Geschäftsbericht 2018

FEINTOOL-GRUPPE

Umsatz wächst um 11.0 %
Reingewinn über CHF 30 Mio.

Wichtige Kennzahlen auf einen Blick

(nur weitergeführte Bereiche)

2018

2017

2016

2015

2014

01.01.–31.12.18

01.01.–31.12.17

01.01.–31.12.16

01.01.–31.12.15

01.01.–31.12.14

Operative Kennzahlen

in CHF Mio.

.

Erwartete Abrufe Serienteilefertigung

286.1

264.0

240.9

209.6

213.9

Auftragseingang Dritte (Investitionsgüter)

87.7

82.7

57.2

77.2

86.7

Auftragsbestand Dritte (Investitionsgüter)

31.0

38.3

19.1

36.0

32.9

Nettoumsatz

679.6

612.3

552.2

508.9

503.4

Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA)

89.7

83.2

76.0 1)

61.4

62.9

Betriebsergebnis (EBIT)

47.5

46.3

41.3 1)

32.9

35.1

Konzernergebnis

30.5

27.7

26.6 1)

20.1

24.6

Renditekennzahlen

in %

EBITDA-Marge

13.2

13.6

13.8 1)

12.1

12.5

EBIT-Marge

7.0

7.6

7.5 1)

6.5

7.0

Umsatzrendite

4.5

4.5

4.8 1)

3.9

4.9

Geldfluss- und Bilanzdaten

in CHF Mio.

Geldfluss aus Geschäftstätigkeit

66.0

38.5

74.1

40.1

50.8

Geldfluss für Investitionstätigkeit (netto)

-121.0

-77.1

-59.4

-29.9

-12.1

Betrieblicher Geldfluss (Free Cashflow)

-55.0

-38.6

14.7

10.2

38.7

Bilanzsumme

705.3

600.4

530.7

426.9

427.4

Konzerneigenkapital

320.8

255.2

229.9

207.9

202.9

Fremdkapital

384.5

345.1

300.8

219.0

224.6

Nettoverschuldung

147.9

81.9

16.2

11.1

9.3

Eigenkapitalquote

45.5 %

42.5 %

43.3 %

48.7 %

47.5 %

Bruttoinvestitionen

101.2

60.1

74.9

31.8

43.4

Kennzahlen je Aktie

in CHF

Ergebnis je Aktie (unverwässert)

6.63

6.22

5.97 1)

4.51

5.53

Dividende je Aktie

2.00 2)

2.00

2.00

1.50

1.50

Eigenkapital je Aktie

65.26

57.19

51.61

46.72

45.55

Sonstige

Anzahl Mitarbeitende per Jahresende (ohne Lernende)

2 697

2 485

2 239

2 049

1 987

1) Im Geschäftsjahr 2016 wurde in der Schweizer Pensionskasse eine Reglementsänderung beschlossen, welche gemäss IAS 19 einen positiven Effekt von TCHF 7 083 auf die Gesamtergebnisrechnung hatte (Betrag exkl. latente Steuern von TCHF 1 629). Die Beträge vom EBITDA, EBIT, Konzernergebnis, Umsatzrendite sowie Ergebnis pro Aktie werden in dieser Übersicht ohne diesen Effekt dargestellt.

2) Antrag des Verwaltungsrats

Mit einer Steigerung von knapp 11 Prozent erhöht Feintool den Umsatz im Berichtsjahr. Der Gewinn vor Abschreibungen (EBITDA) steigt dabei auf CHF 90 Millionen.



1) Im Geschäftsjahr 2016 wurde in der Schweizer Pensionskasse eine Reglementsänderung beschlossen, welche gemäss IAS 19 einen positiven Effekt von TCHF 7 083 auf die Gesamtergebnisrechnung hat. Der EBITDA und EBIT werden in dieser Übersicht ohne diesen Effekt dargestellt.

Finanzielle Berichterstattung

per 31. Dezember 2018

GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Allgemein

Die konsolidierte Jahresrechnung des Geschäftsjahres 2018 gilt für die Feintool International Holding AG und ihre Tochtergesellschaften. Sie umfasst den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018.

Am 31. Juli 2018 übernahm die Feintool Holding GmbH, Bayreuth, zu 100 % die deutsche Stanzwerk Jessen GmbH in Jessen, Sachsen-Anhalt, Deutschland mit ihren Tochtergesellschaften Jela GmbH, SLTJ GmbH und Stanz- und Lasertechnik Jessen GmbH. Die SLTJ GmbH wurde danach mit der Stanz- und Lasertechnik Jessen GmbH fusioniert. Anschliessend wurde die Stanz- und Lasertechnik Jessen GmbH in Feintool System Parts Jessen GmbH umbenannt. Diese Gesellschaften erwirtschafteten 2018 in fünf Monaten einen Umsatz von CHF 18.1 Mio. und einen operativen Gewinn (EBIT) von CHF 1.5 Mio.

Am 13. April 2017 übernahm Feintool die Schuler (Tianjin) Metal Forming Technology Center Co., Ltd. in Tianjin (China). Die Gesellschaft wurde anschliessend in Feintool Automotive System Parts (Tianjin) Co., Ltd. umbenannt.

Auftragseingang und Auftragsbestand im Investitionsgütergeschäft; erwartete Abrufe in der Serienteilefertigung

Der Auftragseingang des im Investitionsgütergeschäft tätigen Segments Fineblanking Technology stieg gegenüber den bereits sehr starken Vorjahr nochmals um 1.7 % auf CHF 102.3 Mio. (Vorjahr CHF 100.6 Mio.), wovon CHF 14.6 Mio. vom Segment System Parts stammen, nochmals weniger als im Vorjahr (Vorjahr CHF 17.9 Mio.). Der Auftragseingang aus Drittgeschäften stieg somit um 6.1 % auf CHF 87.7 Mio. (Vorjahr CHF 82.7 Mio.). Mit einem Anteil von 14.3 % (Vorjahr 17.8 %) bleibt des Segment System Parts jedoch grösster Einzelkunde.

Der Auftragsbestand sank insgesamt um 17.9 % auf noch immer gute CHF 37.3 Mio. (Vorjahr CHF 45.4 Mio.). Der Auftragsbestand für interne Bestellungen sank leicht auf CHF 6.3 Mio. Der Auftragsbestand aus Drittgeschäften beträgt somit noch CHF 31.0 Mio. (Vorjahr CHF 38.3 Mio.). Der vorliegende Auftragsbestand bedeutet einen Arbeitsvorrat von sechs bis acht Monaten für das langfristige Pressengeschäft. Somit besteht für den Pressenbau auch für das Geschäftsjahr 2019 eine gute Ausgangslage.

Die erwarteten Abrufe im Serienteilegeschäft für die nächsten sechs Monate betragen CHF 286.1 Mio. Damit nahm dieser Wert gegenüber dem Vorjahr um 8.4 % zu, wobei CHF 10.5 Mio. das neue Geschäftsfeld „Elektroblechstanzen“ betreffen. Obwohl die Monate November und Dezember 2018 deutlich tiefere Umsätze zeigten, verharrt dieser Wert auf hohem Niveau.

Nettoumsatzentwicklung

Der konsolidierte Gruppenumsatz stieg in Berichtswährung um 11.0 % auf CHF 679.6 Mio. (Vorjahr CHF 612.3 Mio.). Im Berichtsjahr unterstützten Währungsverschiebungen das Wachstum mit einem Effekt von CHF 8.6 Mio. oder 1.4 Prozentpunkten. Die Akquisition des Geschäftsfelds „Elektroblechstanzen“ steuerte CHF 18.1 Mio., das im Vorjahr erworbene chinesische Umformwerk Tianjin CHF 3.0 Mio. (in den ersten drei Monaten) bei. Der Beitrag aus Akquisitionen am Umsatzwachstum lag demnach bei 3.4 Prozentpunkten. In Lokalwährung verzeichnete Feintool somit ein organisches Umsatzwachstum von 6.1 %. Die markante Erholung des Pressen- und Werkzeuggeschäftes und eine bis ins dritte Quartal gute Konjunktur im Automobil-Umfeld ermöglichten diese Entwicklung. Das Segment System Parts erwirtschaftete 86.0 % des Drittumsatzes (Vorjahr 89.4 %). Mit 14.0 % stieg damit der Umsatz-Anteil des Investitionsgütergeschäfts erstmals seit rund zehn Jahren.

Trotz des im letzten Quartal deutlich schlechteren Marktumfelds stieg der Umsatz des Segments System Parts im Geschäftsjahr um 7.2 % auf CHF 586.9 Mio. (Vorjahr CHF 547.4 Mio.). Die positiven Währungseinflüsse beliefen sich auf CHF 8.6 Mio., der positive Effekt der Akquisitionen betrug CHF 21.1 Mio. Das Wachstum des Segments in Lokalwährung erreichte somit 5.6 % beziehungsweise ohne Akquisitionen noch 1.8 %. Der Umsatz in Europa stieg insgesamt um 8.3 % auf CHF 342.1 Mio., einen positiven Währungseinfluss von CHF 8.6 Mio. und einen Akquisitionseffekt von CHF 18.1 Mio. enthaltend. Ohne Währungs- und Akquisitionseffekt lag der Teileumsatz in Europa somit auf Vorjahresniveau (-0.2 %). Steigende Mengen neuer Produkte kompensierten die Marktabschwächung und mit Kunden vereinbarte Preissenkungen. Das Geschäft in Nordamerika wuchs in Berichtswährung um 6.1 % auf CHF 182.3 Mio. Der Währungseinfluss des US-Dollar in Höhe von CHF 0.7 Mio. beeinflusste den Umsatz negativ, somit resultierte ein Wachstum in Lokalwährung von 6.5 %. Deutlich höhere Stahlpreise, welche weitgehend an die Kunden weitergereicht werden konnten, sind in dieser Umsatzzunahme enthalten. Der Umsatz in Asien stieg um 5.8 % auf CHF 64.6 Mio. Die Akquisition des Umformwerks in China verursachte einen positiven Effekt in Höhe von CHF 3.0 Mio., Währungsverschiebungen einen solchen von CHF 0.7 Mio. Das Asiengeschäft ohne Währungs- und Akquisitionseinflüsse verharrte somit erneut auf Vorjahresniveau, wobei eine Verlagerung in Höhe von CHF 2.3 Mio. von Japan nach China stattfand. Auf Grund vieler Lokalisierungsprojekte der japanischen Automobilhersteller stagniert die Fahrzeugproduktion in Japan seit einigen Jahren. Im Teilegeschäft veränderten sich die regionalen Umsatzanteile nur unwesentlich. Europa erreichte einen Anteil von 58.1 % (Vorjahr 57.7 %) und trug somit erneut mehr als die Hälfte des Teileumsatzes bei. Der Anteil der amerikanischen Standorte in den USA sank leicht auf 30.9 % (Vorjahr 31.4 %). Der asiatische Anteil blieb mit 11.0 % (Vorjahr 10.9 %) beinahe unverändert.

16.9 %

Wachstum in Lokalwährung
des Investitionsgütergeschäfts

Der Umsatz des Segments Fineblanking Technology stieg auf CHF 106.9 Mio. (Vorjahr CHF 91.4 Mio.) und wuchs somit deutlich um 16.9 %. Die Umrechnungseffekte fremder Währungen sind im Investitionsgütersegment vernachlässigbar. Der interne Umsatz mit dem Segment System Parts reduzierte sich auf CHF 12.2 Mio. und betrug somit noch 11.4 %. Der Umsatz mit Drittkunden nahm um CHF 29.7 Mio. oder 45.8 % auf CHF 94.7 Mio. zu.

Insgesamt verkaufte die Feintool-Gruppe Produkte und Dienstleistungen im Umfang von CHF 371.7 Mio. in Europa, damit blieb der prozentuale Anteil mit 54.7 % gegenüber dem Vorjahr konstant (Vorjahr CHF 334.7 Mio. bzw. 54.7 %). Mit einem Umsatz von CHF 184.8 Mio., anteilig 27.2 % (Vorjahr CHF 171.8 Mio. respektive 28.1 %), wuchsen die Verkäufe in Nordamerika leicht schwächer als in den anderen Regionen. Der asiatische Umsatz stieg auf CHF 123.0 Mio. oder einen Anteil von 18.1 % (Vorjahr CHF 105.8 Mio. respektive 17.2 %). Der Umsatz in der Schweiz betrug noch CHF 6.4 Mio. oder weniger wie ein Prozent.

Bruttomargenentwicklung

Die Bruttomarge sank gegenüber dem Vorjahr um 1.4 Prozentpunkte auf 38.7 %, der Bruttogewinn nahm um 7.0 % zu und betrug im Geschäftsjahr CHF 262.8 Mio.

Material ist für Feintool die mit Abstand grösste Kostenkomponente. Im Berichtsjahr stieg der Materialanteil am Umsatz von 45.7 % auf 47.3 % und die Materialkosten betrugen insgesamt CHF 321.6 Mio. (Vorjahr CHF 279.9 Mio.). Die Materialkosten enthalten auch Kosten für auswertige Bearbeitung der Teile wie beispielsweise Härten oder Beschichten. Teilweise stark steigende Stahlpreise (insbesondere in den USA) bewirkten einen Grossteil der Veränderung des Materialanteils im Berichtsjahr. Dank Preisgleitklauseln in vielen Kundenverträgen und intensiven Verhandlungen konnte Feintool den grossen Teil dieser Steigerungen an ihre Kunden weitergeben. Die direkten Personalaufwendungen betrugen CHF 102.5 Mio. oder 15.1 % vom Umsatz. Die prozentuale Zunahme der direkten Personalaufwendungen von 0.3 Prozentpunkten ist eine Folge erhöhter Wertschöpfung und des zeitlichen Vorlaufs von Personaleinstellungen bei Produktionshochläufen beziehungsweise in neuen Standorten (insbesondere in Most und Tianjin).

Das Segment System Parts erreichte eine Bruttomarge von 38.9 %, die leicht unter dem Vorjahreswert liegt (Vorjahr 39.4 %). Die Margenreduktion aufgrund höherer Stahlpreise konnte nicht vollständig kompensiert werden. Effizienzsteigerungen an vielen Standorten und höhere Wertschöpfungstiefe bei einzelnen Produkten hatten einen positiven Effekt, müssen in den kommenden Monaten allerdings noch deutlich verstärkt werden.

Im Segment Fineblanking Technology sank die Bruttomarge auf 36.0 % (Vorjahr 38.3 %). Produktemixveränderungen einerseits und anderseits eine Verlagerung der Pressenverkäufe Richtung Asien – mit meist einem tieferen Ausbaustand (näher am Standard) und daher leicht tieferer Marge – verursachten diese Entwicklung.

Wesentliche Aufwandpositionen

Der Personalaufwand stieg insgesamt um CHF 15.0 Mio. oder 8.4 % auf CHF 194.9 Mio. beziehungsweise 28.7 % des Umsatzes (Vorjahr 29.4 %). Während der direkte Personalaufwand um 13.4 % auf CHF 102.5 Mio. oder 15.1 % des Umsatzes zunahm, nahm der indirekte Personalaufwand nur unterdurchschnittlich um 3.2 % auf CHF 92.4 Mio. zu. Der Umsatzanteil sank somit auf 13.6 %.

Im Segment System Parts nahmen die Personalkosten um CHF 21.6 Mio. auf CHF 162.1 Mio. zu. CHF 4.4 Mio. dieser Zunahme sind eine Folge der Akquisitionen. Weiter wurde aus organisatorischen Überlegungen der Werkzeugbau in Lyss ab 1. Juni 2018 ins Teilegeschäft integriert. Daraus resultieren Personalkosten in Höhe von CHF 4.7 Mio. Die Personalkostensteigerung aus dem operativen Geschäft betrug somit CHF 12.5 Mio. oder 8.9 %. Insgesamt stieg somit der Personalkostenanteil am Umsatz von 25.7 % auf 27.6 %. Feintools Investitionen in die Zukunft, wie der Aufbau der beiden Produktionsbetriebe in China, dem Werk in Oelsnitz und der Aufbau des neuen Standortes in der Tschechischen Republik haben den Personalaufwand prozentual ansteigen lassen. Zudem ist die Erhöhung der Wertschöpfungstiefe durch zusätzliche Arbeitsschritte wie beispielsweise „Härten“ ebenfalls mit Schulungsaufwand und einer entsprechenden Personalzunahme verbunden.

Im Segment Fineblanking Technologie sank der Personalaufwand um CHF 3.4 Mio. auf CHF 25.4 Mio. oder 23.8 % (Vorjahr CHF 28.8 Mio. respektive 31.5 %). Die Verlagerung des personalintensiven Werkzeugbaus wirkte sich an dieser Stelle mit CHF 4.7 Mio. positiv aus.

Der übrige Betriebsaufwand stieg um CHF 7.7 Mio. auf CHF 85.8 Mio. Das Verhältnis zum Umsatz sank leicht auf 12.6 % (Vorjahr 12.8 %). Durch konsequentes Kostenmanagement verlangsamte sich die Kostensteigerung. Der übrige Betriebsertrag stieg leicht auf CHF 2.7 Mio. Durch die fortlaufende Fokussierung auf die Kernaktivitäten pendelten sich die Erträge aus Nebenleistungen sowie Erträge aus nicht mehr benutzten Liegenschaften auf tiefem Niveau ein.

Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA)

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) stieg in diesem Jahr um CHF 6.5 Mio. oder 7.8 % auf CHF 89.7 Mio. Der Währungseinfluss in Höhe von CHF 1.3 Mio. wirkte sich positiv aus. Die EBITDA-Marge lag mit 13.2 % im Geschäftsjahr, 0.4 Prozentpunkte unter Vorjahr.

Abschreibungen und Wertverminderungen

Die Abschreibungen stiegen in diesem Jahr stark, nämlich um 14.2 % auf CHF 42.2 Mio. Der Akquisitionseffekt bei den Abschreibungen liegt bei CHF 2.0 Mio. Die hohen Investi­tionen der vergangenen Jahre verursachten eine Zunahme der Abschreibungen um CHF 3.3 Mio. oder 8.9 %. Im Verhältnis zum Umsatz stiegen die Abschreibungen von 6.0 % auf 6.2 %. Die Investitionen überstiegen mit CHF 101.2 Mio. die Abschreibungen auch im diesem Geschäftsjahr deutlich, sodass diese Aufwandposition in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird.

Betriebsergebnis (EBIT)

Feintool erwirtschaftete ein operatives Ergebnis (EBIT) in Höhe von CHF 47.5 Mio. (Vorjahr CHF 46.3 Mio.), entsprechend einer leichten Zunahme von 2.6 %. Der positive Währungseinfluss auf EBIT-Stufe betrug CHF 0.7 Mio. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg somit in Lokalwährung um 1.2 %. Die Ende Juli 2018 akquirierte Stanzwerk Jessen GmbH leistete – nach Abzug der Akquisitionskosten – einen positiven EBIT-Beitrag von CHF 0.7 Mio., das chinesischen Umformwerk in Tianjin verursachte anderseits einen negativen Akquisitionseffekt in ähnlicher Grössenordnung. Insgesamt erreichte Feintool eine EBIT-Marge von 7.0 % (Vorjahr 7.6 %).

Das operative Ergebnis des Segments System Parts sank deutlich um CHF 9.2 Mio. oder 17.4 % (währungsbereinigt 18.7 %) auf CHF 43.5 Mio. (Vorjahr CHF 52.6 Mio.). Der Umsatzrückgang im letzten Quartal führte an einzelnen Standorten zu einer Unterauslastung der Fertigung. Zudem sind einige Standorte in der Vorbereitung für neue Produkte, was zu erheblichen Vorlaufkosten führte. Insgesamt sank die EBIT-Marge im Teilegeschäft um 2.2 Prozentpunkte auf 7.4 %. Die europäischen Standorte verzeichneten – trotz der Akquisition im Bereich „Elektroblechstanzen“ – eine markante Abnahme des Betriebsergebnisses von CHF 7.2 Mio. Trotzdem leistete dieser Bereich den grössten Beitrag am Betriebsergebnis, nämlich CHF 25.6 Mio. Die amerikanischen Standorte steuerten einen EBIT von CHF 17.8 Mio. zum Ergebnis bei, ein Wert vergleichbar mit demjenigen des Vorjahres. In Asien sank der EBIT im Teilegeschäft erneut, im Berichtsjahr belief sich das Betriebsergebnis noch auf CHF 0.1 Mio.

Das Segment Fineblanking Technology anderseits konnte das Ergebnis mehr als verdoppeln und erzielte einen Betriebsgewinn von CHF 9.8 Mio. (Vorjahr CHF 4.0 Mio.). Die Marge stieg gegenüber dem Vorjahr markant auf 9.2 % (Vorjahr 4.4 %). Hauptgrund dieser Entwicklung ist der deutlich höhere Umsatz. Die Forschungsausgaben beliefen sich – ähnlich wie im Vorjahr – auf CHF 4.8 Mio. Die Tätigkeiten in diesem Bereich werden – als Investition in die Zukunft – laufend intensiviert.

Die nicht operativen Einheiten verursachten Kosten in Höhe von CHF 7.5 Mio. (Vorjahr CHF 9.0 Mio.). Darin enthalten sind einmalige Kosten in Zusammenhang mit dem Kauf der Stanzwerk Jessen GmbH in Höhe von CHF 0.8 Mio. Anderseits war das Vorjahr durch Ausgaben in Zusammenhang mit Fokussierungsmassnahmen in Höhe von CHF 2.0 Mio. belastet. Ohne Sondereinflüsse sind die Ergebnisse der nicht operativen Einheiten mit den Vorjahren vergleichbar.

9.2 %

EBIT-Marge
im Investitionsgütergeschäft

Finanzergebnis

Das Nettofinanzergebnis verbesserte sich deutlich auf CHF -3.5 Mio. (Vorjahr CHF -6.2 Mio.). Darin enthalten sind Währungsgewinne in Höhe von CHF 1.2 Mio. (Vorjahr Währungsverluste CHF 2.9 Mio.). Das negative Nettofinanzergebnis ohne Währungseinflüsse nahm somit um CHF 1.4 Mio. auf CHF -4.7 Mio. zu. Diese Zunahme ist eine direkte Folge der gestiegenen Nettoverschuldung, nämlich von CHF 81.9 Mio. auf CHF 147.9 Mio. Vor der Kapitalerhöhung im September betrug die Nettoverschuldung zwischenzeitlich sogar um CHF 200 Mio. Das Verhältnis der Nettoverschuldung zu EBITDA beträgt zum Jahresende 1.6 mal.

Steuern

Der Steueraufwand der Feintool-Gesellschaften summierte sich auf CHF 13.5 Mio. Die effektive Steuerquote von 30.7 % ist vergleichbar mit dem Vorjahreswert (30.8 %). Wichtige Märkte Feintools (Deutschland und Japan) haben eine hohe Steuerbelastung. Wie auch in den Vorjahren wird der effektive Steueraufwand durch Verluste in Ländern (insb. China) beeinflusst, in welchen die Verlustvorträge relativ schnell verjähren und dadurch nicht aktiviert werden. Im Berichtsjahr betrug der Steuereffekt nicht aktivierter Verluste CHF 3.4 Mio. Ohne diesen Effekt betrüge die Steuerrate 23.1 % und läge somit gar unter der theoretischen Steuerquote von 24.1 %. Die nicht aktivierten Verlustvorträge nahmen im Berichtsjahr erneut um CHF 8.7 Mio. auf CHF 30.8 Mio. zu, einem Steuereffekt von CHF 8.2 Mio. entsprechend.

Konzernergebnis

Das Konzernergebnis stieg gegenüber dem Vorjahr um 9.9 % auf CHF 30.5 Mio. (Vorjahr CHF 27.7 Mio.). Die Nettoumsatzrendite blieb mit 4.5 % unverändert.

KONSOLIDIERTE BILANZ

Der Kauf des Bereichs „Elektroblechstanzen“ und die erneut sehr hohen Investitionen verursachten im Berichtsjahr erneut eine erhebliche Verlängerung der Bilanz. Die Bilanzsumme stieg um 17.5 % oder CHF 104.9 Mio. auf CHF 705.3 Mio.

Das Umlaufvermögen sank insgesamt um CHF 19.5 Mio. oder 7.5 % auf CHF 238.8 Mio. Dabei entwickelten sich die einzelnen Positionen unterschiedlich. Dank guten Debitorenmanagement und teilweise beeinflusst durch das schwächere Geschäft im letzten Quartal sanken die Forderungen – trotz einer Zunahme von CHF 4.9 Mio. aus der Akquisition des Bereichs „Elektroblechstanzen“ – um 10.5 Mio. auf 101.0 Mio. Feintool ist es im Berichtsjahr gelungen, kaum mehr Anzahlungen an Lieferanten leisten zu müssen. Die Reduktion solcher Anzahlungen beeinflusste die gesamten Forderungen mit CHF 10.5 Mio. Im Verhältnis zum Umsatz sanken die Forderungen von 18.2 % auf gute 14.9 %. Die Altersstruktur der Forderungen hat sich im Berichtsjahr kaum verändert. Der Bestand der im Rahmen nicht bilanzierungspflichtiger Factoring-Programme verkauften Forderungen nahm leicht ab und betrug CHF 11.4 Mio. (Vorjahr CHF 13.3 Mio.). Anderseits stiegen die Vorräte und Guthaben aus Vertragsvermögenswerten um CHF 12.2 Mio. auf CHF 99.8 Mio. CHF 4.7 Mio. stammen aus der Akquisition. Die aktiven ­Rechnungsabgrenzungen beliefen sich auf CHF 6.8 Mio. Die liquiden Mittel nahmen dank guten Cash-Management um CHF 21.5 Mio. auf CHF 30.9 Mio. ab.

Das operative Nettoumlaufvermögen stieg um CHF 17.1 Mio. auf CHF 95.1 Mio. und betrug somit 14.0 % des Umsatzes (Vorjahr 12.8 %). Die Hauptursache dieser Zunahme liegt in der Entwicklung der Vorräte sowie der Nettoguthaben aus Vertragsvermögenswerten, welche um CHF 12.2 Mio. anstiegen. Ebenfalls negativ wirkten sich die Abnahme der Verbindlichkeiten und der Rückgang der Rechnungsabgrenzungen um insgesamt CHF 11.1 Mio. aus. Anderseits nahmen die Forderungen um CHF 10.5 Mio. ab. Feintool nutzt unverändert die von einigen wichtigen Lieferanten gewährten Skonti und Zahlungsrabatte konsequent, dadurch reduziert sich zwangsweise die Flexibilität bei den Verbindlichkeiten.

Das Anlagevermögen stieg infolge erneut hoher Investitionen von CHF 101.2 Mio. und der Akquisition der Stanzwerk Jessen GmbH um 36.4 % auf CHF 466.5 Mio. Die Akquisition verursachte dabei eine Zunahme des Anlagevermögens um CHF 76.1 Mio. Ohne den Akquisitionseffekt betrüge die Zunahme des Anlagevermögens noch 14.1 %. Die Sachanlagen wuchsen um CHF 67.0 Mio. – CHF 12.4 Mio. aus der Akquisition – auf CHF 347.0 Mio. Die immateriellen Anlagen stiegen um CHF 57.5 Mio. auf CHF 101.2 Mio., wobei CHF 63.7 Mio. der Akquisition entstammten. Die Positionen aktivierte Forschungs- und Entwicklungsleistungen und Software veränderten sich im Berichtsjahr nur unwesentlich. Die Finanzanlagen blieben mit CHF 1.8 Mio. beinahe unverändert. Die latenten Steuerforderungen veränderten sich mit CHF 16.5 Mio. ebenfalls kaum.

Auf der Passivseite stieg das Fremdkapital deutlich um CHF 39.4 Mio. auf CHF 384.5 Mio. Die Akquisition verursachte CHF 46.2 Mio., das heisst ohne Akquisition hätte sich das Fremdkapital – dank der durchgeführten Kapitalerhöhung – leicht reduziert. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Steuerverbindlichkeiten und die übrigen Verbindlichkeiten sanken um CHF 9.5 Mio. und betrugen CHF 78.2 Mio., ohne die CHF 5.4 Mio. aus dem Kauf wäre der Rückgang sogar noch höher. Die passiven Rechnungsabgrenzungen, die kurz- und langfristigen Rückstellungen sowie die latenten Steuerverbindlichkeiten stiegen um CHF 4.8 Mio. (CHF 6.5 Mio. aus der Akquisition) auf CHF 68.5 Mio. Die Verbindlichkeit für die Personalvorsorge (IAS 19) veränderte sich mit CHF 59.0 Mio. kaum.

Das verzinsliche Fremdkapital stieg stark um CHF 44.5 Mio. – wovon CHF 34.3 Mio. durch Schuldenübernahme aus dem Kauf der Stanzwerk Jessen GmbH – auf CHF 178.7 Mio. CHF 73.8 Mio. der verzinslichen Verbindlichkeiten wiesen kurzfristigen Charakter auf. Die langfristigen verzinslichen Verbindlichkeiten beliefen sich im Berichtsjahr auf CHF 105 Mio. Den im Vorjahr unterzeichneten Syndikatskredit in Höhe von CHF 90.0 Mio. konnte im Berichtsjahr um ein Jahr bis zum 17. Juni 2023 verlängert werden. Unter Berücksichtigung der vorhandenen flüssigen Mittel betrug die Nettoverschuldung somit CHF 147.9 Mio. (Vorjahr CHF 81.9 Mio.). Mit CHF 86.8 Mio. an flüssigen Mittel und verfügbaren, bestätigten Banklinien verfügt Feintool – trotz hoher Investitionen und der Akquisition – über genügend finanzielle Flexibilität (Vorjahr CHF 134.1 Mio.).

Per 20. September 2018 führte Feintool zur teilweisen Finanzierung der Akquisition erfolgreich eine Kapitalerhöhung durch. Dabei wurden 451 871 Aktien zu einem Ausgabepreis von CHF 112.50 platziert, was einen Zufluss, nach Abzug der entsprechenden Kosten, von CHF 50.0 Mio. ergab. Das Eigenkapital betrug somit am 31. Dezember 2018 CHF 320.8 Mio. (Vorjahr CHF 255.2 Mio.). Die Eigenkapitalquote stieg von 42.5 % auf 45.5 %. Der Eigenkapitalnachweis zeigt, dass aus dem operativen Geschäft der Konzerngewinn das Eigenkapital um CHF 30.5 Mio. erhöhte. Die ausgeschüttete Dividende reduzierte andererseits das Eigenkapital um CHF 8.9 Mio. Währungsumrechnungsdifferenzen in Höhe von CHF 5.2 Mio. und der Kauf eigener Aktien in Höhe von CHF 2.1 Mio. reduzierten das Eigenkapital weiter. Die übrigen Positionen hatten nur einen untergeordneten Einfluss.

9.9 %

Wachstum des Konzernergebnisses

KONSOLIDIERTE GELDFLUSSRECHNUNG

Der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit war mit CHF 66.0 Mio. um 71.4 % höher wie im Vorjahr (CHF 38.5 Mio.). Dieses erfreuliche Resultat basiert auf einem höheren liquiditäswirksamen Betriebsergebnis von CHF 91.0 Mio. (+ CHF 15.8 Mio.) und einer wesentlich geringeren Zunahme des Nettoumlaufvermögens von CHF 12.7 Mio. (Vorjahr CHF 24.2 Mio.). Der Geldfluss aus Investitionstätigkeit ist mit CHF 121.0 Mio. (Vorjahr CHF 77.1 Mio.) stark negativ, wobei CHF 39.6 Mio. dem Barkaufpreis der Stanzwerk Jessen GmbH entsprechen und CHF 81.4 Mio. (Vorjahr CHF 50.3 Mio.) in Sachanlagen flossen. Insgesamt ergab sich somit ein negativer betrieblicher Geldfluss von CHF 55.0 Mio. (Vorjahr CHF 38.6 Mio.). Feintool konnte im Berichtsjahr die sehr hohen Investitionen nicht aus dem operativen Geschäft finanzieren.

MITARBEITENDE

Die Anzahl der Mitarbeitenden (ohne Lernende) nahm im Geschäftsjahr um 212 auf 2 697 zu. 196 dieser Zunahme arbeiteten im Übernahmezeitpunkt bei der Stanzwerk Jessen GmbH. Zusätzlich befinden sich 82 Jugendliche (Vorjahr 81) in unseren Unternehmen in Ausbildung. Das Segment System Parts beschäftigte 2489 Mitarbeitende, was einer Zunahme von 283 Personen entspricht. Die 196 Mitarbeitenden aus der Akquisition und die organisatorische Verlagerung des Werkzeugbaus in Lyss – Umgliederung aus dem Investitionsgüter zum Teilebereich –, welche 68 Personen betraf, beeinflussten diese Zunahme entscheidend. 19 neue Positionen wurden aufgrund des Umsatzwachstums geschaffen. Das Segment Fineblanking Technology beschäftigte zum Jahresende 174 Mitarbeitende (-65 gegenüber Vorjahr), wobei 68 Personen aus organisatorischen Gründen ins andere Segment wechselten. 34 Mitarbeitende (-6) sind in den nicht direkt operativen Bereichen beschäftigt. Feintool beschäftigte zum Jahresende 2018 in Europa 1692 Mitarbeitende, 63 % entsprechend, 202 mehr als im Vorjahr. Davon hatten 422 (Vorjahr 419) ihren Arbeitsplatz in der Schweiz. In USA sank die Mitarbeiterzahl um 12 auf 608 Personen (oder 22 %) während in Asien die Anzahl um 22 auf 397 (15 %) zunahm.