HALBJAHRESBERICHT 2020

Sehr geehrte Aktionärinnen, sehr geehrte Aktionäre

Das erste Halbjahr 2020 war geprägt von einer weltweiten Krise, verursacht durch das Virus Covid-19. Nachdem Feintool sich bereits 2019 in einem schwierigen Marktumfeld bewegt hat, sind die Herausforderungen dieses Jahr noch einmal deutlich gestiegen. So brach der Umsatz von Feintool im ersten Halbjahr 2020 um über ein Drittel ein. Mit unterschiedlichsten Massnahmen wie beispielsweise Verschieben von Investitionen, Kurzarbeit und Personalreduktion sowie Stärkung der Liquidität minimiert Feintool die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie. Die gesamten Auswirkungen auf Umsatz und Ergebnis für das Gesamtjahr sind – aufgrund der nach wie vor grossen Unsicherheiten über die Ausdehnung der Pandemie und wegen der hohen Volatilität der Nachfrage – auch zum heutigen Zeitpunkt kaum abschliessend abschätzbar. Aus heutiger Sicht erwartet Feintool für die zweite Jahreshälfte einen leicht höheren Umsatz und aufgrund der umgesetzten Sparmassnahmen eine deutlich verbesserte Profitabilität.

Ein Jahr geprägt von Corona

2020 ist ein Krisenjahr. Auch für Feintool. Die Ausbreitung des Virus Covid-19 löste in der gesamten Automobilindustrie einen markanten Einbruch der Verkäufe aus. So wird der globale Automobilmarkt dieses Jahr im Vergleich zu 2018 um rund 27 Prozent einbrechen, dies besagt eine Studie des IHS vom Mai 2020. Diese Studie widerspiegelt die Entwicklungen sowohl im Investitionsgütersegment Fineblanking Technology mit dem Pressenportfolio als auch im Segment der Teilefertigung von Feintool. Allgemein gehen wir davon aus, dass der Tiefpunkt der Covid-19 Krise durchschritten ist und sich die Märkte allmählich erholen. Momentan scheint es allerdings unmöglich, in naher Zukunft ein ähnliches Niveau wie vor der Krise zu erreichen. Dementsprechend müssen wir uns auf ein tieferes Umsatzniveau einstellen.

Diese Entwicklungen haben entsprechende Auswirkungen auf die Planung und den Personalbestand bei Feintool. Dabei werden, je nach Region und Land, unterschiedliche Massnahmen umgesetzt. In Europa befinden sich alle Werke und Abteilungen seit April in Kurzarbeit. In den USA wurde, gemäss den dort gültigen Arbeitsmarktregeln, im Frühling ein grosser Teil der Belegschaft freigestellt. Da sich inzwischen eine Erholung der Auftragslage abzeichnet, konnte ein grösserer Teil der Mitarbeitenden wieder beschäftigt werden. In China wird sich der Personalbestand, aufgrund von anlaufenden neuen Projekten, sogar erhöhen. Die Lage in Japan ist stagnierend, was eine leichte Reduktion des Mitarbeiterbestandes zur Folge hat.

Neben der Personalpolitik wurden verschiedene Massnahmen getroffen, um die Kosten weiter zu senken. So wurden beispielsweise ausgewählte Investitionen gestoppt oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Frei gewordene Kapazitäten wurden durch Insourcing von Herstellprozessen genutzt. Zahlungskonditionen mit Lieferanten wurden teilweise optimiert. Bestände an Rohstoffen und Fabrikaten wurden optimiert, was zu Liquiditätserleichterungen geführt hat. Das Kostenmanagement hat in allen Werken zu deutlichen Einsparungen geführt, ohne die Lieferfähigkeit zu gefährden. Generell gilt aber auch hier, dass in den verschiedenen Regionen unterschiedliche Rahmenbedingungen und Marktentwicklungen herrschen und dementsprechend auch unterschiedliche Massnahmen eingeleitet wurden.

Positiv in die Zukunft

Trotz der momentanen Unsicherheiten rund um Covid-19 und der Krise im Automobilmarkt schaut Feintool optimistisch in die Zukunft. Vor allem im Markt der E-Mobilität forcierte Feintool in den vergangenen Monaten das Engagement mit dem Standbein des Elektroblechstanzens in Deutschland und China. Damit sind wir gut aufgestellt, um vom prognostizierten Wachstum der E-Mobilität in den nächsten Jahren profitieren zu können. Im Bereich der Hybridmotoren ist das Auftragsvolumen deutlich am Steigen und dürfte im zweiten Halbjahr weiter zunehmen. Mittel- bis langfristig wird auch in diesem Bereich mit einem bedeutenden Wachstum gerechnet. Positiv stimmt uns zudem, dass wir neue Teile für die Automobilindustrie liefern können, neue Kunden sowohl in Japan als auch in China, Europa und den USA gewonnen haben und Neuanläufe von Produkten in den Bereichen Feinschneiden und Umformen anstehen.

Im Allgemeinen werden wir unsere Position in den Märkten Europa, USA und Asien weiterhin nachhaltig festigen, als Teil unserer langfristigen Strategie. Zudem bleiben auch andere, zukunftsweisende Projekte in Entwicklung. Innovation wird bei Feintool auch in diesen schwierigen Zeiten grossgeschrieben. So sehen wir im Bereich Bipolarplatten für die Brennstoffzellenproduktion ein grosses Potenzial. Hier konnten die ersten Vorserien produziert und ausgeliefert werden.

Erster Nachhaltigkeitsbericht

Feintool hat für das Jahr 2019 den ersten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. In dem Bericht werden die bereits seit Langem erbrachten Leistungen in den Bereichen Wirtschaft, Ökologie und Soziales transparent kommuniziert und global vergleichbar gemacht. Ziel ist es, die natürlichen Ressourcen zu schonen, gesunde und faire Arbeitsbedingungen anzubieten und kosteneffizient mit nachhaltigen Produkten zu wirtschaften, um dauerhaft am Markt erfolgreich zu sein. Eine exzellente Umweltbilanz weist zum Beispiel die neue Hightechpresse „FB one“ auf. Der vollständige Nachhaltigkeitsbericht 2019 ist unter www.feintool.com/nachhaltigkeit/ verfügbar.

Feintool gut gerüstet

Wir sind zuversichtlich und optimistisch, auf die Herausforderungen, welche in den nächsten Monaten auf uns zukommen, gut vorbereitet zu sein. Feintool hat eine gesunde Liquidität und ist finanziell gut abgesichert. Wir haben mit unseren Hausbanken aus der Schweiz und Deutschland einen neuen Kreditvertrag abgeschlossen, der für uns die operative und finanzielle Flexibilität im momentan herausfordernden Umfeld sicherstellt.

Die sich jetzt ergebenden Chancen aus neuen Mobilitätskonzepten von Fahrzeugen kann Feintool dank der breit abgestützten technologischen Basis und wegen der attraktiven Projekte für sich nutzen. Hierauf liegt für uns ein wesentlicher Fokus für die zukünftige strategische Entwicklung.

Alexander von Witzleben

Verwaltungsratspräsident

Knut Zimmer

Chief Executive Officer

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