HALBJAHRESBERICHT 2020

FINANZIELLE Berichterstattung

per 30. Juni 2020

2020

2019

Die wichtigsten Kennzahlen, 1. Halbjahr

Veränderung zum Vorjahr

01.01.–30.06.20

01.01.–30.06.19

Operative Kennzahlen

in TCHF

Nettoumsatz

-36.0 %

212 263

331 855

Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA)1)

-77.0 %

7 997

34 815

Betriebsergebnis (EBIT)2)

-265.3 %

-17 421

10 541

Konzernergebnis

-476.1 %

-17 527

4 660

Auftragseingang Dritte (Investitionsgüter)

-56.2 %

11 838

27 032

Auftragsbestand Dritte per 30.06. (Investitionsgüter)

-48.2 %

12 308

23 771

Renditekennzahlen

in %

EBITDA-Marge1)

3.8

10.5

EBIT-Marge2)

-8.2

3.2

Umsatzrendite

-8.3

1.4

Sonstige

Anzahl Mitarbeitende (ohne Lernende)

-13.3 %

2 363

2 725

1) Beinhaltet das operative Ergebnis vor Abschreibungen und Amortisationen, Finanzerfolg und Gewinnsteuern.

2) Beinhaltet das operative Ergebnis vor Finanzerfolg und Gewinnsteuern.

GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Allgemein

Dieser Halbjahresbericht gilt für die Feintool International Holding AG und all ihre Tochtergesellschaften. Er umfasst den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2020. Als Vergleichsperiode dient der gleiche Zeitraum des Vorjahres.

COVID-19

Feintool ist weltweit erheblich von der Covid-19-Pandemie betroffen, allerdings regional und zeitlich in unterschiedlichem Ausmass.

Ende Januar – während des chinesischen Neujahrsfestes – beschränkte zunächst der chinesische Staat die persönliche Bewegungsfreiheit innerhalb Chinas. In beiden Feintool-Werken verlängerten sich die Betriebsferien auf staatliche Anordnung von einer Woche auf rund vier Wochen. Obwohl ab Ende Februar die Produktion wieder möglich gewesen wäre, konnte aufgrund unvollständiger Lieferketten erst in der zweiten Märzhälfte wieder stabil produziert werden. Ab April stabilisierte sich sowohl die chinesische Marktlage als auch die Produktion. Allerdings fehlte die Exportnachfrage aus Europa und den USA bis Ende Mai beinahe vollständig.

Aufgrund der verschiedenen staatlichen Verfügungen zur Covid-19-Pandemie und des massiven Einbruchs der Verkaufszahlen von PKWs schlossen im Verlaufe des Monats März sämtliche europäischen Automobilbauer ihre Fabriken. Die Produktion wurde für vier bis sechs Wochen angehalten. Die fehlende Nachfrage zwang Feintool, die eigene Produktion zu drosseln, und führte bis hin zur Schliessung von ganzen Fabriken. Wie in China verlief der anschliessende Hochlauf sehr zögerlich. Erst gegen Ende Mai konnte – wenn auch auf tiefem Niveau – wieder einigermassen gleichmässig produziert werden.

Am letzten Märzwochenende wurde in vielen Bundesstaaten der USA die sogenannte „stay-at-home“-Order ausgegeben. Sofern ein Unternehmen nicht als systemrelevant galt, wurde die Produktion unterbrochen. Diese Vorschrift galt auch für die Bundestaaten Ohio und Tennessee, wo sich Feintools Werke in den USA befinden. Dadurch war die Produktion in Nordamerika bis gegen Ende Mai unterbrochen. Anders als in Europa erfolgte der Hochlauf im Juni jedoch relativ steil, insbesondere für das Werk in Tennessee, welches vorwiegend Produkte für SUVs und „Light-Trucks“ produziert, Modelle, die sich in den USA besonders gut verkaufen.

Als letzte Werke beeinflusste die Pandemie die beiden Standorte in Japan. Zwar war in Japan die Produktion durchgehend gewährleistet. Aufgrund der fehlenden Exportnachfrage blieb der Umsatz in den Monaten Mai und Juni jedoch weitgehend aus.

Feintool versuchte an allen Standorten, die durch den Umsatzeinbruch fehlenden Deckungsbeiträge durch Kosteneinsparungen zu kompensieren. Senkungen der Personalkosten wurden in Europa vorwiegend mit dem Mittel der Kurzarbeit erreicht. In den USA mussten drei Viertel der Mitarbeitenden entlassen bzw. freigestellt werden. Trotz all dieser Massnahmen liessen sich die fehlenden Deckungsbeiträge nicht vollständig kompensieren.

Auftragseingang und Auftragsbestand, erwartete Abrufe

Das Teilegeschäft des Segments System Parts ist kurzfristig. Die Kunden von Feintool übermitteln laufend die erwarteten Abrufe für die nächsten sechs Monate. Allerdings können Kunden solche Abrufe, die sie bereits in die Bestellsysteme eingegeben haben, zeitlich verschieben oder sogar annullieren. In Zeiten grosser Unsicherheit und damit einhergehend hoher Volatilität verliert dieser Frühindikator an Aussagekraft. Feintool verzichtet daher zu diesem Zeitpunkt auf die Darstellung dieser Kennzahl.

Der Auftragseingang im Segment Fineblanking Technology sank im Berichtszeitraum um 39.9 % auf CHF 19.0 Mio. (Vorjahr CHF 31.6 Mio.). Der Auftragseingang aus internen Geschäften stieg um 57.0 % auf CHF 7.1 Mio. (Vorjahr CHF 4.5 Mio.). Der Auftragseingang des Drittgeschäfts belief sich somit auf CHF 11.8 Mio. (Vorjahr CHF 27.0 Mio.) und reduzierte sich somit um 56.2 %. Der massive Rückgang der Auftragseingänge widerspiegelt die aktuelle Marktlage, welche eine markante Abkühlung im Investitionsgütergeschäft zeigt.

Per 30. Juni 2020 belief sich der Auftragsbestand des Segments Fineblanking Technology auf CHF 18.6 Mio. (Vorjahr CHF 25.8 Mio.). Damit sank der Auftragsbestand gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitpunkt um 28.0 % und gegenüber dem 31. Dezember 2019 um 19.2 %. Der vorhandene Auftragsbestand lastet die bestehenden Kapazitäten nur unvollständig aus. Daher wurde im Pressen-Kompetenzzentrum Jona und am Standort Lyss seit März 2020 in grösserem Umfang Kurzarbeit eingeführt.

Nettoumsatzentwicklung

Der konsolidierte Gruppenumsatz sank in der Berichtsperiode um 36.0 % auf CHF 212.3 Mio. (Vorjahr CHF 331.9 Mio.). Währungsverschiebungen beeinflussten den Umsatz mit CHF 9.0 Mio. negativ. In Lokalwährung verzeichnete Feintool somit einen Umsatzrückgang von 33.3 %. Das Segment System Parts erwirtschaftete 91.8 % des Drittumsatzes, Fineblanking Technology steuerte noch 8.2 % bei. Unter Einbezug des internen Umsatzes beträgt der Umsatzanteil des Investitionsgütergeschäfts auch im ersten Halbjahr 2020 10.8 %. Im stärkeren Rückgang des Investitionsgütergeschäfts spiegelt sich die höhere Volatilität dieses Segments wider.

Der Umsatz des Teilegeschäfts des Segments System Parts ging im Berichtsjahr um 34.0 % auf CHF 197.5 Mio. (Vorjahr CHF 299.4 Mio.) zurück. Die negativen Währungseinflüsse beliefen sich auf CHF 9.0 Mio. In Lokalwährung schrumpfte der Umsatz somit um 31.0 %. Das europäische Geschäft erwirtschaftete einen Umsatz von CHF 120.8 Mio. Währungsbereinigt entspricht dies einem Umsatzrückgang von 28.5 % (in Berichtswährung 31.9 %). Der Umsatz in den USA sank um 39.9 % auf CHF 53.3 Mio. Ohne Währungseffekt schrumpfte der USA-Umsatz gar um 41.9 %. In Asien sank der Umsatz auf CHF 24.5 Mio., in Lokalwährung bedeutet dies eine Abnahme von 18.9 % (in Berichtswährung 22.7 %). Der Umsatzrückgang in Asien ist – dank vieler neuer Aufträge – deutlich geringer als der Marktrückgang, aber auch als der Umsatzrückgang in anderen Regionen.

Der Umsatzanteil der europäischen Standorte stieg nochmals leicht auf jetzt 61.1 % (Vorjahr 59.0 %). Der Anteil der Standorte in den USA sank andererseits auf 27.0 % (Vorjahr 30.5 %), wobei auch die unterschiedliche Entwicklung des Wertes von Euro und US-Dollar einen Einfluss hatte. Der in Asien erzeugte Umsatz stieg auf 12.4 % (Vorjahr 10.5 %). Die regionale Umsatzverteilung berechnet Feintool aufgrund des Domizils des Kunden. Viele der von Feintool gefertigten Teile werden, nachdem diese in Baugruppen oder ganze Fahrzeuge eingebaut wurden, als Teil dieser Baugruppen bzw. Fahrzeuge in andere Länder/Kontinente exportiert. Dementsprechend dürften die von Feintool gefertigten Teile ungefähr gleichmässig in den drei Regionen Europa, Amerika und Asien genutzt werden.

Der Umsatz des Segments Fineblanking Technology sank um 47.0 % auf CHF 22.9 Mio. (Vorjahr CHF 43.2 Mio.). In Lokalwährung betrug der Umsatzrückgang noch immer 46.8 %. Die internen Verkäufe sanken um 39.6 %. Die Drittverkäufe sanken somit um 48.9 % auf CHF 17.4 Mio. (Vorjahr CHF 34.1 Mio.). Anders als in früheren rezessiven Umfeldern sanken nicht nur die Pressenverkäufe, sondern auch die Service- und Ersatzteilerträge. Insbesondere das Servicegeschäft war durch die Reisebeschränkungen/-verbote massiv beeinträchtigt.

Insgesamt erwirtschaftete die Feintool-Gruppe mit CHF 124.0 Mio. 58.4 % des Drittumsatzes in Europa (Vorjahr CHF 192.7 Mio. respektive 58.1 %). Europa konnte somit seine Bedeutung bestätigen. Mit einem Umsatz von CHF 56.6 Mio., anteilig 26.7 % (Vorjahr CHF 96.0 Mio. respektive 28.9 %) verlor Nordamerika 2.2 Prozentpunkte bei der geografischen Umsatzverteilung. Der Umsatz in Asien sank zwar auf CHF 31.7 Mio., der prozentuale Anteil stieg aber auf 14.9 % (Vorjahr CHF 43.2 Mio. oder 13.0 %). Das Neugeschäft der Teilefertigung im chinesischen Markt verursachte diese Zunahme. Der Schweizer Markt ist mit einem Umsatz von CHF 1.2 Mio. oder 0.6 % (Vorjahr CHF 5.1 Mio. respektive 1.5 %) für Feintool nur von marginaler Bedeutung.

Wesentliche Aufwandpositionen

Die Materialkosten bilden mit CHF 90.9 Mio. die klar grösste Aufwandposition. Im Verhältnis zum Umsatz sanken diese von 45.1 % auf 42.8 %. Unter Berücksichtigung der Lagerveränderungen sank der Materialanteil von 47.6 % auf 46.1 %. Der überproportionale Umsatzrückgang des margenschwächeren Technologiesegments verursachte diese Entwicklung.

Der Personalaufwand sank um CHF 25.0 Mio. auf CHF 77.4 Mio. und liegt jetzt bei 36.5 % vom Umsatz (Vorjahr 30.9 %). Die personellen Ressourcen liessen sich nicht in allen Bereichen im Gleichschritt zum Umsatzrückgang reduzieren; während die direkten Personalkosten weitgehend parallel zur Umsatzentwicklung verliefen, gelang die Kostenreduktion im indirekten Bereich nur teilweise. Zudem kam es beim Personalabbau und bei der Einführung von Kurzarbeit zu Verzögerungen. In einigen Ländern vergütet der Staat bei Kurzarbeit nicht die gesamten Vergütungen der entsprechenden Mitarbeitenden. Bei Fineblanking Technology stieg der Personalkostenanteil deutlich auf 36.3 % (Vorjahr 25.5 %). Die Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung wurden – als Investition in die Zukunft – bewusst nicht reduziert.

Im Bereich System Parts stieg der Anteil ebenfalls auf 33.1 % (Vorjahr 29.2 %). Lohnsteigerungen in Deutschland und die unvollständige Vergütung bzw. verzögerte Einführung der Kurzarbeit hatten diesen negativen Einfluss. Der durch die Covid-19-Pandemie verursachte Umsatzrückgang fiel mit dem Personalaufbau in den neuen Werken in Most, Oelsnitz und Tianjin (China) zusammen, welche grundsätzlich viele Produkte vor dem Anlauf haben.

Der übrige Nettobetriebsaufwand sank auf CHF 30.0 Mio., bezogen auf den Umsatz stieg die Quote aber auf 14.1 % (Vorjahr 11.5 %). Viele Bestandteile dieser Position wie etwa Mieten, Versicherungen oder die IT-Kosten sind nicht umsatzabhängig.

Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA)

Das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) sank in der Berichtsperiode um CHF 26.8 Mio. oder drei Viertel auf CHF 8.0 Mio. Die EBITDA-Marge reduzierte sich auf 3.8 %. Im kapitalintensiven Teilegeschäft (System Parts) sank die EBITDA-Marge auf 7.3 % (Vorjahr 11.9 %). Im Verhältnis deutlich höhere Personalkosten und vom Umsatz unabhängige operative Kosten verursachten diesen Margenrückgang. Das Investitionsgütergeschäft (Fineblanking Technology) musste infolge des Umsatzeinbruchs sogar einen negativen EBITDA in Höhe von CHF 2.8 Mio. hinnehmen.

Abschreibungen

Die Abschreibungen stiegen in der Berichtsperiode nur noch leicht um CHF 1.1 Mio. auf CHF 25.4 Mio. Die langsam abnehmenden Investitionen in der vergangenen Periode verlangsamten die Zunahme der Abschreibungen. In der Berichtsperiode lagen die Investitionen mit CHF 21.5 Mio. erneut leicht unter den laufenden Abschreibungen.

Betriebsergebnis (EBIT)

Feintool erwirtschaftete in der Berichtsperiode ein negatives operatives Ergebnis (EBIT) in Höhe von CHF -17.4 Mio. Dies entspricht einem Rückgang von CHF 28.0 Mio. Der durch die Covid-19-Pandemie verursachte Umsatzeinbruch hatte für beide Segmente einen deutlich negativen Einfluss.

Im Segment Fineblanking Technology resultierte aufgrund deutlich tieferer Umsätze letztlich ein Betriebsverlust (EBIT) in Höhe von CHF 3.6 Mio. (Vorjahr: Gewinn von CHF 1.2 Mio.). Dabei wurden die Ausgaben für Forschung und Entwicklung – als Investition in die Zukunft – auf hohem Niveau beibehalten.

Auch das Segment System Parts musste im ersten Halbjahr einen EBIT-Verlust hinnehmen. Das operative Ergebnis sank deutlich um CHF 21.6 Mio. auf CHF -9.3 Mio. (Vorjahr: Gewinn von CHF 12.3 Mio.). Die europäischen Standorte mussten einen Verlust von CHF 7.3 Mio. hinnehmen. In Europa konnten aufgrund der vielen Standorte die Personalkosten nur ungenügend variabilisiert werden. Die amerikanischen Standorte steuerten trotz ebenfalls massivem Umsatzeinbruch einen positiven EBIT von CHF 0.4 Mio. bei. Asien verursachte einen EBIT-Verlust von CHF 2.4 Mio. Während der EBIT in Japan um CHF 1.9 Mio. zurückging, betrug die Abnahme in China nur CHF 0.7 Mio. Darin zeigt sich einerseits, dass sich der chinesische Markt langsam erholt, aber auch dass Feintool vom Anlauf vieler neuer Produkte profitieren kann.

Die Kosten der nicht direkt operativ tätigen Bereiche beliefen sich auf CHF 5.0 Mio. Die Zunahme gegenüber der Vergleichsperiode ergab sich aufgrund einzelner Projekte und zusätzlicher Ausgaben im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie.

Finanzergebnis

Die Nettofinanzkosten in Höhe von CHF -2.5 Mio. (Vorjahr CHF -3.6 Mio.) sanken deutlich. Der Nettozinsaufwand (inklusive Finanzierungskosten) blieb mit CHF 2.2 Mio. (Vorjahr CHF 2.2 Mio.) weitgehend unverändert. Feintool verzeichnete in der Berichtsperiode Nettowährungsverluste in Höhe von CHF 0.4 Mio. (Vorjahr CHF 1.5 Mio.).

Steuern

Aufgrund der Verluste an den meisten Standorten ergibt sich eine positive Steuerabgrenzung in Höhe von CHF 2.4 Mio. In Ländern mit kurzen Anrechnungsperioden der Verlustvorträge oder anderen hohen Hürden für die Anrechnung der Verlustvorträge wurden diese sehr konservativ angesetzt. Entsprechend tief fällt mit 12.1 % die Anrechnungsquote aus.

Konzernergebnis

Der Konzernverlust beträgt CHF 17.5 Mio. (Vorjahr: Gewinn von CHF 4.7 Mio.).

KONSOLIDIERTE BILANZ

Insgesamt sank die Bilanzsumme um 2.9 % auf CHF 686.1 Mio. (31. Dezember 2019: CHF 706.3 Mio.).

Das Umlaufvermögen sank insgesamt um CHF 7.9 Mio. auf CHF 225.2 Mio., wobei sich die einzelnen Positionen teilweise gegensätzlich entwickelten. Die flüssigen Mittel nahmen um CHF 19.4 Mio. auf CHF 62.9 Mio. zu. Die Zunahme steht teilweise in Zusammenhang mit der Nutzung staatlicher Kredite in Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie. In den USA erhielt Feintool einen Kredit in Höhe von CHF 7.8 Mio. ausbezahlt, obwohl der Geldbedarf erst mittelfristig besteht. Die Forderungen sanken um CHF 23.4 Mio. auf CHF 66.0 Mio. Die Vorräte und Nettoguthaben aus Vertragsvermögenswerten nahmen um CHF 7.0 Mio. auf CHF 87.2 Mio. ab. Die aktiven Abgrenzungen stiegen um CHF 3.1 Mio. auf CHF 9.2 Mio.

Das operative Nettoumlaufvermögen stieg gegenüber dem 31. Dezember 2019 um CHF 4.3 Mio. auf CHF 75.4 Mio. Die Abnahme der nicht-verzinslichen Verbindlichkeiten um CHF 39.2 Mio. hatte den ausschlaggebenden negativen Einfluss. Auch die Zunahme der aktiven Abgrenzungen und latenten Steuerforderungen führten zu einer Erhöhung (+ CHF 5.5 Mio.). Anderseits nahmen die Forderungen um CHF 20.2 Mio. und die Vorräte und Nettoguthaben aus Vertragsvermögenswerten um CHF 7.0 Mio. ab. Steigende passive Abgrenzungen (+ CHF 4.4 Mio.) wirkten sich ebenfalls positiv auf das Nettoumlaufvermögen aus.

Das Anlagevermögen sank um CHF 12.2 Mio. auf CHF 460.9 Mio. Die Sachanlagen nahmen um CHF 11.1 Mio. auf CHF 346.8 Mio. ab. Diese Abnahme ist eine direkte Folge der tieferen Investitionen CHF 21.5 Mio. und tieferer Umrechnungskurse gegenüber dem Schweizer Franken. Die immateriellen Anlagen sanken um CHF 3.8 Mio. auf CHF 92.0 Mio. Die Position der Finanzanlagen blieb mit CHF 2.6 Mio. nahezu unverändert. Die latenten Steuerforderungen stiegen auf CHF 19.5 Mio. (31. Dezember 2019: CHF 17.1 Mio.).

Auf der Passivseite stieg das Fremdkapital insgesamt um CHF 7.0 Mio. auf CHF 403.4 Mio. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die übrigen Verbindlichkeiten sanken massiv um CHF 39.2 Mio. und betragen noch CHF 43.4 Mio. Die passiven Rechnungsabgrenzungen, die kurz- und langfristigen Rückstellungen sowie die latenten Steuerverbindlichkeiten stiegen um CHF 4.2 Mio. auf CHF 67.9 Mio. Die Verbindlichkeit für die Personalvorsorge (IAS 19) stieg in der Berichtsperiode – infolge des ungenügenden Ertrages in den Anleihens- und Aktienmärkten – leicht auf CHF 66.7 Mio.

Das verzinsliche Fremdkapital stieg um CHF 41.1 Mio. auf CHF 225.4 Mio. CHF 173.2 Mio. der verzinslichen Verbindlichkeiten weisen langfristigen Charakter auf.

Die Nettoverschuldung stieg in der Berichtsperiode aufgrund des ungenügenden operativen Ergebnisses, des gestiegenen Nettoumlaufvermögens und noch immer erheblicher Investitionen auf CHF 162.5 Mio. (31. Dezember 2019: CHF 140.8 Mio.). Feintool konnte den Kreditrahmen mit verschiedenen Banken zur Überbrückung der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie erhöhen. Unter anderem wurde der Syndikatskredit mit sechs Banken von CHF 90 Mio. auf CHF 120 Mio. erhöht. Feintool verfügt dadurch über CHF 130.9 Mio. an liquiden Mitteln und verfügbaren, unbenutzten Kreditlinien.

Das Eigenkapital betrug am 30. Juni 2020 CHF 282.8 Mio. (31. Dezember 2020: CHF 309.9 Mio.). Die Eigenkapitalquote sank somit von 43.9 % auf 41.2 %. Der Eigenkapitalnachweis zeigt, dass der Konzernverlust das Eigenkapital um CHF 17.5 Mio. reduzierte. Direkt im Eigenkapital verbuchte Umrechnungsdifferenzen in Höhe von insgesamt CHF 7.3 Mio. sowie versicherungstechnische Verluste aus der Personalvorsorge (IAS 19) in Höhe von CHF 1.7 Mio. hatten einen deutlich negativen Einfluss. Die anderen Positionen hatten wesentlich geringere Auswirkungen.

KONSOLIDIERTE GELDFLUSSRECHNUNG

Der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit war – aufgrund des operativen Verlustes – mit CHF 0.4 Mio. tiefer als in der Vergleichsperiode (CHF 17.6 Mio.). Diese negative Entwicklung ist eine Folge des deutlich schlechteren operativen Ergebnisses in Höhe von CHF 6.2 Mio. (Vorjahr CHF 32.7 Mio.). Das Nettoumlaufvermögen hatte in der Berichtsperiode einen negativen Einfluss in Höhe von CHF 5.8 Mio. (Vorjahr: Negativer Einfluss von CHF 15.1 Mio.). Der Geldfluss aus Investitionstätigkeit ist mit CHF 19.4 Mio. (Vorjahr CHF 22.6 Mio.) zwar tiefer als im Vorjahr, allerdings für die aktuelle Marktlage noch immer hoch. Neuinvestitionen konnten aufgrund von freien Kapazitäten gestoppt bzw. in die Zukunft verschoben werden. Die Abschreibungen übersteigen die Investitionen der entsprechenden Periode. Insgesamt ergab sich somit ein betrieblicher Geldabfluss in Höhe von CHF 19.0 Mio. (Vorjahr CHF 4.9 Mio.).

MITARBEITENDE

Die Anzahl der Mitarbeitenden* (ohne Lernende) nahm seit dem 31. Dezember 2019 um 278 auf 2 363 ab. Zusätzlich befinden sich 78 Jugendliche (31. Dezember 2019: 91) in unserem Unternehmen in Ausbildung. Insgesamt beschäftigt Feintool in Europa 1 601 Mitarbeitende (zuzüglich 70 Auszubildende), davon 385 (zuzüglich 32 Auszubildende) in der Schweiz. In den USA arbeiten 394 Personen (zuzüglich 2 Auszubildende) und in Asien 368 Mitarbeitende (zuzüglich 6 Auszubildende).

Das Segment System Parts reduzierte seit dem 31. Dezember 2019 die Anzahl der Mitarbeitenden um 11.1 % (-272 Mitarbeitende). Insgesamt arbeiten 2 170 Mitarbeitende im Teilegeschäft. In Europa sank die Anzahl um 85 Personen auf 1 435. In Asien nahm die Anzahl der Mitarbeitenden um 38 auf 346 ab. In Nordamerika nahm die Mitarbeiteranzahl um 149 auf 389 ab. Das Segment Fineblanking Technology beschäftigte 164 Mitarbeitende (-5): 29 Mitarbeitende sind in den nicht direkt operativen Bereichen beschäftigt.

* berechnet als Vollzeitstellen zum Stichtag

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