1 492 Mitarbeitende, 60.2 % entsprechend, 66 weniger als im Vorjahr. Davon hatten 331 (Vorjahr 376) ihren Arbeitsplatz in der Schweiz. In den USA sank die Mitarbeitendenzahl um 22 auf 533 Personen (oder 21.5 %), in Asien nahm die Anzahl um 5 auf 453 (18.3 %) ab.

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