HALBJAHRESBERICHT 2019

Finanzielle Berichterstattung

per 30. Juni 2019

2019

2018

Die wichtigsten Kennzahlen, 1. Halbjahr

Veränderung zum Vorjahr

01.01.–30.06.19

01.01.–30.06.18

Operative Kennzahlen

in TCHF

Nettoumsatz

-1.6 %

331 855

337 259

Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) 1)

-23.3 %

34 815

45 398

Betriebsergebnis (EBIT) 2)

-59.0 %

10 541

25 706

Konzernergebnis

-72.4 %

4 660

16 854

Erwartete Abrufe Serienteilefertigung

-8.3 %

271 383

295 926

Auftragseingang Dritte (Investitionsgüter)

-46.9 %

27 032

50 943

Auftragsbestand Dritte per 30.06. (Investitionsgüter)

-48.7 %

23 771

46 323

Renditekennzahlen

in %

EBITDA-Marge 1)

-3.0 %

10.5

13.5

EBIT-Marge 2)

-4.4 %

3.2

7.6

Umsatzrendite

-3.6 %

1.4

5.0

Sonstige

Anzahl Mitarbeitende (ohne Lernende)

4.6 %

2 725

2 604

1) Beinhaltet das operative Ergebnis vor Abschreibungen und Amortisationen, Finanzerfolg und Gewinnsteuern.

2) Beinhaltet das operative Ergebnis vor Finanzerfolg und Gewinnsteuern.

GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Allgemein

Dieser Halbjahresbericht gilt für die Feintool International Holding AG und all ihre Tochtergesellschaften. Er umfasst den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2019. Als Vergleichsperiode dient der gleiche Zeitraum des Vorjahres.

Am 31. Juli 2018 übernahm die Feintool Holding GmbH, Bayreuth, zu 100 % die deutsche Stanzwerk Jessen GmbH in Jessen, Sachsen-Anhalt, Deutschland, mit ihren Tochtergesellschaften Jela GmbH, SLTJ GmbH und Stanz- und Lasertechnik Jessen GmbH. Die SLTJ GmbH wurde danach mit der Stanz- und Lasertechnik Jessen GmbH fusioniert. Die Stanz- und Lasertechnik Jessen GmbH wurde anschliessend in Feintool System Parts Jessen GmbH umbenannt. Der Vorjahresvergleichswert enthält entsprechend keine Zahlen dieser Gesellschaften.

Auftragseingang und Auftragsbestand, erwartete Abrufe

Das Teilegeschäft des Segments System Parts ist kurzfristig. Kunden können Abrufe, die sie bereits in die Bestellsysteme eingegeben haben, zeitlich verschieben oder sogar annullieren. Per 30. Juni 2019 erwartet Feintool von den Kunden für die nächsten sechs Monate Abrufe in der Höhe von CHF 271.4 Mio. (Vorjahr CHF 295.9 Mio.). Gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitpunkt entspricht dies einer Abnahme von 8.3 %. Ohne Akquisition des Bereichs Elektroblechstanzen läge der entsprechende Wert gar 12.0 % unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Obwohl dieser Wert lediglich eine Frühindikation darstellt, zeigt sich deutlich, dass die Markterwartungen gegenüber dem Vorjahr markant zurückgingen. Insgesamt dürfte der für Feintool relevante Markt rund 7 % tiefer als im Vorjahr sein.

Der Auftragseingang im Segment Fineblanking Technology sank im Berichtszeitraum um 45.5 % auf CHF 31.6 Mio. (Vorjahr CHF 57.9 Mio.). Der Auftragseingang aus internen Geschäften sank in der Berichtsperiode um 34.8 % auf CHF 4.5 Mio. (Vorjahr CHF 7.0 Mio.). Der Auftragseingang des Drittgeschäfts belief sich somit auf CHF 27.0 Mio. (Vorjahr CHF 50.9 Mio.) und halbierte sich beinahe. Der massive Rückgang der Auftragseingänge widerspiegelt die aktuelle Marktlage, welche eine markante Abkühlung im Investitionsgütergeschäft zeigt.

Per 30. Juni 2019 belief sich der Auftragsbestand des Segments Fineblanking Technology auf CHF 25.8 Mio. (Vorjahr: CHF 47.2 Mio.). Damit sank der Auftragsbestand gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitpunkt um 45.4 % und gegenüber dem 31. Dezember 2018 um 30.9 %. Der vorhandene Auftragsbestand bedeutet im langfristigen Pressengeschäft lediglich eine gesicherte Auslastung von drei bis vier Monaten.

Nettoumsatzentwicklung

Der konsolidierte Gruppenumsatz sank in der Berichtsperiode um 1.6 % auf CHF 331.9 Mio. (Vorjahr CHF 337.3 Mio.). Währungsverschiebungen beeinflussten den Umsatz mit CHF 2.3 Mio. negativ. In Lokalwährung verzeichnete Feintool – dank der Akquisition des Bereichs Elektroblechstanzen und einiger Neuanläufe entgegen der Marktentwicklung – einen Umsatzrückgang von lediglich 0.9 %. Der bereits erwähnte Akquisitionseffekt betrug CHF 19.5 Mio. oder 5.8 %. Das Segment System Parts erwirtschaftete 89.7 % des Drittumsatzes, Fineblanking Technology steuerte 10.3 % bei. Unter Einbezug des internen Umsatzes beträgt der Umsatzanteil des Investitionsgütergeschäfts noch 13.0 %. Im stärkeren Rückgang des Investitionsgütergeschäfts spiegelt sich die höhere Volatilität dieses Segments wider.

Das Teilegeschäft des Segments System Parts wuchs im Berichtsjahr – dank der Akquisition und neuen Aufträgen – um 1.4 % auf CHF 299.4 Mio. (Vorjahr CHF 295.2 Mio.). Die negativen Währungseinflüsse beliefen sich auf CHF 2.4 Mio. In Lokalwährung erreichte das Wachstum somit 2.2 %. Die im Vorjahr getätigte Akquisition des Bereichs Elektroblechstanzen beeinflusste das Wachstum mit 6.6 Prozentpunkten. Das europäische Geschäft erwirtschaftete einen Umsatz von CHF 177.2 Mio. Währungsbereinigt entspricht dies einem Wachstum von 6.8 % (in Berichtswährung + 3.8 %). Der Akquisitionseffekt betrug 11.4 %. Der Umsatz reduzierte sich somit auch in Europa – trotz einiger Neuaufträge – um 4.8 %. Der Umsatz in den USA sank – insbesondere aufgrund sinkender Stahlpreise – währungsbereinigt um 3.1 % auf CHF 91.7 Mio. Ohne Währungseffekt verharrte der USA-Umsatz auf Vorjahresniveau. In Asien sank der Umsatz auf CHF 31.7 Mio., in Lokalwährung bedeutet dies eine Abnahme von 3.8 % (in Berichtswährung 4.5 %). Der Umsatzrückgang in Asien ist – dank vieler neuer Aufträge – deutlich geringer als der Marktrückgang (China -12.4 %).

Der Umsatzanteil der europäischen Standorte stieg dank des Bereichs Elektroblechstanzen nochmals auf jetzt 59.0 % (Vorjahr 57.7 %). Der Anteil der Standorte in den USA sank andererseits auf 30.5 % (Vorjahr 31.1 %), wobei auch die unterschiedliche Entwicklung des Wertes von Euro und US-Dollar einen Einfluss hatte. Der in Asien erzeugte Umsatz sank auf 10.5 % (Vorjahr 11.2 %). Die regionale Umsatzverteilung berechnet Feintool aufgrund des Domizils des Kunden. Viele der von Feintool gefertigten Teile werden, nachdem diese in Baugruppen oder ganze Fahrzeuge eingebaut wurden, als Teil dieser Baugruppen bzw. Fahrzeuge in andere Länder/Kontinente exportiert. Dementsprechend dürften die von Feintool gefertigten Teile ungefähr gleichmässig in den drei Regionen Europa, Amerika und Asien genutzt werden.

Der Umsatz des Segments Fineblanking Technology sank um 18.9 % auf CHF 43.2 Mio. (Vorjahr CHF 53.3 Mio.). Die internen Verkäufe sanken um 12.9 %. Die Dritt­verkäufe sanken somit um 20.4 % auf CHF 34.1 Mio. (Vorjahr: CHF 42.9 Mio.). Primär verursachten tiefere Pressenverkäufe diese unerfreuliche Umsatzentwicklung. Zudem wurden Umsätze mit Werkzeugen in Höhe von CHF 4.1 Mio. organisatorisch dem anderen Segment zugeordnet. Das Ersatzteil- und Service­geschäft entwickelte sich stabil.

Insgesamt erwirtschaftete die Feintool-Gruppe mit CHF 192.7 Mio. 58.1 % des Drittumsatzes in Europa (Vorjahr CHF 187.0 Mio. respektive 55.5 %). Europa gewann somit nochmals an Bedeutung. Mit einem Umsatz von CHF 96.0 Mio., anteilig 28.9 % (Vorjahr CHF 91.5 Mio. respektive 27.1 %) gewann Nordamerika 1.8 Prozentpunkte bei der geografischen Umsatzverteilung. Der Umsatz in Asien sank auf CHF 43.2 Mio., der prozentuale Anteil auf 13.0 % (Vorjahr CHF 58.7 Mio. oder 17.4 %). Die Abkühlung des Marktes in China zeigt hier eine direkte Auswirkung. Der Schweizer Markt ist mit einem Umsatz von CHF 5.1 Mio. oder 1.5 % (Vorjahr CHF 4.4 Mio. respektive 1.3 %) für Feintool nur von marginaler Bedeutung.

Bruttomargenentwicklung

Die Bruttomarge sank gegenüber dem Vorjahr deutlich um 2.7 Prozentpunkte auf 36.2 %; der Brutto­gewinn betrug somit in der Berichtsperiode CHF 120.1 Mio. Volumenbedingt nahm der Brutto­gewinn um CHF 2.1 Mio. ab. Veränderungen im Produktemix, einzelne Produktionsstörungen und insbesondere vertraglich vereinbarte, gewährte Preisnachlässe an Kunden hatten einen negativen Effekt von CHF 9.0 Mio.

Im Segment Fineblanking Technology sank die Bruttomarge deutlich auf 31.2 % (Vorjahr 36.1 %). Ein prozentual höherer Anteil der Pressenverkäufe, Produktmixveränderungen und geografische Verschiebungen verursachten diese Abnahme.

Das Segment System Parts erreichte eine Bruttomarge von 36.4 %, die ebenfalls deutlich unter dem Vorjahres­niveau von 38.8 % liegt. Im Berichtsjahr konnten Effizienzsteigerungen und teilweise leicht tiefere Stahlpreise die vertraglich vereinbarten Kostennachlässe gegenüber Kunden nur ungenügend kompensieren.

Wesentliche Aufwandpositionen

Die Materialkosten bilden mit CHF 149.6 Mio. die klar grösste Aufwandposition. Im Verhältnis zum Umsatz sanken diese von 46.6 % auf 45.1 %. Unter Berücksichtigung der Lagerveränderungen stieg der Materialanteil allerdings von 45.8 % auf 47.6 %. Insbesondere die vertraglich gewährten Preisnachlässe sowie Produktemixveränderungen bilden die Hauptursache dieses Anstiegs. Der Personalaufwand stieg um CHF 4.8 Mio. auf CHF 102.4 Mio. und liegt jetzt bei 30.9 % vom Umsatz (Vorjahr 28.9 %). Bei Fineblanking Technology sank der Personalkostenanteil leicht auf 25.5 % (Vorjahr 26.8 %). Dies ist eine Folge der organisatorischen Änderung, dass der Werkzeugbau in Europa – wie in den übrigen Regionen – neu dem Bereich System Parts zugeordnet ist. Im Bereich System Parts stieg der Anteil deutlich auf 29.2 % (Vorjahr 26.9 %). Lohnsteigerungen in Deutschland und die oben erwähnte organisatorische Änderung verursachten den grössten Teil dieser Zunahme. Rückgänge bei den Abrufen verstärkten den Einfluss. Der Personalaufbau in den neuen Werken in Most, Oelsnitz und Tianjin (China) hatte ebenfalls einen negativen Einfluss. Der übrige Nettobetriebsaufwand sank auf CHF 38.2 Mio., bezogen auf den Umsatz sank die Quote auf 11.5 %.

Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA)

Das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) sank in der Berichtsperiode um CHF 10.6 Mio. oder – währungsbereinigt – 23.2 % auf CHF 34.8 Mio. Die EBITDA-Marge reduzierte sich auf 10.5 %. Im kapitalintensiven Teilegeschäft (System Parts) sank die EBITDA-Marge auf 11.9 % (Vorjahr 15.3 %). Vertraglich vereinbarte Preisnachlässe auf einigen grösseren Programmen, Vorleistungen zum Aufbau der Kapazitäten in den neuen Werken und deutlich tiefere Abrufe verursachten diese Entwicklung. Im Investitionsgütergeschäft (Fineblanking Technology) sank die EBITDA-Marge – teilweise infolge tieferer Umsätze – deutlich von 8.4 % auf 4.9 %.

Abschreibungen

Aufgrund der hohen Investitionen im Bereich System Parts der letzten Jahre stiegen die Abschreibungen in der Berichtsperiode um CHF 4.6 Mio. auf CHF 24.3 Mio. CHF 1.4 Mio. dieser Zunahme sind eine Folge der Akquisition des Bereichs Elektroblechstanzen. Erstmals seit längerer Zeit liegen die Investitionen in ähnlicher Grössenordnung wie die Abschreibungen.

Betriebsergebnis (EBIT)

Feintool erwirtschaftete in der Berichtsperiode ein operatives Ergebnis (EBIT) von CHF 10.5 Mio. und eine EBIT-Marge von 3.2 %. Dies entspricht einem Rückgang von 59.7 % in lokaler Währung. Die Abschwächung des Marktes hatte für beide Segmente einen deutlich negativen Einfluss.

Das Segment Fineblanking Technology konnte die positive Entwicklung des Vorjahres nicht fortsetzen. Deutlich tiefere Umsätze resultierten letztlich in einem Betriebsgewinn (EBIT) in Höhe von CHF 1.2 Mio. (Vorjahr: CHF 3.8 Mio.). Dabei wurden die Ausgaben für Forschung und Entwicklung – als Investition in die Zukunft – auf hohem Niveau beibehalten.

Das operative Ergebnis des Segments System Parts sank deutlich um CHF 13.7 Mio. oder 53.5 % (in Lokalwährung) auf CHF 12.3 Mio. (Vorjahr CHF 26.1 Mio.). Darin enthalten sind zudem CHF 1.2 Mio. aus dem Bereich Elektroblechstanzen. Andererseits verursachten verlangsamte Abrufe unserer Kunden, Anlaufkosten für neue Produkte sowie Kosten für zwei neue Produktionsstätten und Preisnachlässe auf verschiedenen Produkten diese negative Entwicklung. Die EBIT-Marge sank entsprechend auf 4.1 % gegenüber 8.8 % im Vorjahr. Die europäischen Standorte trugen CHF 3.7 Mio. zum Ergebnis bei. Dies entspricht einem Rückgang von 75.6 % gegenüber der Vergleichsperiode, ausgedrückt in lokaler Währung. Umsatzrückgänge und Vorlaufkosten für die Werke in Oelsnitz und Most waren die Haupttreiber für diese Entwicklung. Die amerikanischen Standorte steuerten einen EBIT von CHF 8.4 Mio. (währungsbereinigt -17.6 %) zum Ergebnis bei. Asien erwirtschaftete einen EBIT von CHF 0.2 Mio. Aufgrund des schwachen chinesischen Marktes ist die erwartete Erholung in Asien noch nicht eingetreten.

Die Kosten der nicht direkt operativ tätigen Bereiche beliefen sich auf CHF 3.4 Mio. Hohe Ausgabendisziplin und weniger Projekte resultierten entsprechend in Einsparungen im Umfang von CHF 1.0 Mio. gegenüber der Vorjahresperiode.

Finanzergebnis

Die Nettofinanzkosten in Höhe von CHF -3.6 Mio. (Vorjahr CHF -1.7 Mio.) erhöhten sich deutlich. Der Nettozinsaufwand (inklusive Finanzierungskosten) stieg – infolge der deutlich höheren Verschuldung – auf CHF 1.7 Mio. (Vorjahr CHF 1.5 Mio.). Feintool verzeichnete in der Berichtsperiode Nettowährungsverluste in Höhe von CHF 1.5 Mio. (Vorjahr: Währungs­gewinne von CHF 0.3 Mio.).

Steuern

Der Steueraufwand der Feintool-Gesellschaften summierte sich in der Berichtsperiode auf CHF 2.4 Mio. Das entspricht einer Steuerquote von 32.7 %. Darin enthalten sind Sockelsteuern in Höhe von CHF 0.5 Mio. auf konzerninternen Dividendenausschüttungen.

Konzernergebnis

Das Konzernergebnis beträgt CHF 4.7 Mio. (Vorjahr CHF 16.9 Mio.). Die Nettoumsatz­rendite sank somit von 5.0 % auf 1.4 %.

KONSOLIDIERTE BILANZ

Insgesamt stieg die Bilanzsumme um 2.8 % auf CHF 725.4 Mio. (31. Dezember 2018: CHF 705.3 Mio.). CHF 11.6 Mio. oder 1.6 Prozentpunkte davon basieren auf der erstmaligen Anwendung des neuen Leasingstandards IFRS 16 und sind daher nicht operativ verursacht.

Das Umlaufvermögen stieg insgesamt um CHF 11.0 Mio. auf CHF 249.8 Mio., wobei alle Positionen leicht zunahmen. Die flüssigen Mittel stiegen um CHF 3.3 Mio. auf CHF 34.2 Mio. Die Forderungen stiegen um CHF 4.3 Mio. auf CHF 105.6 Mio. Der Bestand der im Rahmen der nicht bilanzierungspflichtigen Factoring-Programme verkauften Forderungen sank auf CHF 10.6 Mio. (31. Dezember 2018: CHF 11.4 Mio.). Die Vorräte und Nettoguthaben aus Vertragsvermögenswerten nahmen um CHF 3.5 Mio. auf CHF 103.3 Mio. zu. Die aktiven Abgrenzungen verharrten bei CHF 6.7 Mio.

Das operative Nettoumlaufvermögen stieg gegenüber dem 31. Dezember 2018 um CHF 9.9 Mio. auf CHF 105.1 Mio. und beträgt somit 15.8 % des hochgerechneten Jahresumsatzes (Vorjahr 13.0 %). Die stärksten negativen Auswirkungen verursachten die Zunahme der Forderungen um CHF 4.3 Mio. und der Vorräte und Nettoguthaben aus Vertragsvermögenswerten um CHF 3.5 Mio. sowie die Abnahme der nicht-verzinslichen Verbindlichkeiten im Umfang von CHF 13.4 Mio. Steigende passive Abgrenzungen (+ CHF 8.5 Mio.) und erhöhte Rückstellungen (+ CHF 3.0 Mio.) wirkten sich positiv auf das Nettoumlaufvermögen aus.

Das Anlagevermögen stieg um CHF 9.1 Mio. auf CHF 475.5 Mio. Die Sachanlagen nahmen um CHF 8.4 Mio. auf CHF 355.4 Mio. zu, wobei CHF 11.6 Mio. aus der Erstanwendung der neuen Leasingbilanzierung stammen; ohne diese technische Änderung wären die Sachanlagen um CHF 3.2 Mio. zurückgegangen. Die immateriellen Anlagen sanken um CHF 2.2 Mio. auf CHF 99.0 Mio. Die Position der Finanzanlagen blieb mit CHF 1.8 Mio. nahezu unverändert. Die latenten Steuerforderungen stiegen auf CHF 19.4 Mio. (31. Dezember 2018: CHF 16.5 Mio.).

Auf der Passivseite stieg das Fremdkapital insgesamt um CHF 33.6 Mio. auf CHF 418.1 Mio. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die übrigen Verbindlichkeiten sanken um CHF 13.4 Mio. und betragen noch CHF 64.8 Mio. Die passiven Rechnungsabgrenzungen, die kurz- und langfristigen Rückstellungen sowie die latenten Steuerverbindlichkeiten stiegen um CHF 9.5 Mio. auf CHF 78.0 Mio. Die passive Rechnungsabgrenzung ist dabei von dem höheren Bestand der per Stichtag noch ausstehenden Kreditorenrechnungen beeinflusst. Die Verbindlichkeit für die Personalvorsorge (IAS 19) stieg in der Berichtsperiode – infolge des sinkenden Diskontsatzes – deutlich auf CHF 66.4 Mio.

Das verzinsliche Fremdkapital stieg um CHF 30.2 Mio. auf CHF 208.9 Mio., wobei CHF 11.6 Mio. durch die Erstanwendung von IFRS 16 (Leasing) verursacht wurden. CHF 106.3 Mio. der verzinslichen Verbindlichkeiten weisen langfristigen Charakter auf.

Die Nettoverschuldung stieg in der Berichtsperiode aufgrund des gestiegenen Nettoumlauf­vermögens und der Erstanwendung von IFRS 16 (Leasing) auf CHF 174.8 Mio. (31. Dezember 2018: CHF 147.9 Mio.). Feintool verfügt andererseits über CHF 54.1 Mio. an liquiden Mitteln und verfügbaren, unbenutzten Kreditlinien.

Das Eigenkapital betrug am 30. Juni 2019 CHF 307.3 Mio. (31. Dezember 2018: CHF 320.8 Mio.). Die Eigenkapitalquote sank somit von 45.5 % auf 42.4 %. Der Eigenkapitalnachweis zeigt, dass der Konzerngewinn das Eigenkapital um CHF 4.7 Mio. erhöhte. Die ausgeschüttete Dividende wiederum reduzierte das Eigenkapital um CHF 9.8 Mio. Direkt im Eigen­kapital verbuchte Umrechnungsdifferenzen in Höhe von insgesamt CHF 3.2 Mio. sowie versicherungstechnische Verluste aus der Personalvorsorge (IAS 19) in Höhe von CHF 5.6 Mio. hatten einen deutlich negativen Einfluss. Die anderen Positionen hatten kaum Auswirkungen.

KONSOLIDIERTE GELDFLUSSRECHNUNG

Der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit war – aufgrund des schlechteren operativen Ergebnisses – mit CHF 17.1 Mio. tiefer als in der Vergleichsperiode (CHF 24.9 Mio.). Diese negative Entwicklung ist eine Folge des deutlich schlechteren operativen Ergebnisses in Höhe von CHF 32.2 Mio. (Vorjahr CHF 46.9 Mio.). Das Nettoumlaufvermögen erhöhte sich in der Berichtsperiode weniger als in der Vergleichsperiode. Der Geldfluss aus Investitionstätigkeit ist mit CHF 22.6 Mio. (Vorjahr CHF 50.1 Mio.) deutlich tiefer als im Vorjahr. Erstmals seit Längerem überstiegen die Abschreibungen die Investitionen der entsprechenden Periode. Insgesamt ergab sich somit ein betrieblicher Geldabfluss in Höhe von noch CHF 5.5 Mio. (Vorjahr CHF 25.2 Mio.). Der Geldabfluss durch die Dividende betrug CHF 9.8 Mio.

MITARBEITENDE

Die Anzahl der Mitarbeitenden* (ohne Lernende) nahm seit dem 31. Dezember 2018 um 28 auf 2 725 zu. Zusätzlich befinden sich 90 (31. Dezember 2018: 82) Jugendliche in unserem Unternehmen in Ausbildung. Das Segment System Parts schuf seit dem 31. Dezember 2018 30 neue Stellen. Insgesamt arbeiten 2 519 Mitarbeitende im Teilegeschäft. In Europa stieg die Anzahl um 50 Personen auf 1 567. In Asien nahm die Anzahl der Mitarbeitenden um 12 auf 361 ab. In Nordamerika nahm die Mitarbeiteranzahl um 8 auf 592 ab. Das Segment Fineblanking Technology beschäftigte 177 Mitarbeitende (+ 3): 29 Mitarbeitende sind in den nicht direkt operativen Bereichen beschäftigt.

Insgesamt beschäftigt Feintool in Europa 1 740 Mitarbeitende (zuzüglich 79 Auszubildende), davon 417 (zuzüglich 37 Auszubildende) in der Schweiz. In den USA arbeiten 601 Personen (zuzüglich 11 Auszubildende) und in Asien 384 Mitarbeitende.

* berechnet als Vollzeitstellen