GESCHÄFTSBERICHT 2017

Anhang zur Konzernrechnung

per 31. Dezember 2017

GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Die Feintool International Holding AG, Industriering 8, 3250 Lyss, ist eine Aktiengesellschaft unter Schweizerischem Recht mit Sitz in Lyss/Schweiz („Gesellschaft“). Die konsolidierte Jahresrechnung für die Periode vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 umfasst die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften („Feintool“). Das Technologieunternehmen Feintool ist weltweit führend in der Entwicklung von Feinschneidanlagen und der Produktion einbaufertiger Feinschneid- und Umformkomponenten besonders für die Automobilindustrie. Mit seinen Kunden pflegt Feintool über den gesamten Prozess des Feinschneidens und Umformens hinweg enge Partnerschaften – vom Komponentendesign und der Werkzeugkonstruktion über den Anlagebau bis hin zur Teilefertigung in Grossserie. Neben dem Feinschneiden setzt die Feintool-Gruppe weitere Schlüsselverfahren wie das spanlose Umformen und die Taumeltechnologie ein und ist damit der weltweit einzige Komplettanbieter für die wirtschaftliche Herstellung komplexer Präzisionskomponenten.

Mit Standorten in Europa, Japan, China und den USA ist die Feintool-Gruppe in den wichtigsten Automobilmärkten der Welt vertreten. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Lyss (CH) beschäftigt 2 485 Mitarbeitende. An seinen Standorten bildet Feintool 81 junge Menschen hauptsächlich zu Polymechanikern, Kon-strukteuren und Kaufleuten aus.

ALLGEMEINES

Die konsolidierte Jahresrechnung des Geschäftsjahres basiert auf den nach einheitlichen Richtlinien erstellten Einzelabschlüssen der Konzerngesellschaften per 31. Dezember 2017.

Die Rechnungslegung des Konzerns erfolgt in Übereinstimmung mit dem schweizerischen Gesetz sowie den International Financial Reporting Standards (IFRS), herausgegeben durch das International Accounting Standards Board (IASB). Die Rechnungslegungsgrundsätze des Kotierungsreglements der Schweizer Börse (SIX) wurden ebenfalls befolgt. Gemäss der Beurteilung des Managements vermittelt die Konzernrechnung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie der Geldflüsse.

Die Konzernrechnung wird zu Fortführungswerten auf Basis historischer Kosten erstellt, mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente (zu Marktwerten bewertet) sowie der Nettoschuld bzw. des Vermögenswerts aus leistungsorientierten Vorsorgeplänen (zum Barwert der definierten Leistungsverpflichtung abzüglich des Marktwerts des Planvermögens bewertet).

Die konsolidierte Jahresrechnung wird in Schweizer Franken (CHF), auf 1 000 gerundet, dargestellt. Sie wird in den Sprachen Deutsch und Englisch erstellt. Massgebend ist die Jahresrechnung in deutscher Sprache.

FINANCIAL COVENANTS

Am 13. Juni 2017 unterzeichnete Feintool mit sechs Banken einen Syndikatskredit in Höhe von CHF 90 Mio. mit einer Erhöhungsoption von zusätzlichen CHF 60 Mio. Dieser Vertrag wurde über 5 Jahre (bis Juni 2022) abgeschlossen und beinhaltet eine Verlängerungsfrist von einem Jahr. Im Syndikatskredit sind sogenannte Covenants definiert. Die wesentlichen Covenants sind:

  • Eigenkapitalquote > 30 %
  • Net Senior Debt / EBITDA < 3.0 x

Am 31. Dezember 2017 war der Syndikatskredit zu CHF 8.2 Mio. benutzt.

Am 15. Juli 2016 fand die Emission eines Schuldscheindarlehens in der Höhe von EUR 65 Mio. statt. Emittent unter Garantie der Feintool International Holding AG ist die in Deutschland ansässige Feintool Holding GmbH. Das Darlehen ist in drei Tranchen mit unterschiedlichen Laufzeiten unterteilt.

  • EUR 25 Mio., Laufzeit von 5 Jahren, fester Zinssatz von 0.90 %;
  • EUR 25 Mio., Laufzeit von 7 Jahren, fester Zinssatz von 1.10 %;
  • EUR 15 Mio., Laufzeit von 10 Jahren, fester Zinssatz von 1.66 %.

Im Darlehensvertrag sind marktübliche Covenants definiert. Der wesentliche einzuhaltende Covenant ist:

  • Eigenkapitalquote > 25 %

Auch Kreditverträge, die mit verschiedenen Banken auf bilateraler Basis abgeschlossen wurden, enthalten marktübliche Covenants. Sollten diese Covenants von der Gruppe oder einzelnen Gesellschaften nicht eingehalten werden, so hätten die Banken das Recht, die Kredite kurzfristig zu künden.

Per 31. Dezember 2017 sind alle Covenants eingehalten. Feintool verfügt über CHF 81.8 Mio. (Vorjahr CHF 25.0 Mio.) nicht benutzte, bestätigte Banklimiten.

WICHTIGE SCHÄTZUNGEN

Die Konzernrechnung beinhaltet Annahmen und Schätzwerte, welche die ausgewiesenen Werte beeinflussen. Sollten sich diese Schätzungen und Annahmen als falsch oder unvollständig erweisen, kann dies erhebliche Auswirkungen auf die ausgewiesenen Werte und somit auf die der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Feintool haben.

Sachanlagevermögen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bilanziert. Feintool überprüft periodisch, ob die seinerzeit gewählte Abschreibungsdauer mit der effektiven Nutzungsdauer respektive mit der Kapazitätsauslastung des Sachanlagegutes übereinstimmt. Werden wesentliche Abweichungen der Nutzungsdauer festgestellt, wird die Abschreibungsdauer entsprechend angepasst. Sofern der zu erwartende Cashflow des Anlagegutes die zukünftigen Abschreibungen nicht mehr deckt, werden Impairment-Abschreibungen vorgenommen.

Immaterielle Werte/Goodwill

Bei Akquisitionen wird der Fair Value von erworbenen immateriellen Werten geschätzt. Der Residualwert (Differenz zwischen Kaufpreis und erworbenen Nettoaktiven) stellt Goodwill dar. Die meisten erworbenen immateriellen Werte haben eine endliche Lebensdauer und werden daher systematisch abgeschrieben. Goodwill hat eine unbestimmte Lebensdauer und wird nicht abgeschrieben, jedoch jährlich auf seine Werthaltigkeit überprüft. Die Aufteilung auf immaterielle Werte und Goodwill zum Zeitpunkt der Akquisition hat daher einen Einfluss auf die Abschreibungen der Folgeperioden.

Beim Impairment-Test des Goodwills werden verschiedene Annahmen getroffen, die mittel- und langfristige (Terminal Value) Schätzungen erfordern. Dies betrifft sowohl interne Plandaten (Cashflow, Wachstumsraten usw.) wie auch externe Parameter (Diskontsatz). Sollten sich diese Schätzungen als nicht korrekt erweisen, könnte dies zu erheblichen Wertveränderungen führen. Weitere Angaben befinden sich in Ziffer 18.2 des Anhangs.

Ertrags- und latente Steuerforderungen

Feintool ist in unterschiedlichen Rechtssystemen steuerpflichtig. Die Rückstellungen für die weltweit anfallenden Ertragssteuern basieren auf Schätzungen. Für viele Transaktionen und Berechnungen im ordentlichen Geschäft ist die Steuerbelastung unsicher. Falls die effektiven Steuerbelastungen von den geschätzten abweichen, wird die entsprechende Anpassung im Geschäftsjahr verbucht, in dem die definitive Einschätzung erfolgt. Das Management ist der Meinung, dass die entsprechenden Schätzungen realistisch und die entsprechenden Rückstellungen angemessen sind. Aktive latente Steuern werden auf temporären Differenzen und auf Verlustvorträgen gebildet, sofern eine Realisierung wahrscheinlich erscheint. Die Werthaltigkeit von aktivierten Steuervorteilen aus Verlustvorträgen basiert somit auf Zukunftsprognosen des entsprechenden Steuersubjekts über eine Zeitdauer von mehreren Jahren. Sollten sich diese Zukunftsprognosen als nicht korrekt erweisen, könnte dies zu erheblichen Wertveränderungen führen. Weitere Angaben befinden sich in Ziffer 10 und 11 des Anhangs.

Forschung und Entwicklung

Feintool bilanziert erworbene und selbst erbrachte Leistungen für Forschung und Entwicklung, wenn die folgenden Punkte kumulativ erfüllt sind:

  • Technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen Wertes, damit dieser direkt oder indirekt zum Verkauf zu Verfügung stehen wird,
  • Absicht der Fertigstellung und damit des direkten oder indirekten Verkaufs,
  • Fähigkeit zum direkten oder indirekten Verkauf,
  • Nachweis des zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens für die Produkte des immateriellen Wertes,
  • Verfügbarkeit adäquater finanzieller, technischer und anderer Ressourcen, um die Entwicklung abzuschliessen,
  • Zuverlässige Bewertbarkeit der Herstellkosten.

All diesen Punkten liegen Annahmen zugrunde. Sollten sich diese Annahmen als falsch oder unvollständig erweisen, kann dies erhebliche Auswirkungen auf die Bewertung des entsprechenden immateriellen Gutes haben. Weitere Angaben befinden sich in Ziffer 18.1 des Anhangs.

Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, wenn a) aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige Verpflichtung entstanden ist, b) der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich ist und c) eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Rückstellungen werden für eine Vielzahl von möglichen Ereignissen gebildet und werden in Ziffer 23 des Anhangs im Detail erläutert. Sie beinhalten jedoch per Definition einen höheren Grad an Schätzungen als andere Bilanzpositionen, da die geschätzten Verpflichtungen je nach Ausgang der Situation zu einem höheren oder tieferen Mittelabfluss führen können.

Personalvorsorge

Feintool hat in drei Ländern Vorsorgeeinrichtungen mit leistungsorientierten Komponenten. Der Status basiert auf teilweise langfristigen versicherungstechnischen Annahmen, die von der Realität abweichen können. Neubewertungen aufgrund sich veränderten Annahmen betreffend Lebenserwartung, eine sich verändernde Situation des Kapitalmarkts sowie sich veränderten Diskontsätzen können wesentliche Beträge erreichen. Diese werden direkt ins Eigenkapital (sonstiges Ergebnis) gebucht. Die Ermittlung der jeweiligen zugrunde liegenden Parameter beinhalten Schätzwerte, die zum Teil einen erheblichen Einfluss auf die Vermögens- und Ertragslage haben können. Weitere Angaben befinden sich in Ziffer 26 des Anhangs.

Verwaltungsrat und Geschäftsführung sind der Meinung, dass die Planungsgrundlagen und Schätzannahmen realistisch sind.

WICHTIGE ÄNDERUNGEN DER BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Feintool wendet grundsätzlich die gleichen Rechnungslegungsgrundsätze wie im Vorjahr an, mit Ausnahme der im Geschäftsjahr in Kraft getretenen neuen oder angepassten Standards und Interpretationen. Feintool führte per 1. Januar 2017 folgende neue Standards und Interpretationen ein:

  • Änderung von IAS 7 – Offenlegungsinitiative
  • Änderung von IAS 12 – Ansatz von aktiven latenten Steuern bei nicht realisierten Verlusten
  • Jährliche Änderungen von IFRS – 2014 bis 2016 Zyklus, IFRS 12

Feintool ist entweder von diesen Änderungen nicht betroffen oder diese Änderungen haben keine oder keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

NEU HERAUSGEGEBENE RECHNUNGSLEGUNGSVORSCHRIFTEN

Am Bilanzstichtag sind verschiedene neue IFRS-Vorschriften publiziert, die aber noch nicht in Kraft getreten sind.

Feintool verzichtet auf die vorzeitige Anwendung nachfolgender Standards, Änderungen von Standards und Interpretationen. Feintool plant, die Neuerungen und Änderungen ab den Geschäftsjahren beginnend am oder nach dem angegebenen Datum anzuwenden:

  • Änderung von IFRS 2 – Klassifizierung und Bewertung von anteilsbasierten Vergütungen (1. Januar 2018)
  • Änderung von IFRS 4 – Anwendung von IFRS 9 Finanzin-strumente mit IFRS 4 Versicherungsverträge (1. Januar 2018)
  • IFRS 9 – Finanzinstrumente (1. Januar 2018)
  • Änderung von IAS 40 – Übertragung von als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien (1. Januar 2018)
  • IFRIC 22 – Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Gegenleistungen (1. Januar 2018)
  • Jährliche Änderungen von IFRS – 2014 bis 2016 Zyklus, IFRS 1, IAS 28 (1. Januar 2018)
  • Änderung von IFRS 9 – Finanzielle Vermögenswerte mit negativer Vorfälligkeitsentschädigung (1. Januar 2019)
  • Änderung von IAS 28 – Langfristige Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures (1. Januar 2019)
  • IFRIC 23 – Bilanzierung von Unsicherheit in Bezug auf Ertragssteuer(1. Januar 2019)
  • Jährliche Änderungen von IFRS – 2015 bis 2017 Zyklus, IFRS 3, IFRS 11, IAS 12, IAS 23 (1. Januar 2019)
  • IFRS 17 – Versicherungsverträge (1. Januar 2021)

Feintool evaluiert die Auswirkungen der geänderten Standards und Interpretationen. Nach ersten Erkenntnissen erwartet Feintool keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

  • IFRS 15 – Umsätze aus Verträgen mit Kunden und damit zusammenhängende Klarstellung von IFRS 15 Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden (1. Januar 2018)

Die Auswirkungen dieses Standards wurden weitgehend analysiert. Feintool geht heute davon aus, dass der neue Standard insgesamt nur geringe Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben wird. Einzelne – relativ selten auftretende – Geschäftsvorfälle dürften allerdings eine erhöhte Volatilität der Geschäftsergebnisse verursachen. Weder in der Berichtsperiode noch im Geschäftsjahr 2016 sind solche Geschäftsvorfälle aufgetreten.

  • IFRS 16 – Leasing (1. Januar 2019)

Feintool geht davon aus, dass dieser neue Standard erhebliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben wird. Insbesondere führt der neue Standard zu einer Erhöhung des Fremdkapitals und einem in etwa gleichen Ansatz von Leasinggegenständen. Zurzeit wird die neue Vorschrift analysiert und Vorbereitungen zu deren Einführung getroffen. Zum heutigen Zeitpunkt wird eine um rund 2 % höhere Bilanzsumme, ein um rund 4 bis 6 % höherer EBITDA sowie ein um rund 0.5 bis 1 % höherer EBIT erwartet. Durchschnittlich ergeben sich keine Auswirkungen auf das Konzernergebnis. Abhängig von der Altersstruktur der Miet- und operativen Leasingverträgen können sich geringfügige Verschiebungen ergeben.

KONSOLIDIERUNGSKREIS

Die konsolidierte Jahresrechnung umfasst grundsätzlich den Jahresabschluss der Feintool International Holding AG, Lyss (Schweiz) sowie die Jahresabschlüsse aller Konzerngesellschaften, bei denen die Feintool International Holding AG direkt oder indirekt mehr als 50 % der Stimmrechte hält oder die auf eine andere Art und Weise beherrscht werden. Eine Liste aller Beteiligungen findet sich auf Seite 87.

Am 12. Oktober 2017 wurde die Columba GmbH, Amberg mit der Vireo GmbH, Jena fusioniert.

Am 10. Mai 2017 wurde die am 21. März 2016 in Liquidation gesetzte Firma Feintool Intellectual Property AG, Lyss im Handelsregister gelöscht.

Am 13. April 2017 übernahm die Feintool International Holding AG, Lyss, zu 100 % die Firma Schuler (Tianjin) Metal Forming Technology Center Co., Ltd. Die Gesellschaft wurde anschliessend in Feintool Automotive System Parts (Tianjin) Co., Ltd. umbenannt.

Am 12. Oktober 2016 gründete die Feintool International Holding AG, Lyss die Tochtergesellschaft Feintool System Parts Most s.r.o. in Tschechien. Sie ist dem Segment Feintool System Parts unterstellt und hat die Herstellung und den Vertrieb von Feinschneid- und Umformteilen zum Zweck.

Rückwirkend per 1. Januar 2016 wurde die HL Immobilien AG, Lyss mit der Feintool System Parts Lyss AG fusioniert.

KONSOLIDIERUNGSMETHODE

Alle beherrschten Gesellschaften werden nach der Methode der Vollkonsolidierung in die Konzernrechnung einbezogen. Aktiven und Passiven sowie Aufwand und Ertrag werden bei den voll konsolidierten Gesellschaften somit zu 100 % erfasst. Der Anteil der Minderheiten am Nettovermögen und am Geschäftsergebnis wird in der Konzernbilanz und der Gesamtergebnisrechnung gesondert ausgewiesen. Verbindlichkeiten, Guthaben, Aufwendungen und Erträge zwischen den konsolidierten Gesellschaften werden gegeneinander verrechnet. Unrealisierte Zwischengewinne auf Vorräten oder Anlagevermögen werden im Rahmen der Konsolidierung ergebniswirksam eliminiert.

AKQUISITIONEN UND GOODWILL

Neu erworbene Konzerngesellschaften werden gemäss der „acquisition method“ integriert. Die Konsolidierung der Bilanz und der Erfolgsrechnung erfolgt zum Zeitpunkt der Kontrollübernahme. Die Differenz zwischen dem Nettoverkehrswert der identifizierbaren Aktiven, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten der übernommenen Gesellschaft und dem Kaufpreis wird als Goodwill verbucht. Akquisitionskosten werden sofort der Gesamtergebnisrechnung belastet. Nach der Erstbewertung wird der Goodwill zu den Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Wertminderungen bilanziert. Die Werthaltigkeit des Goodwills wird jährlich überprüft, indem der erzielbare Betrag (Marktwert abzüglich Veräusserungskosten oder höherer Nutzungswert) der entsprechenden „cash generating units“ respektive „group of cash generating units“ berechnet wird. Ist der erzielbare Betrag kleiner als der Buchwert, wird eine Wertminderung („Impairment“) erfolgswirksam erfasst.

Entscheide werden oft auf Stufe Business Unit gefällt. Der Verkauf ist innerhalb der Business Unit zentralisiert, die Aufträge werden anhand spezifischer Fähigkeiten einzelner Werke (Maschinenpark, Erfahrung der Mitarbeitenden) auf diese verteilt. Dadurch werden die Zahlungsströme für die Business Unit optimiert, diejenigen der einzelnen Produktionsstandorte aber willkürlich verändert. Aus diesem Grunde führt Feintool die Impairment-Überlegungen auf Stufe Business Unit durch.

Beim Verkauf von oder beim Verlust der Kontrolle über Konzerngesellschaften wird die Differenz zwischen dem Verkaufspreis und den abgegebenen Nettoaktiven (inklusive Goodwill) unter Berücksichtigung von kumulierten Fremdwährungserfolgen erfolgswirksam erfasst und im „übrigen Betriebsertrag“ respektive „übrigen Betriebsaufwand“ erfasst. Die Dekonsolidierung erfolgt auf den Stichtag des Kontrollverlustes über die Gesellschaft.

FREMDWÄHRUNGSUMRECHNUNG

Die funktionale Währung der konsolidierten Gesellschaften entspricht der im lokalen Wirtschaftsraum üblichen Währung. Transaktionen in fremder Währung werden zum jeweiligen Tageskurs erfasst. Monetäre Aktiven und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden per Bilanzstichtag zum Stichtagskurs in die funktionale Währung umgerechnet. Die resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden grundsätzlich im Finanzergebnis erfasst. Nicht monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu historischen Kosten werden mit dem Fremdwährungskurs zum Zeitpunkt der Transaktion umgerechnet.

Im Rahmen der Konsolidierung werden die Bilanzwerte von ausländischen Gesellschaften zu Jahresendkursen, das Eigenkapital zu historischen Kursen und die Werte der Erfolgsrechnung respektive der Geldflussrechnung zu Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Aus der unterschiedlichen Umrechnung von Bilanzen und Erfolgsrechnungen entstehende Umrechnungsdifferenzen werden direkt im sonstigen Ergebnis erfasst und im Eigenkapital ausgewiesen. Beim Verkauf oder bei der Liquidation einer Gruppengesellschaft oder bei Verlust der Kontrolle über die Gesellschaft werden die entsprechenden kumulierten Umrechnungsdifferenzen über das Konzernergebnis als Teil des Verkaufserfolges ausgebucht.

Fremdwährungserfolge auf bestimmten eigenkapitalähnlichen Darlehen, die einen Bestandteil der Nettoinvestition in eine Gesellschaft bilden, werden direkt in der Gesamtergebnisrechnung (sonstiges Ergebnis) verbucht, sofern eine Rückzahlung dieser Darlehen in der nahen Zukunft nicht möglich oder nicht beabsichtigt ist.

Die Feintool-Gruppe hat in den Geschäftsjahren folgende Umrechnungskurse verwendet:

2017 2016
Jahresendkurs Durchschnittskurs Jahresendkurs Durchschnittskurs
Euro-Raum EUR 1 1.1702 1.1162 1.0739 1.0905
USA USD 1 0.9757 0.9813 1.0188 0.9882
Tschechien CZK 100 4.5827 4.2536 3.9743 4.0328
China CNY 100 14.9669 14.5691 14.6226 14.7479
Japan JPY 100 0.8668 0.8757 0.8703 0.8928

FINANZIELLE AKTIVEN UND VERBINDLICHKEITEN

Es werden folgende Kategorien von Finanzaktiven und Finanzverbindlichkeiten unterschieden:

  • Finanzielle Aktiven und Verbindlichkeiten zu Handelszwecken („financial assets or financial liabilities at fair value through profit or loss“): Dabei handelt es sich um Finanzinstrumente, die mit der Absicht der aktiven Bewirtschaftung erworben werden. Alle Derivate werden dieser Kategorie zugewiesen. Diese Aktiven werden zum Marktwert bilanziert und sämtliche Wertschwankungen werden im Finanzergebnis dargestellt. Die Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente werden von den Banken berechnet.
  • Forderungen und Darlehen („loans and receivables“): Diese beinhalten insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie an Dritte gewährte Darlehen. Die Bewertung erfolgt zu Nominalwerten respektive zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der „effective interest rate method“.
  • Zur Veräusserung verfügbare finanzielle Vermögenswerte („financial assets available-for-sale“): Finanzinstrumente dieser Kategorie werden als Finanzanlagen zum Marktwert bilanziert, wobei Wertschwankungen unter Berücksichtigung von allfälligen latenten Steuern direkt im sonstigen Ergebnis erfasst werden. Eine Umbuchung in das Konzernergebnis erfolgt erst bei der Veräusserung des Finanzinstruments oder falls eine Wertminderung vorliegt.

Die erstmalige Bewertung der finanziellen Vermögenswerte erfolgt zu den Anschaffungskosten inklusive Transaktionskosten mit Ausnahme von Finanzaktiven „at fair value through profit or loss“, die ohne Transaktionskosten aktiviert werden. Alle Käufe und Verkäufe werden am Handelstag verbucht.

Unter die finanziellen Verbindlichkeiten fallen im Wesentlichen Finanzschulden sowie die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Verbindlichkeiten aus Handelsaktivitäten „at fair value through profit or loss“ (Derivate) sind zu Marktwerten bilanziert. Die Bewertung der langfristigen Finanzverbindlichkeiten erfolgt nach der „effective interest rate method“. Im Zinsaufwand sind somit neben den effektiven Zinszahlungen auch die Beträge der jährlichen Aufzinsung und Pro-rata-Transaktionskosten enthalten.

Finanzielle Aktiven werden dann ausgebucht, wenn Feintool die Kontrolle über diese abgegeben hat, das heisst, wenn die damit zusammenhängenden Rechte verkauft wurden oder verfallen sind. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn diese getilgt sind.

Feintool wendet zurzeit kein Hedge Accounting an.

BILANZ

Flüssige Mittel

Die flüssigen Mittel enthalten Kassenbestände, Postcheck- und Bankguthaben sowie Festgelder mit einer Laufzeit von maximal 90 Tagen.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen/übrige Forderungen

Diese Position enthält Forderungen aus der ordentlichen Geschäftstätigkeit. Das Delkredere auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde aufgrund des effektiven Verlustrisikos berechnet und erfasst. Es beinhaltet einerseits Einzelwertberichtigungen für gefährdete Forderungen sowie eine pauschale Wertberichtigung für das erwartete Ausfall-risiko. Die übrigen Forderungen werden zum Nominalwert abzüglich notwendiger Wertberichtigungen bilanziert.

Vorräte

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie zugekaufte Waren werden zu gewichteten durchschnittlichen Anschaffungskosten ausgewiesen. Halb- und Fertigfabrikate werden zu Herstellungskosten inklusive entsprechender Produktionsgemeinkosten, höchstens jedoch zu den netto realisierbaren Werten bilanziert. Artikel mit einer überhöhten Reichweite oder veraltete Gegenstände werden wertberichtigt.

Nettoguthaben aus Fertigungsaufträgen/Waren in Arbeit

In dieser Position sind sämtliche Fertigungsaufträge sowie Waren in Arbeit abzüglich erhaltener Anzahlungen und notwendiger Rückstellungen bei erkennbaren Verlusten ausgewiesen. Fertigungsaufträge werden nach der sogenannten „percentage of completion method“ (POC) erfasst, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Der Vertragswert ist höher als CHF 500 000 respektive gleicher Wert in fremder Währung.
  • Der Erlös aus dem Vertrag kann verlässlich berechnet werden.
  • Es ist wahrscheinlich, dass der wirtschaftliche Vorteil, verbunden mit dem Fertigungsauftrag der Gesellschaft zufliessen wird.
  • Vertragskosten sowie der Fertigungsgrad des Fertigungsauftrages können verlässlich bestimmt werden.

Werden diese Bedingungen nicht erfüllt, so erfolgt die Ertragserfassung bei Übergang von Nutzen und Gefahr. Wird erwartet, dass die Kosten aus einem Fertigungsauftrag die vertraglich vereinbarten Erlöse überschreiten, so wird der erwartete Gesamtverlust aus dem Auftrag unverzüglich und vollumfänglich der Gesamtergebnisrechnung belastet.

Der Fertigstellungsgrad der Fertigungsaufträge ergibt sich aus dem Verhältnis der angefallenen Auftragskosten zu den insgesamt geschätzten Auftragskosten („Cost-to-Cost“-Methode) oder richtet sich anteilig nach der verbrauchten Zeit („efford expended“-Methode), sofern von einem linearen Projektfortschritt ausgegangen werden kann.

Die Waren in Arbeit werden zu Herstellkosten bilanziert.

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bilanziert. Als Anschaffungskosten gelten dabei alle Kosten, um das Anlagegut in den vorgesehenen funktionsfähigen Zustand zu bringen. Fremdkapitalzinsen sind Bestandteil der Anschaffungskosten, sofern diese dem Anlagegut zugeordnet werden können. Spätere Unterhaltskosten werden dann aktiviert, wenn dadurch entweder die Betriebsdauer verlängert oder die Produktionskapazität gesteigert wird. Nicht wertvermehrende Unterhaltsarbeiten und Reparaturen werden erfolgswirksam erfasst. Komponenten einer Sachanlage mit unterschiedlichen Nutzungsdauern werden einzeln erfasst und abgeschrieben. Abschreibungen werden linear über die geschätzte Lebensdauer verbucht. Grundstücke werden grundsätzlich nicht abgeschrieben. Allfällige Wertminderungen im Sinne von Impairments (siehe gesonderten Abschnitt) werden dann erfasst, wenn der Buchwert nicht mehr werthaltig erscheint. Diese Wertminderungen werden gesondert ausgewiesen.

In der Regel gelten die folgenden Abschreibungsdauern:

Gebäude: 20 bis 40 Jahre

Maschinen und Einrichtungen: 5 bis 15 Jahre

Fahrzeuge: 3 bis 5 Jahre

IT Hardware: 2 bis 5 Jahre

Aktivierte Kosten in gemieteten Räumlichkeiten, die fest mit diesen Räumlichkeiten verbunden sind, werden maximal über die vertraglich vereinbarte Mietdauer abgeschrieben.

Zuwendungen der öffentlichen Hand (erhaltene Fördermittel) für Vermögenswerte (meist Sachanlagen) werden von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten des betreffenden Vermögenswertes in Abzug gebracht. Da die Fördermittel in der Regel an bestimmte Bedingungen geknüpft sind, deren Verletzung die Rückzahlung zur Folge hätte, werden die erhaltenen Fördermittel zudem als Eventualverbindlichkeiten offengelegt.

Immaterielle Anlagen

Als immaterielle Anlagen gelten insbesondere Goodwill, bei Akquisitionen erworbener Kundennutzen, Patente, Software, Landnutzungsrechte sowie Entwicklungskosten. Letztere werden aktiviert, wenn die technische und marktmässige Realisierbarkeit als gegeben erscheint, die Kosten zuverlässig bestimmbar sind sowie aufgrund der Absatzmärkte die Kosten als realisierbar betrachtet werden. Die immateriellen Werte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und über die erwartete Nutzungsdauer linear amortisiert. Etwaige Wertminderungen im Sinne von Impairments werden dann erfasst, wenn der Buchwert nicht mehr werthaltig erscheint. Diese Wertminderungen werden gesondert ausgewiesen.

Die immateriellen Werte (mit Ausnahme von Goodwill) haben eine begrenzte Lebensdauer und werden wie folgt amortisiert:

Patente und Marken: max. 10 Jahre

Aktivierte Entwicklungskosten: 3 bis 5 Jahre, max. 10 Jahre

Software: 2 bis 5 Jahre

Bei Akquisition erwarteter Kundennutzen: max. 10 Jahre

Wertminderungen (Impairment)

Die Werthaltigkeit von Anlagevermögen (Sachanlagen, immaterielle Anlagen) wird überprüft, wenn aufgrund von Ereignissen oder veränderten Umständen eine Überbewertung möglich erscheint. Die Werthaltigkeit des Goodwills wird mindestens jährlich überprüft. Übersteigt dabei der Buchwert den sogenannten erzielbaren Betrag (Marktwert abzüglich Veräusserungskosten oder höherer Nutzungswert), erfolgt eine sofortige Wertminderung des Buchwertes auf den netto realisierbaren Wert. Bei der Berechnung des Nutzungswertes werden die zukünftigen Geldflüsse mit einem Vorsteuer-Diskontsatz abgezinst. Dieser Diskontsatz reflektiert die aktuellen Markteinschätzungen und die Risiken der entsprechenden Aktiven.

Leasingverträge (Finanzierungsleasing)

Finanzierungs-Leasingverträge, die den Besitzer hinsichtlich Nutzen und Gefahr einem Eigentümer gleichsetzen, werden wie normale Käufe von Sachanlagen oder immateriellen Werten bilanziert. Das Aktivum sowie die entsprechende Leasingschuld werden dabei zu Verkehrswerten oder zum tieferen Netto-Barwert der geschuldeten Leasingraten bilanziert. Die Abschreibung des Leasingguts erfolgt über die Nutzungs- oder die kürzere Vertragsdauer, sofern es nicht als gesichert erscheint, dass das Leasinggut bei Vertragsende auf den Leasingnehmer übergeht. Operating-Leasing wird nicht bilanziert, aber im Anhang offengelegt. Die Leasingraten werden in der Gesamtergebnisrechnung erfasst, wobei etwaigen ausserordentlichen Elementen (z. B. Incentives zu Beginn der Vertragsdauer) entsprechend Rechnung getragen wird.

Finanzanlagen

Die Finanzanlagen enthalten an Dritte gewährte Darlehen sowie Kautionen. Finanzanlagen werden je nach Charakter (siehe Abschnitt „Finanzielle Aktiven und Verbindlichkeiten“) zum Marktwert bzw. zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der „effective interest rate method“ verbucht. Erfolge aus diesen Finanzanlagen werden im Finanzergebnis verbucht.

Kurzfristiges Fremdkapital

Es handelt sich um Fremdkapital mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Es umfasst auch den Teil der langfristigen Verbindlichkeiten, der innerhalb eines Jahres zur Tilgung fällig wird.

Passive Rechnungsabgrenzung

In den passiven Rechnungsabgrenzungen werden einerseits Aufwendungen der Jahresabschlussperiode verbucht, für die noch keine Belege vorhanden sind. Anderseits werden hier auch im Voraus erhaltene Erträge der Jahresabschlussperiode verbucht, für die noch Leistungen erbracht werden müssen. Insbesondere im Segment Feintool Fineblanking Technology kommt es vor, dass den Kunden Feinschneidpressen in Rechnung gestellt werden, aber noch nicht alle Lieferantenrechnungen eingetroffen oder alle vertraglich geregelten Arbeiten für die Presse erfolgten.

Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, wenn a) aus einem Ereignis der Vergangenheit eine gegenwärtige Verpflichtung entstanden ist, b) der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung dieser Verpflichtung wahrscheinlich ist und c) eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Es erfolgen keine Rückstellungen für künftige operative Verluste. Rückstellungen für Restrukturierungen werden zu dem Zeitpunkt gebildet, zu dem sich die Konzerngesellschaft zur Durchführung faktisch verpflichtet, indem sie den Plan den betroffenen Personen offenlegt und sofern die Kosten aufgrund eines Detailplans zuverlässig bestimmt werden können. Die Verbuchung der Auflösung von nicht mehr benötigten Rückstellungen erfolgt zu dem Zeitpunkt, zu dem der Sachverhalt, für den die Rückstellung erfasst worden ist, entweder nicht mehr existiert oder mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht mehr eintreten wird.

Latente Steuern

Latente Steuern werden unter Anwendung der „balance-sheet-liability-method“ berücksichtigt. Entsprechend dieser Methodik werden die ertragssteuerlichen Auswirkungen von temporären Differenzen zwischen den konzerninternen und den steuerlichen Bilanzwerten als langfristiges Fremdkapital bzw. Anlagevermögen erfasst. Massgebend sind die tatsächlichen oder die zu erwartenden lokalen Steuersätze. Passive latente Steuern werden auf allen steuerbaren temporären Differenzen berechnet. Latente Steuerforderungen, einschliesslich solcher auf steuerlich verwendbaren Verlustvorträgen sowie auf zu erwartenden Steuergutschriften werden nur dann berücksichtigt, wenn es wahrscheinlich ist, dass zukünftige Gewinne verfügbar sind, die die Realisierung von Verlustvorträgen und Steuergutschriften ermöglichen.

Die Veränderung der latenten Steuern wird erfolgswirksam erfasst, mit der Ausnahme der latenten Steuern auf direkt im sonstigen Ergebnis erfassten Sachverhalten, die ebenfalls im sonstigen Ergebnis erfasst werden.

Aktienbezogene Vergütungen

Aktien werden als Bestandteil des Bonus im Umfang eines vertraglich vordefinierten Betrags der Gruppenleitung abgegeben. Einzelne Mitglieder des Verwaltungsrats erhalten eine vertraglich vordefinierte Anzahl Aktien als Bonus zugeteilt.

Personalvorsorge

Der Konzern hat verschiedene Vorsorgesysteme für die Mitarbeitenden, die sich je nach Umfeld der jeweiligen Gesellschaft unterscheiden. Die Finanzierung der Vorsorgesysteme erfolgt durch Beiträge des Arbeitgebers und/oder der Arbeitnehmenden an staatliche Vorsorgepläne, an rechtlich selbstständige Vorsorgesysteme (Stiftungen, Versicherungen) oder durch Bildung einer entsprechenden Rückstellung in der Bilanz der Gesellschaft.

Bei beitragsorientierten Plänen entspricht der periodengerecht abgegrenzte Aufwand den vereinbarten Beiträgen der Konzerngesellschaften. Bei leistungsorientierten Plänen werden die Kosten durch aktuarische Gutachten von unabhängigen Experten gemäss der „projected unit credit method“ berechnet. Die Berechnungen werden periodisch aktualisiert. Im Falle von separaten Vorsorgeeinrichtungen handelt es sich um sogenannte „funded plans“, im Falle von vereinbarten Zusagen der Konzerngesellschaften selbst um „unfunded plans“. Die bilanzierte Verpflichtung ergibt sich aus der durch den Aktuar bestimmten „defined benefit obligation“, gekürzt um etwaige, zum Marktwert erfasste Aktiven.

Der in der Gesamtergebnisrechnung verbuchte Aufwand entspricht den versicherungsmathematisch ermittelten Kosten, abzüglich der Beiträge der Arbeitnehmenden. Dieser setzt sich zusammen aus:

  • Dienstzeitaufwand der laufenden Periode
  • Zinsen auf Nettoschuld aus leistungsorientierten Vorsorgeverpflichtungen
  • Neubewertungen aus leistungsorientierten Vorsorgeverpflichtungen

Der laufende Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand erfasst. Ebenfalls im Personalaufwand erfasst werden die Auswirkungen aus Veränderungen der Leistungen aus Vorsorgeplänen aufgrund Planänderungen. Die Zinsen auf der Nettoschuld aus leistungsorientierten Vorsorgeplänen werden im Finanzaufwand erfasst. Der Aufwand resp. der Ertrag aus Neubewertungen werden im sonstigen Ergebnis der Gesamtergebnisrechnung erfasst.

Andere langfristige Zusagen an die Mitarbeitenden wie Dienstjubiläen oder „sabbatical leave programs“ werden nach der gleichen Methodik erfasst mit der Ausnahme, dass versicherungstechnischen Veränderungen im Personalaufwand erfasst werden.

Eigenkapital

Das Eigenkapital stellt den sogenannten Residualwert (Aktiven abzüglich Fremdkapital) dar. Die Kapitalreserven ergeben sich aus Agiozahlungen der Aktionäre, aus Transaktionen mit eigenen Aktien, aus Mitarbeiteroptionen und dem Marktwert des Wandelrechts bei der seinerzeitigen Ausgabe von Wandelanleihen. Die Gewinnreserven beinhalten thesaurierte Erfolge des Konzerns sowie die Neubewertung der Nettoschuld (Vermögenswert) aus leistungsorientierten Vorsorgeplänen. Vom Eigenkapital werden erworbene eigene Aktien zu den Anschaffungskosten in Abzug gebracht. Übrige Zahlungen aus Eigenkapitalinstrumenten (Derivate, denen die Eigenschaft von Eigenkapital zukommt) werden ebenfalls direkt im Eigenkapital verbucht.

UMSATZ- UND GEWINNREALISIERUNG

Nettoumsatz

Der Nettoumsatz aus Warenverkäufen und Dienstleistungen entspricht dem Umsatz nach Steuern, Gutschriften und Rabatten. Die Umsatzverbuchung erfolgt, mit Ausnahme derjenigen Fertigungsaufträge, die nach der „percentage of completion method“ (POC) abgerechnet werden (vgl. Abschnitt Nettoguthaben aus Fertigungsaufträgen/Waren in Arbeit auf Seite 41 dieses Berichts), bei Übergang von Nutzen und Gefahr.

Die Warenverkäufe bestehen aus den Verkäufen von Maschinen inkl. Peripherie, Werkzeugen, Feinschneid- und Umformteilen sowie Ersatzteilen. Als Dienstleistungserträge werden Erträge aus Serviceleistungen an Maschinen und Anlagen erfasst.

Übriger Betriebsertrag/-aufwand

Der übrige Betriebsertrag enthält Gewinne aus dem Verkauf von Sachanlagen und Beteiligungen sowie diverse kleinere Erträge wie Einnahmen aus Personalrestaurants, an Dritte verrechnete IT-Leistungen und Mieterträge aus Liegenschaften.

Der übrige Betriebsaufwand enthält die operativen Betriebskosten mit Ausnahme des Material- und Personalaufwandes sowie den Abschreibungen.

Gewinne/Verluste aus dem Verkauf von Sachanlagen werden zum Zeitpunkt des Eigentumsübertrages und der damit verbundenen Übertragung von Nutzen und Gefahr erfasst.

Forschung und Entwicklung

Auftragsbezogene, vergütete Entwicklungskosten werden in den Waren in Arbeit aktiviert. Forschungs- und Entwicklungskosten werden im Jahr der Aufwendung der Gesamtergebnisrechnung voll belastet, sofern diese nicht aktiviert werden. Entwicklungskosten für neue Produkte werden nur dann aktiviert, wenn die technische und marktmässige Realisierbarkeit als gegeben erscheint, die Kosten zuverlässig bestimmbar sind und es wahrscheinlich ist, dass der Feintool der erwartete künftige wirtschaftliche Nutzen aus dem Vermögenswert zufliessen wird.

Zinsen

Zinsen werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst. Noch nicht erhaltene oder bezahlte Zinsen werden per Bilanzstichtag in den aktiven oder passiven Rechnungsabgrenzungen erfasst. Der Ausweis von Zinsen erfolgt in der Gesamtergebnisrechnung im Finanzergebnis.

1 Segmentinformationen

1.1 Produkte und Dienstleistungen 2017 in CHF 1 000 Fineblanking Technology System Parts Total Segmente Finanzen/ Übrige Elimina- tionen Total Gruppe
Nettoumsatz 91 419 547 420 638 839 -26 506 612 333
- Ertrag mit anderen Segmenten -26 498 -8 -26 506 26 506
Total Nettoumsatz Gruppe 64 921 547 412 612 333 612 333
Bruttomarge 1) 35 013 215 486 250 499 -4 879 245 620
EBITDA 5 660 88 276 93 936 -7 418 -3 277 83 241
Abschreibungen und Amortisationen -1 682 -35 629 -37 311 -1 561 1 935 -36 937
Betriebsergebnis (EBIT) 3 978 52 647 56 625 -8 979 -1 342 46 304
Finanzaufwand -14 528
Finanzertrag 8 326
Gewinnsteuern -12 359
Konzernergebnis zurechenbar Feintool Holding Aktionäre 27 743
Aktiven 75 643 517 292 592 935 204 816 -200 371 597 380
Nettoumlaufvermögen 2) 408 92 330 92 738 26 608 -41 265 78 081
Investitionen in Sach- und immaterielle Anlagen (inkl. Leasing) 1 943 57 768 59 711 2 591 -2 239 60 063
Personalbestand 239 2 206 2 445 40 2 485
1.2 Geografische Regionen 2017 Schweiz Europa ohne Schweiz Amerika Asien Total
Nettoumsatz Gruppe 3) 5 321 329 348 171 827 105 837 612 333
davon Deutschland 229 663
davon USA 121 928
davon Japan 39 842
davon China 54 127
Sach- und immaterielle Anlagen 46 349 135 192 81 572 60 599 323 711

Die nachfolgenden Erläuterungen gelten für die Geschäftsjahre 2017 und 2016.

1) Die Bruttomarge errechnet sich aus dem Nettoumsatz, abzüglich Materialkosten, Veränderung Halb- und Fertigfabrikate, Waren in Arbeit und direkten Personalkosten.

2) Das Nettoumlaufvermögen setzt sich zusammen aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, den Warenvorräten, dem Nettoguthaben aus Fertigungsaufträgen/Waren in Arbeit sowie aktiven Rechnungsabgrenzungsposten abzüglich der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Kundenanzahlungen sowie passiven Rechnungsabgrenzungsposten. Bei Finanzen/Übrige werden ab dem Geschäftsjahr 2017 auch die übrigen Forderungen und Verbindlichkeiten in die Berechnung miteinbezogen. Die Berechnung vom Vorjahr wurde entsprechend angepasst.

3) Der Nettoumsatz ist aufgrund des Domizils des Kunden auf die Länder zugeteilt.

4) Im Geschäftsjahr 2016 wurde in der Schweizer Pensionskasse eine Reglementsänderung beschlossen, welche gemäss IAS 19 einen positiven Einmaleffekt von TCHF 7 083 auf die Gesamtergebnisrechnung hatte. Es wird ausserdem auf Ziffer 5 des Anhangs verwiesen.

1.3 Produkte und Dienstleistungen 2016 in CHF 1 000 Fineblanking Technology System Parts Total Segmente Finanzen/ Übrige Elimina- tionen Total Gruppe
Nettoumsatz 92 718 479 298 572 016 -19 779 552 237
- Ertrag mit anderen Segmenten -19 766 -13 -19 779 19 779
Total Nettoumsatz Gruppe 72 952 479 285 552 237 552 237
Bruttomarge vor Effekt Planänderung 1) 36 881 190 462 227 343 -4 802 222 541
Effekt Planänderung im Geschäftsjahr 4) 1 940 1 264 3 204 3 204
Bruttomarge nach Effekt Planänderung 1) 38 821 191 726 230 547 -4 802 225 745
EBITDA vor Effekt Planänderung 7 105 75 895 83 000 -4 929 -2 086 75 985
Effekt Planänderung im Geschäftsjahr 4) 3 880 2 528 6 408 675 7 083
EBITDA nach Effekt Planänderung 10 985 78 423 89 408 -4 254 -2 086 83 068
Abschreibungen und Amortisationen -2 790 -31 538 -34 328 -1 990 1 672 -34 646
Betriebsergebnis (EBIT) vor Effekt Planänderung 4 315 44 357 48 672 -6 919 -414 41 339
Effekt Planänderung im Geschäftsjahr 4) 3 880 2 528 6 408 675 7 083
Betriebsergebnis (EBIT) nach Effekt Planänderung 8 195 46 885 55 080 -6 244 -414 48 422
Finanzaufwand -11 716
Finanzertrag 8 527
Gewinnsteuern -13 171
Konzernergebnis zurechenbar Feintool Holding Aktionäre 32 062
Aktiven 68 108 383 285 451 393 215 299 -135 952 530 740
Nettoumlaufvermögen 2) 13 207 60 993 74 200 17 509 -31 067 60 642
Investitionen in Sach- und immaterielle Anlagen (inkl. Leasing) 2 872 71 680 74 552 2 540 -2 238 74 854
Personalbestand 242 1 962 2 204 35 2 239
1.4 Geografische Regionen 2016 Schweiz Europa ohne Schweiz Amerika Asien Total
Nettoumsatz Gruppe 3) 11 130 276 476 168 751 95 880 552 237
davon Deutschland 203 741
davon USA 116 951
davon Japan 41 291
davon China 35 298
Sach- und immaterielle Anlagen 39 604 106 417 85 511 24 326 255 858

Die nachfolgenden Erläuterungen gelten für die Geschäftsjahre 2017 und 2016.

Das Segment Fineblanking Technology beinhaltet die Entwicklung, Herstellung und den Verkauf von Pressen, Werkzeugen, Peripheriesystemen und alle damit zusammen­hängenden Dienstleistungen.

Das Segment System Parts entwickelt, produziert und verkauft hochpräzise Systemkomponenten und Baugruppen unter Nutzung der Feinschneid- und Umformtechnologie.

Finanzen/Übrige beinhalten im Wesentlichen die Zahlen der Feintool International Holding AG, der deutschen Subholding Feintool Holding GmbH sowie der sich in der Subholding HL Holding AG befindenden Immobiliengesellschaft.

Das Betriebsergebnis beinhaltet alle operativen Erträge und Aufwendungen, die in den entsprechenden Segmenten direkt anfallen. Darin enthalten sind segmentübergreifend anfallende Aufwendungen, die direkt „at arm’s length“ verrechnet werden. Die Finanzierung von Feintool erfolgt auf Gruppenebene. Daher werden Finanzaufwand und Finanz­ertrag, Finanzverbindlichkeiten sowie Steuern lediglich auf Gruppenebene ausgewiesen und erscheinen somit nicht in den Segmentreportings. Feintool erzielt mit einem Kunden17.4 % (Vorjahr 17.1 %) des Gruppenumsatzes. Der Ertrag fällt in allen Segmenten an.

Eine Überleitung von den Zahlen aus dem Management Reporting zum Financial Reporting entfällt, da die interne und externe Berichterstattung den gleichen Bewertungsgrundsätzen unterliegen.

2 erwerb von beteiligungen

Per 13. April 2017 übernahm Feintool International Holding AG, Lyss, die chinesische Firma Schuler (Tianjin) Metal Forming Technology Center Co., Ltd., Tianjin zu 100%. Die Gesellschaft wurde anschliessend in Feintool Automotive System Parts (Tianjin) Co., Ltd. umbenannt.

Mit dem Kauf des chinesischen Umformwerks kann Feintool anspruchsvolle Umformanwendungen nun in allen wichtigen Automobilmärkten anbieten und so ihre Marktstellung weiter ausbauen. Der Umformbetrieb wurde 2014 in Tianjin gegründet, beschäftigte bei der Übernahme 52 Mitarbeitende und verfügt über eine moderne Infrastruktur, die nun weiter ausgebaut wird.

In den ersten neun Monaten unter der Feintool-Gruppe erwirtschaftete die Feintool Automotive System Parts (Tianjin) Co., Ltd. einen Umsatz von CHF 11.6 Mio. und ein operatives Ergebnis (EBIT) von CHF -2.0 Mio. Hätte die Akquisition per 1. Januar 2017 stattgefunden, so hätte sich der konsolidierte Umsatz der Feintool-Gruppe auf CHF 613.3 Mio. und das operative Ergebnis (EBIT) auf CHF 46.1 Mio. belaufen. Da Schuler (Tianjin) Metal Forming Technology Center Co., Ltd. bis zum Übernahmezeitpunkt nicht nach IFRS bilanzierte, handelt es sich bei diesen Angaben um Schätzungen.

Die Purchase Price Allocation ist noch nicht definitiv.

2.1 Erbrachte Gegenwerte für die akquirierten Beteiligungen in CHF 1 000
Flüssige Mittel 27 243
Total erbrachte Gegenwerte 27 243
2.2 Identifizierbare Aktiven und Passiven in CHF 1 000
Flüssige Mittel 2 520
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen/übrige Forderungen 3 190
Vorräte 2 629
Waren in Arbeit 5 534
Sachanlagen 15 459
Immaterielle Anlagen 1) 11 179
Finanzielle Verbindlichkeiten -12 727
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen/übrige Verbindlichkeiten -6 029
Rückstellungen -4 046
Latente Steuerverbindlichkeiten -2 333
Netto identifizierbare Aktiven 15 377

1) In den immateriellen Anlagen ist hauptsächlich der Wert für bestehende Kundenaufträge und -beziehungen, sowie Nutzungsrechte für das Land enthalten.

2.3 Goodwill zum Erwerbszeitpunkt in CHF 1 000
Total erbrachte Gegenwerte 27 243
Netto identifizierbare Aktiven -15 377
Goodwill 1) 11 866

1) Goodwill zu historischen Kursen zum Erwerbszeitpunkt. Der Goodwill repräsentiert für die Feintool-Gruppe den Wert, den sie hätte bezahlen müssen, um selbständig "auf der grünen Wiese" einen gewinnbringenden Betrieb zur Herstellung von spanlosen Umformteilen zu erstellen (qualifizierte Mitarbeiter, Marktzugang, etc.). Die Akquisition soll die Feintool-Gruppe sowohl in der dem Feinschneiden benachbarten Verfahren des Umformens, als auch bei der geografischen Marktbearbeitung im Raum Asien massgeblich weiterbringen.

Die in der Feintool-Gruppe aufgelaufenen Kosten für die Akquisition der Schuler (Tianjin) Metal Forming Technology Center Co. Ltd. belaufen sich auf rund CHF 0.4 Mio. Darin enthalten sind insbesondere externe Anwalts- sowie Beraterkosten. Die Kosten wurden im übrigen operativen Betriebsaufwand erfasst.

3 Nettoumsatz

2017 2016
in CHF 1 000 in CHF 1 000
Bruttoumsatz 1) 613 470 560 062
Erlösminderungen -1 137 -7 825
Total Nettoumsatz 612 333 552 237

1) Vom Bruttoumsatz werden insgesamt TCHF 32 960 (Vorjahr TCHF 37 896) aus Fertigungsaufträgen (POC) ermittelt.

4 aktivierte eigenleistungen

2017 2016
in CHF 1 000 in CHF 1 000
Selbst hergestellte Pressen 360 1 091
Selbst hergestellte Werkzeuge 606 2 799
Aktivierte Entwicklungskosten 1 839 1 631
Übrige aktivierte Eigenleistungen 44 82
Total aktivierte Eigenleistungen 2 849 5 603

5 Personalaufwand

2017 2016
in CHF 1 000 in CHF 1 000
Löhne und Gehälter 140 559 130 954
Sozialaufwand 23 514 23 491
Übriger Personalaufwand 1) 15 804 4 595
Total Personalaufwand 179 877 159 041
davon direkter Personalaufwand 2) 90 339 80 550
davon indirekter Personalaufwand 89 538 78 491

1) Im Geschäftsjahr 2016 wurde in der Schweizer Pensionskasse eine Reglementsänderung beschlossen, welche eine stufenweise Senkung des Umwandlungssatzes von 6.2 % auf 5.2 % mit sich zieht. Diese Änderung hatte im Vorjahr einen positiven Einmaleffekt von TCHF 7 083 auf die Gesamtergebnisrechnung. Der Einmaleffekt war im Übrigen Personalaufwand enthalten. Vergleiche dazu auch Ziffer 1 und 26 im Anhang.

2) Der direkte Personalaufwand entspricht dem Personalaufwand für Mitarbeitende, die direkt dem Fertigungsprozess zugeordnet werden können. Der Effekt aus der Reglementsänderung der Schweizer Pensionskasse auf den direkten Personalaufwand beträgt im Vorjahr TCHF 3 542.

Die Gruppe beschäftigte am Ende des Geschäftsjahres 2 485 Mitarbeitende (Vorjahr 2 239) und 81 Lernende (Vorjahr 68).

6 Übriger Betriebsaufwand

2017 2016
in CHF 1 000 in CHF 1 000
Unterhalt und Reparaturen 55 494 49 838
Miete und Leasing 5 366 5 052
Verkaufs- und Marketingkosten 2 441 2 698
Verwaltungs- und Vertriebsaufwand 11 278 10 263
Verlust aus Verkauf von Sachanlagen 62 106
Abgaben und Steuern (ohne Ertragssteuern) 1 184 1 244
Sonstiger Aufwand 2 307 2 568
Total übriger Betriebsaufwand 78 132 71 769

7 Übriger Betriebsertrag

2017 2016
in CHF 1 000 in CHF 1 000
Gewinn aus Verkauf von Sachanlagen 88 310
Sonstiger Ertrag 1) 2 354 1 670
Total übriger Betriebsertrag 2 442 1 980

1) In der Position „Sonstiger Ertrag“ sind u. a. Erlöse aus Versicherungsentschädigungen, Betriebsrestaurants sowie Untervermietungen enthalten.

8 Finanzaufwand

2017 2016
in CHF 1 000 in CHF 1 000
Zinsaufwand 2 892 2 829
Übriger Finanzaufwand 1) 666 937
Währungsverluste 10 970 7 950
Total Finanzaufwand 14 528 11 716

1) Der übrige Finanzaufwand enthält neben Bankspesen auch den jährlichen Anteil der Kosten des Schuldscheins/Konsortialkredites, Kosten für market making sowie den Bewertungsaufwand aus Swap-Geschäften.

9 Finanzertrag

2017 2016
in CHF 1 000 in CHF 1 000
Zinsertrag 77 124
Übriger Finanzertrag 1) 161 1
Währungsgewinne 8 088 8 402
Total Finanzertrag 8 326 8 527

1) Der übrige Finanzertrag enthält den Bewertungsertrag aus Absicherungsgeschäften.

10 Gewinnsteuer

2017 2016
10.1 Analyse der Gewinnsteuer in CHF 1 000 in CHF 1 000
Steuergutschriften/-belastungen des Geschäftsjahres 14 238 9 498
Steuergutschriften/-belastungen aus Vorjahren 30 -1 161
Latente Gewinnsteuern -1 909 4 834
Total Gewinnsteuern 12 359 13 171
2017 2016
10.2 Analyse der Steuerbelastung in CHF 1 000 in CHF 1 000
Ergebnis vor Steuern 40 102 45 233
Gewichteter Steuersatz in % 1) 29.6 % 29.3 %
Erwarteter Gesamtsteueraufwand 11 882 13 267
Steuerlich nicht absetzbare Aufwendungen 154 95
Nicht zu versteuernde Erträge 2) -1 427 -209
Nichtaktivierung steuerlicher Verlustvorträge aus dem laufenden Jahr 3) 2 885 2 779
Verwendung nicht bilanzierter Verlustvorträge aus den Vorjahren -189
Aktivierung früher nicht angesetzter Verlustvorträge 4) -1 380
Neubeurteilung latenter Steuerforderungen/-verbindlichkeiten 60
Verwendung von nicht angesetzten abzugsfähigen temporären Differenzen -123 -221
Steuergutschriften/-belastungen aus Vorjahren 30 -1 161
Auswirkungen von Steuersatzänderungen 5) -2 341 137
Schätzungsänderung Vorjahr 1 120
Übrige Einflüsse 179 -7
Effektiver Gewinnsteueraufwand 12 359 13 171
Effektiver Gewinnsteueraufwand in % 30.8 % 29.1 %

1) Der gewichtete Steuersatz errechnet sich aus den voraussichtlich anwendbaren Gewinnsteuersätzen der einzelnen Konzerngesellschaften in den jeweiligen Steuerhoheitsgebieten. Er kann sich naturgemäss nach Höhe der einzelnen Gewinne verändern.

2) Die nicht zu versteuernden Erträge im Geschäftsjahr betreffen im Wesentlichen eine Gesellschaft in China.

3) Die Nichtaktivierung steuerlicher Verlustvorträge aus dem laufenden Jahr betrifft Gesellschaften in der Schweiz, Deutschland, Tschechien und China.

4) Die Aktivierung früher nicht angesetzter Verlustvorträge im Vorjahr betrifft Gesellschaften in der Schweiz, China und Deutschland.

5) Die Auswirkungen von Steuersatzänderungen im laufenden Geschäftsjahr sind im Betrag von TCHF 2 303 auf Gesellschaften in den USA zurückzuführen.

11 Latente Steuern

31.12.2017 31.12.2016
11.1 Buchwerte (Latente Steuern) in CHF 1 000 Latente Steuer- forderungen Latente Steuer- verbindlichkeiten Latente Steuer- forderungen Latente Steuer- verbindlichkeiten
Latente Steuern aufgrund zeitlicher Differenzen
Umlaufvermögen 3 233 1 486 2 707 1 574
Anlagevermögen 3 953 25 632 6 112 30 472
Rückstellungen und übrige Verbindlichkeiten 2 321 967 2 899 982
Personalvorsorge 12 599 430 13 279 191
Verlustvorträge 10 424 14 120
Übrige zeitliche Differenzen 136 2 2
Total Bruttowerte 32 530 28 651 39 118 33 222
Netting -15 808 -15 808 -21 780 -21 780
Total Buchwerte 16 722 12 843 17 338 11 442
davon in der Bilanz ausgewiesen als latente Steuerforderungen 16 722 17 338
davon in der Bilanz ausgewiesen als latente Steuerverbindlichkeiten 12 843 11 442
Netto latente Steuerforderungen 3 879 5 896

Feintool weist keine latenten Steuern in Bezug auf nicht ausgeschüttete Gewinne, die voraussichtlich dauerhaft in die Tochterunternehmen reinvestiert werden, aus. Der steuerliche Effekt hieraus wird als nicht wesentlich erachtet.

31.12.2017 31.12.2016
11.2 Nachweis latenter Steuern in CHF 1 000 Latente Steuer- forderungen Latente Steuer- verbindlichkeiten Latente Steuer- forderungen Latente Steuer- verbindlichkeiten
Beginn Periode 5 896 9 185
Bildung und Auflösung von zeitlichen Differenzen 4 250 -4 971
Zeitliche Differenzen aufgrund Steuersatzänderungen -2 341 137
Zeitliche Differenzen aus dem Erwerb/Verkauf von Gesellschaften -2 333
Zeitliche Differenzen, welche direkt ins Eigenkapital gebucht werden -1 200 1 632
Umrechnungsdifferenzen -393 -87
Ende Periode 3 879 5 896

Die zeitlichen Differenzen aus dem Erwerb/Verkauf von Gesellschaften stammen aus dem Kauf der Feintool Automotive System Parts (Tianjin) Co., Ltd.

11.3 Nicht aktivierte Steuerforderungen

Latente Steuerforderungen, einschliesslich solcher auf steuerlich verwendbaren Verlustvorträgen sowie auf zu erwartenden Steuergutschriften, werden nur dann berücksichtigt, wenn es wahrscheinlich ist, dass zukünftige Gewinne verfügbar sind, gegen die die genannten Aktiven steuerlich verwendet werden können.

31.12.2017 31.12.2016
11.4 Steuerliche Verlustvorträge in CHF 1 000 in CHF 1 000
Total steuerliche Verlustvorträge 68 742 56 352
Davon aktivierte Verlustvorträge 46 625 41 903
Total unberücksichtigte steuerliche Verlustvorträge 22 117 14 449
davon verfallen innerhalb eines Jahres 2 978 4 254
davon verfallen zwischen einem bis fünf Jahren 7 811 7 285
davon verfallen in mehr als fünf Jahren 11 327 2 911
Steuereffekt auf unberücksichtigte steuerliche Verlustvorträge 5 921 3 692

Die Gewinnsteuer und die Angaben der Steuerbelastung sind in Ziffer 10 des Anhangs dargestellt.

12 Konzerngewinn pro Aktie

2017 2016
12.1 Durchschnittliche Anzahl ausgegebener Aktien Anzahl Anzahl
Durchschnittlicher Bestand ausgegebener Aktien 4 462 971 4 462 971
Abzüglich Anzahl eigene Aktien (gewichtet) -3 374 -7 534
Durchschnittliche Anzahl ausstehender Aktien – unverwässert 4 459 597 4 455 437
Durchschnittliche Anzahl ausstehender Aktien – verwässert 4 459 597 4 455 437
2017 2016
12.2 Konzernergebnis Feintool-Gruppe in CHF 1 000 in CHF 1 000
Konzernergebnis Feintool-Gruppe – unverwässert 27 743 32 062
Konzernergebnis Feintool-Gruppe – verwässert 27 743 32 062

Im Geschäftsjahr sind keine Verwässerungseffekte erkannt worden. Im Geschäftsjahr 2016 wurde in der Schweizer Pensionskasse eine Reglementsänderung beschlossen, welche gemäss IAS 19 einen positiven Einmaleffekt von netto TCHF 5 454 auf das Konzernergebnis hatte. Ohne diesen Impact würde im Vorjahr ein Konzerergebnis in der Höhe von TCHF 26 608 resultieren.

2017 2016
12.3 Ergebnis pro Aktie in CHF in CHF
Unverwässertes Ergebnis pro Aktie 6.22 7.20
Verwässertes Ergebnis pro Aktie 6.22 7.20

Das Konzernergebnis pro Aktie errechnet sich aus dem Konzernergebnis des Geschäftsjahres dividiert durch die durchschnittlich ausstehenden Aktien. Im Geschäftsjahr sind keine Verwässerungseffekte erkannt worden. Im Geschäftsjahr 2016 wurde in der Schweizer Pensionskasse eine Reglementsänderung beschlossen, welche gemäss IAS 19 einen positiven Einmaleffekt von netto TCHF 5 454 auf das Konzernergebnis hatte. Ohne diesen Impact würde im Vorjahr ein Ergebnis pro Aktie in der Höhe von CHF 5.97 resultieren.

13 Forderungen

13.1 Forderungen aus Lieferungen und 31.12.2017 31.12.2016
Leistungen/übrige Forderungen in CHF 1 000 in CHF 1 000
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 93 331 73 253
Wertberichtigungen -2 708 -2 004
Total Forderungen aus Lieferungen und Leistungen netto 90 623 71 249
Besitzwechsel 55 140
Ausstehende Umsatzsteuerguthaben 7 299 4 325
Anzahlungen an Lieferanten 10 557 8 217
Übrige Forderungen 2 952 1 750
Total Forderungen aus Lieferungen und Leistungen/übrige Forderungen 111 486 85 681

Feintool besitzt mehrere nicht bilanzierungspflichtige Factoringprogramme. Per 31. Dezember 2017 sind TCHF 13 314 an Forderungen im Rahmen dieser Programme verkauft worden (Vorjahr TCHF 10 494).

13.2 Altersanalyse der Forderungen in CHF 1 000 Buchwerte noch nicht fällig fällig bis 30 Tage fällig 31 bis 90 Tage fällig 91 bis 180 Tage fällig über 180 Tage
31.12.2017
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 93 331 76 317 8 841 5 240 791 2 142
Wertberichtigungen -2 708
Total Forderungen netto 90 623
31.12.2016
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 73 253 60 316 5 340 1 510 3 597 2 490
Wertberichtigungen -2 004
Total Forderungen netto 71 249
2017 2016
13.3 Wertberichtigungen auf Forderungen in CHF 1 000 in CHF 1 000
Beginn Periode -2 004 -2 727
Umrechnungsdifferenzen -41 -4
Bildung -985 -155
Auflösung 249 753
Verbrauch 73 129
Ende Periode -2 708 -2 004

14 Vorräte

31.12.2017 31.12.2016
in CHF 1 000 in CHF 1 000
Rohmaterial 33 131 25 880
Halb- und Fertigfabrikate 43 649 36 643
Wertberichtigungen auf Vorräten -20 350 -17 441
Total Vorräte 56 430 45 082

15 Nettoguthaben aus Fertigungsaufträgen/Waren in arbeit

31.12.2017 31.12.2016
in CHF 1 000 in CHF 1 000
Fertigungsaufträge in Arbeit (POC) 15 133 15 658
Waren in Arbeit 20 319 20 765
Anzahlungen -6 481 -8 453
Wertberichtigungen auf Fertigungsaufträgen -770 -926
Total Nettoguthaben aus Fertigungsaufträgen 28 201 27 044

Die verbuchte Bruttomarge auf den per Bilanzstichtag bestehenden „Fertigungsaufträge in Arbeit (POC)“ beläuft sich auf 37.6 % (Vorjahr 38.9 %).

16 Aktive Rechnungsabgrenzungen

31.12.2017 31.12.2016
in CHF 1 000 in CHF 1 000
Vorleistungen für Kundenaufträge 1) 1 658 1 323
Emissionskosten Schuldscheindarlehen und Syndikatskredit 1 003 449
Pachtvertrag 2) 775 872
Übrige aktive Rechnungsabgrenzungsposten 834 464
Total aktive Rechnungsabgrenzungen 4 270 3 108

1) Die Vorleistungen für Kundenaufträge enthalten Aufwendungen für Konstruktionen, welche einem spezifischen Auftrag zuzuordnen sind. Diese Vorleistungen werden über die Laufzeit des Auftrages linear aufgelöst.

2) Unter dem „Pachtvertrag“ wird die Differenz zwischen einer reduzierten Pacht aufgrund der Verunreinigung des Grundstückes von ursprünglich TEUR 1 500, welche über 10 Jahre (bis 31. Mai 2022) läuft, und dem marktüblichen Mietzins der Liegenschaft ausgewiesen.

17 Sachanlagen

17.1 Anlagespiegel in CHF 1 000 Immobilien Maschinen Übrige Sachanlagen Total
Anschaffungskosten Stand 01.01.2016 89 860 257 054 22 578 369 492
Zugänge 5 899 48 808 16 799 71 506
Abgänge -46 -8 284 -564 -8 894
Umklassierungen 1) 5 157 9 813 -14 829 141
Umrechnungsdifferenzen 724 2 478 19 3 221
Stand 31.12.2016 101 594 309 869 24 003 435 466
Zugänge 868 22 622 33 026 56 516
Abgänge -2 822 -6 483 -2 044 -11 349
Umklassierungen 1) -144 10 449 -10 673 -368
Veränderungen im Konsolidierungskreis 2) 4 456 10 923 80 15 459
Umrechnungsdifferenzen 2 886 10 780 1 342 15 008
Stand 31.12.2017 106 838 358 160 45 734 510 732
Kumulierte Abschreibungen Stand 01.01.2016 -29 645 -132 993 -8 732 -171 370
Zugänge -4 859 -26 151 -1 822 -32 832
Abgänge 29 7 714 516 8 259
Umrechnungsdifferenzen -366 -1 604 -79 -2 049
Stand 31.12.2016 -34 841 -153 034 -10 117 -197 992
Zugänge -3 635 -28 525 -1 641 -33 801
Abgänge 2 802 5 375 1 687 9 864
Umrechnungsdifferenzen -1 186 -7 273 -365 -8 824
Stand 31.12.2017 -36 860 -183 457 -10 436 -230 753
Nettobuchwerte
Stand 31.12.2016 66 753 156 835 13 886 237 474
davon Anlagen in Leasing 34 008 34 008
Stand 31.12.2017 69 978 174 703 35 298 279 979
davon Anlagen in Leasing 39 039 39 039

1) In den Umklassierungen sind Umbuchungen in das immaterielle Anlagevermögen in der Höhe von TCHF -171 (Vorjahr TCHF -219) enthalten. Der restliche Betrag betrifft Umbewertungen und somit Verschiebungen in die Gesamtergebnisrechnung. Umbuchungen aus den Finanzanlagen gab es in diesem Jahr keine (Vorjahr TCHF -360).

2) Die Veränderung im Konsolidierungskreis betrifft die im Geschäftsjahr gekaufte Feintool Automotive System Parts (Tianjin) Co., Ltd.

Übrige Sachanlagen beinhalten Einrichtungen, Fahrzeuge und Anlagen im Bau. Die Anlagen im Bau betragen im Geschäftsjahr TCHF 28 324 (Vorjahr TCHF 8 380). Gewinne aus Anlagenverkäufen werden als übriger Betriebsertrag (Ziffer 7 des Anhangs) erfasst. Im Geschäftsjahr wurde ein Gewinn von TCHF 88 (Vorjahr TCHF 310) erzielt. Verluste aus Anlagenverkäufen werden unter übriger Betriebsaufwand (Ziffer 6 des Anhangs) verbucht. Im Geschäftsjahr betrug dieser Verlust TCHF 62 (Vorjahr TCHF 106). Per 31. Dezember 2017 bestehen in der Feintool-Gruppe Kaufverpflichtungen zum Erwerb von Sachanlagen in der Höhe von rund CHF 17.2 Mio. (Vorjahr CHF 19.4 Mio.).

18 Immaterielle Anlagen

18.1 Anlagespiegel in CHF 1 000 Goodwill Aktivierte Entwicklungs- kosten 1) Software Übrige immaterielle Anlagen 2) Total
Anschaffungskosten Stand 01.01.2016 10 214 3 553 4 648 8 286 26 701
Zugänge 2 099 1 102 147 3 348
Abgänge -432 -1 041 -1 473
Umklassierungen 219 219
Umrechnungsdifferenzen -91 23 -33 -101
Stand 31.12.2016 10 123 5 652 5 560 7 359 28 694
Zugänge 2 508 991 48 3 547
Abgänge -800 -236 -3 -1 039
Umklassierungen 171 171
Veränderungen im Konsolidierungskreis 3) 11 866 8 11 171 23 045
Umrechnungsdifferenzen 1 188 182 692 2 062
Stand 31.12.2017 23 177 7 360 6 676 19 267 56 480
Kumulierte Abschreibungen Stand 01.01.2016 -1 609 -3 737 -4 617 -9 963
Zugänge -642 -580 -590 -1 812
Abgänge 432 1 030 1 462
Umrechnungsdifferenzen -18 21 3
Stand 31.12.2016 -2 251 -3 903 -4 156 -10 310
Zugänge -1 089 -881 -1 167 -3 137
Abgänge 800 212 1 012
Umklassierungen 24 24
Umrechnungsdifferenzen -122 -215 -337
Stand 31.12.2017 -2 540 -4 670 -5 538 -12 748
Nettobuchwerte
Stand 31.12.2016 10 123 3 401 1 657 3 203 18 384
Stand 31.12.2017 23 177 4 820 2 006 13 729 43 732

1) In der Gesamtergebnisrechnung wurden für Forschungs- und Entwicklungskosten inkl. Abschreibungen TCHF 4 516 (Vorjahr TCHF 4 107) belastet.

2) Übrige immaterielle Anlagen enthalten Patente und Lizenzen, aus Akquisitionen erworbener Kundennutzen sowie Nutzungsrechte für das Land.

3) Die Veränderung im Konsolidierungskreis betrifft die im Geschäftsjahr gekaufte Feintool Automotive System Parts (Tianjin) Co., Ltd.

Buchwerte
18.2 Übrige Informationen in CHF 1 000
Goodwill 31.12.2017
Cash-generating unit System Parts China 12 145
Cash-generating unit System Parts Fineblanking Europe 3 548
Cash-generating unit System Parts Forming Europe 7 483
Total Buchwerte 23 177
Goodwill 31.12.2016
Cash-generating unit System Parts Fineblanking Europe 3 256
Cash-generating unit System Parts Forming Europe 6 867
Total Buchwerte 10 123

Der Goodwill der cash-generating unit System Parts China wird der im laufenden Geschäftsjahr gekaufte Feintool Automotive System Parts (Tianjin) Co., Ltd. zugeordnet. Der Werthaltigkeitstest für diese Business Unit wurde mittels Vergleich des Fair Values abzüglich Veräusserungskosten vorgenommen. Für die cash-generating units System Parts Fineblanking Europe sowie System Parts Forming Europe wurde folgender Werthaltigkeitstest durchgeführt: Die erzielbaren Beträge (recoverable amounts) der cash-generating units werden auf der Grundlage des Nutzungswertes (value in use) berechnet. Der Werthaltigkeitstest für den Goodwill wurde mittels der DCF-Methode (Discounted-Cashflow-Methode) ermittelt. Die Cashflows wurden mit dem WACCs von 8.4 % (Vorjahr 8.1 %) abgezinst. Die zukünftigen Cashflows basieren auf ein vom Management genehmigten Budget für einen Zeitraum von drei Jahren sowie einer erweiterten Hochrechnung von zwei Jahren zuzüglich des Residualwertes. Für die Parameter zur Ermittlung des WACCs wurden folgende Werte verwendet:

Geschäftsjahr:

2017

2016

Risikoloser Zinssatz:

1.0%

1.6%

Marktrendite:

7.0%

7.6%

Risikozuschlag:

2.0%

2.0%

Beta:

1.35

1.12

Wachstumsrate:

1.1%

1.1%

Sensitivitätsanalyse: Würde sich der Abzinsungssatz um 1 % (nach Steuern) erhöhen, so würde bei allen cash-generating units der Nutzwert immer noch über dem Wert der Nettoaktiven plus Goodwill liegen.

19 Finanzanlagen

31.12.2017 31.12.2016
in CHF 1 000 in CHF 1 000
Darlehen an Dritte 104 114
Forderungen aus Finanzierung von Kundenwerkzeugen 1 198 1 027
Kautionen 327 451
Finanzanlagen 1 629 1 592

Im Geschäftsjahr betrug die gewichtete durchschnittliche Verzinsung 0.8 % (Vorjahr 2.4 %).

Die Darlehen an Dritte bestehen aus Wertschriften und Mitarbeiterdarlehen.

Die Forderungen aus der Finanzierung von Kundenwerkzeugen beinhalten Werkzeuge, die der Kunde bestellt aber noch nicht oder nur teilweise bezahlt hat. Die Amortisation erfolgt entweder aufgrund der produzierten Teile oder aufgrund eines vereinbarten Abzahlungsplanes. Der Übergang des Eigentums erfolgt in der Regel bei der Abnahme des Werkzeuges.

20 Finanzielle Verbindlichkeiten

31.12.2017 31.12.2016
20.1 Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten in CHF 1 000 in CHF 1 000
Kurzfristige Bankschulden 21 694 5 853
Kurzfristiger Teil der Leasingverbindlichkeiten 8 196 7 696
Kurzfristiger Teil der langfristigen Bankschulden 852 2 370
Total kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 30 742 15 919

Im Geschäftsjahr betrug die gewichtete durchschnittliche Verzinsung 1.8 % (Vorjahr 2.5 %).

Am 13. Juni 2017 unterzeichnete Feintool mit sechs Banken einen Syndikatskredit in Höhe von CHF 90 Mio. mit einer Erhöhungsoption von zusätzlichen CHF 60 Mio. Dieser Vertrag wurde über 5 Jahre (bis Juni 2022) abgeschlossen und beinhaltet eine Verlängerungsfrist von einem Jahr. Im Syndikatskredit sind sogenannte Covenants definiert. Die wesentlichen Covenants sind:

- Eigenkapitalquote > 30 %

- Net Senior Debt/EBITDA < 3.0x

Am 31. Dezember 2017 war der Syndikatskredit zu CHF 8.2 Mio. benutzt (Vorjahr CHF 0) und alle Covenants eingehalten.

31.12.2017 31.12.2016
20.2 Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten in CHF 1 000 in CHF 1 000
Langfristige Leasingverbindlichkeiten 20 046 18 749
Langfristiges Schuldscheindarlehen 76 063 69 804
Langfristige Bankschulden 7 396 4 452
Total langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 103 505 93 005

Im Geschäftsjahr betrug die gewichtete durchschnittliche Verzinsung 1.4 % (Vorjahr 1.5 %).

Am 15. Juli 2016 fand die Emission eines Schuldscheindarlehens in der Höhe von EUR 65 Mio. statt. Emittent unter Garantie der Feintool International Holding AG ist die in Deutschland ansässige Feintool Holding GmbH. Das Darlehen ist in drei Tranchen mit unterschiedlichen Laufzeiten unterteilt:

- EUR 25 Mio., Laufzeit von 5 Jahren, fester Zinssatz von 0.90 %

- EUR 25 Mio., Laufzeit von 7 Jahren, fester Zinssatz von 1.10 %

- EUR 15 Mio., Laufzeit von 10 Jahren, fester Zinssatz von 1.66 %

Im Darlehensvertrag sind martkübliche Covenants definiert. Der wesentliche einzuhaltende Covenant ist:

- Eigenkapitalquote > 25 %

Am 31. Dezember 2017 waren alle Covenants eingehalten.

Auch Kreditverträge, die mit verschiedenen Banken auf bilateraler Basis abgeschlossen wurden, enthalten marktübliche Covenants. Am 31. Dezember 2017 waren alle Covenants eingehalten.

Sollte ein oder mehrere Covenants des Syndikatkredites, des Schuldscheindarlehens oder bilateraler Kredite von der Gruppe oder einzelnen Gesellschaften nicht eingehalten werden, so hätten die Banken das Recht, die Kredite kurzfristig zu künden.

Feintool verfügt insgesamt über CHF 81.8 Mio. (Vorjahr CHF 25 Mio.) nicht benutzte, bestätigte Banklinien.

2 017 2 016
20.3 Veränderung der Finanziellen Verbindlichkeiten in CHF 1 000 in CHF 1 000
Beginn Periode 108 924 42 606
Geldflüsse netto 2 838 53 897
Nicht liquiditätswirksame Änderungen 14 524 6 669
davon Akquisitionen 12 727
davon neue Leasingverträge 1 797 6 669
Umrechnungsdifferenzen 7 961 5 752
Ende Periode 134 247 108 924

21 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen/übrige Verbindlichkeiten

31.12.2017 31.12.2016
in CHF 1 000 in CHF 1 000
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 57 190 55 447
Anzahlungen Dritter 3 470 2 362
Schuldwechsel 6 429 5 859
Kundenzahlungen aus Factoring 1) 1 529 1 084
Verpflichtungen an die Sozialversicherungen 3 778 3 333
Ausstehende Umsatzsteuerverpflichtungen 1 288 1 113
Übrige Verbindlichkeiten 1 141 1 476
Total Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen/übrige Verbindlichkeiten 74 825 70 674

1) In den Kundenzahlungen aus Factoring sind noch nicht an die Factoringgesellschaft weitergeleitete Kundenzahlungen enthalten.

22 Passive RechnungsabgrenzungEN

31.12.2017 31.12.2016
in CHF 1 000 in CHF 1 000
Abgrenzung Salär, Bonus, Überstunden, Überzeit 14 343 11 997
Ausstehende Kreditorenrechnungen 10 168 9 526
Ausstehende Inbetriebsetzungen und andere noch zu erbringende Leistungen für Kundenaufträge 15 918 10 002
Abgrenzung Umweltrisiken 1) 1 033 1 043
Übrige passive Rechnungsabgrenzungsposten 1 013 854
Total passive Rechnungsabgrenzungen 42 475 33 422

1) In Obertshausen (D) pachtet Feintool ein mit Trichlorethen (PER) verunreinigtes Grundstück. Grundsätzlich ist der Eigentümer zur Reinigung des Grundstückes verpflichtet. Unter bestimmten Voraussetzungen können staatliche Behörden auch den Pächter zur Reinigung verpflichten. Feintool hat sich verpflichtet, sich hälftig an einer Sanierung bis zu einem Wert von EUR 1.5 Mio. (oder CHF 1.8 Mio.) zu beteiligen. Dieser Betrag ist vollständig als Verpflichtung, abzüglich geleistete Sanierungsbeiträge, ausgewiesen. Aufgrund heutiger Beurteilung hat die Verunreinigung des Pachtgrundstückes in Obertshausen keinen weiteren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe.

23 Rückstellungen

in CHF 1 000 Nicht kosten-deckende Aufträge Garantien Übrige Rückstellungen Total
Bildung 326 2 680 3 006
Verwendung -54 -7 -1 075 -1 136
Auflösung -468 -415 -883
Umrechnungsdifferenzen -3 -46 -49
Total Rückstellungen per 31.12.2016 2 564 5 757 8 321
davon kurzfristige Rückstellungen 1 159 5 740 6 899
davon langfristige Rückstellungen 1 405 17 1 422
Bildung 264 2 352 2 616
Verwendung -391 -1 465 -1 856
Auflösung -90 -3 339 -3 429
Veränderung im Konsolidierungskreis 2 290 2 290
Umrechnungsdifferenzen 33 396 429
Total Rückstellungen per 31.12.2017 2 380 5 991 8 371
davon kurzfristige Rückstellungen 1 227 5 348 6 575
davon langfristige Rückstellungen 1 153 640 1 793

Garantierückstellungen decken die geschätzten Kosten aus Garantieleistungen der Konzerngesellschaften ab, die die Gesellschaft aus vertraglichen Gründen oder aus ihrem Verhalten zu decken hat. Der Mittelabfluss erfolgt im Rahmen der Inanspruchnahme der Garantien über maximal 3 Jahre.

Die „übrigen Rückstellungen“ enthalten Rückstellungen für Schrottrückvergütungen, Kundenreklamationen, nicht weitergegebene Preisreduktionen und diverse kleine Positionen. Die erwartete Dauer des Mittelabflusses beträgt 1 bis 2 Jahre.

Im Geschäftsjahr 2013 verkaufte Feintool die Liegenschaft in White Plains (USA). Diese ist mit Tetrachlorethen (PER) verunreinigt. Feintool ist weiterhin für die Sanierung verantwortlich und ist daher dem staatlich kontrollierten „Brownfield Cleanup Program“ beigetreten. Im Rahmen dieses Programms soll das Grundstück soweit saniert werden, dass es einer neuen Benutzung zugeführt werden kann. Zurzeit bilanziert Feintool eine Rückstellung für diese Sanierung in Höhe von TCHF 443 (Vorjahr TCHF 398). Aufgrund heutiger Beurteilung ist die Rückstellung für die Sanierung von White Plains ausreichend.

24 Leasingverbindlichkeiten

Operatives Leasing Finanzleasing
in CHF 1 000 in CHF 1 000
Fälligkeit der Leasingverbindlichkeiten 31.12.2017
Innerhalb eines Jahres 1 063 8 462
Zwischen einem bis fünf Jahren 2 698 19 941
In mehr als fünf Jahren 76 427
Total Verbindlichkeiten 3 837 28 830
Abzüglich Zinsanteil -588
Total Leasingverbindlichkeiten per 31.12.2017 28 242
Fälligkeit der Leasingverbindlichkeiten 31.12.2016
Innerhalb eines Jahres 2 175 8 007
Zwischen einem bis fünf Jahren 2 287 19 012
In mehr als fünf Jahren 109
Total Verbindlichkeiten 4 571 27 019
Abzüglich Zinsanteil -574
Total Leasingverbindlichkeiten per 31.12.2016 26 445

Im Geschäftsjahr wurden TCHF 10 809 (Vorjahr TCHF 15 519) neue Finanzierungsleasingsverträge abgeschlossen.

25 Verpflichtungen aus langfristigen Mietverträgen

31.12.2017 31.12.2016
in CHF 1 000 in CHF 1 000
Fälligkeit der Mietzahlungen
Innerhalb eines Jahres 2 768 1 811
Zwischen einem bis fünf Jahren 6 512 8 249
In mehr als fünf Jahren 2 558 4 053
Total Zahlungen 11 838 14 113

26 Personalvorsorge

31.12.2017 31.12.2016
26.1 Übersicht Netto-Vorsorgeverpflichtungen in CHF 1 000 in CHF 1 000
Leistungsorientierte Vorsorgeverpflichtungen 57 354 61 115
Jubiläumsverpflichtungen 2 006 1 898
Übrige Vorsorgeverpflichtungen 1) 171 87
Total Netto-Vorsorgeverpflichtungen 59 531 63 100

1) Die Verpflichtung aus der Bewertung von Altersteilzeitverpflichtungen in der Höhe von TCHF 236 aus einer deutschen Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2017 von den Passiven Rechnungsabgrenzungen zu der Vorsorgeverpflichtung umgegliedert.

Im Vermögen der Vorsorgeeinrichtungen sind keine eigenen Aktien enthalten (Vorjahr TCHF 0). Der Konzern nutzt Vermögenswerte (Sachanlagen) der Vorsorgeeinrichtungen im Wert von TCHF 6 731 (Vorjahr TCHF 6 847).

Die Position „Leistungsorientierte Vorsorgeverpflichtungen“ enthält verschiedene Vorsorgepläne in der Schweiz, Deutschland und Japan. Die Netto-Vorsorgeverpflichtung des Schweizer Planes beläuft sich auf TCHF 46 793 (Vorjahr TCHF 51 836), der deutschen Pläne auf TCHF 9 775 (Vorjahr TCHF 8 501) und des japanischen Planes auf TCHF 786 (Vorjahr TCHF 778). Aufgrund der Wesentlichkeit der Werte werden in der Ziffer 26.3 ff. nur der Schweizer Plan und die deutschen Pläne dargestellt.

Schweizer Plan

Die Mehrheit der Feintool Mitarbeitenden in der Schweiz ist bei der halbautonomen Pensionskasse der Feintool-Gruppe gegen die Risiken Alter, Tod und Invalidität versichert. Die Leistungen der Pensionskasse der Feintool-Gruppe übertreffen das Minimum, das im Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) vorgeschrieben wird. Die ordentlichen Arbeitgeberbeiträge umfassen Risikobeiträge von 2.2 % und Beiträge altersabhängig von 5.5 %-14.0 % des versicherten Lohnes für Gutschriften auf den individuellen Altersguthaben. Das ordentliche Pensionierungsalter ist 65 (M)/64 (F) Jahre. Mitarbeitende haben frühestens nach dem vollendeten 58. Altersjahr das Recht auf eine vorzeitige Pensionierung, wobei der Umwandlungssatz entsprechend der längeren erwarteten Rentenbezugsdauer und der bis zur Pensionierung fehlenden Beitragszahlungen gekürzt wird. Mitarbeitende können ferner die gesamte oder einen Teil der Altersrente in Kapitalform beziehen. Die Höhe der ausbezahlten Rente ergibt sich aus dem Umwandlungssatz, der bei Pensionierung auf das angesparte Altersguthaben des einzelnen Versicherten angewandt wird. Im Berichtsjahr beträgt bei einer Pensionierung im Alter von 65/64 Jahren der Umwandlungssatz 6.0 % (Vorjahr 6.2 %). Danach reduziert er sich jährlich um 0.2 %, bis er im Geschäftsjahr 2021 bei 5.2 % angelangt ist. Diese Reglementsanpassung wurde im Geschäftsjahr 2016 beschlossen. Das angesparte Altersguthaben ergibt sich aus den Arbeitnehmer- und Arbeitgebersparbeiträgen, die auf das individuelle Sparkonto jedes einzelnen Versicherten einbezahlt worden sind, sowie aus den auf dem Altersguthaben gutgeschriebenen Zinsen, den Freizügigkeitseinlagen und allfällig freiwilligen Einlagen des Versicherten. Der Zinssatz, mit dem die Altersguthaben verzinst werden, wird jedes Jahr vom Stiftungsrat festgesetzt.

Die Pensionskasse der Feintool-Gruppe hat die Rechtsform einer Stiftung. Der paritätisch durch Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter gebildete Stiftungsrat ist für die Führung der Stiftung verantwortlich. Die Aufgaben des Stiftungsrats der Pensionskasse sind im BVG und im Reglement der Pensionskasse festgelegt. Gemäss BVG ist eine vorübergehende Unterdeckung gestattet. Der Stiftungsrat muss Sanierungsmassnahmen einleiten, um die Unterdeckung innerhalb einer angemessenen Frist zu beheben. Gemäss BVG können zusätzliche Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge anfallen, wenn die Pensionskasse eine signifikante Unterdeckung gemäss BVG aufweist (Unterdeckung < 90 % = erhebliche Unterdeckung; hier sind Sanierungsbeiträge unumgänglich). In diesen Fällen werden die Sanierungsbeiträge zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgeteilt; der Arbeitgeber ist gesetzlich nicht verpflichtet, mehr als 50 % der zusätzlichen Beiträge zu übernehmen. Der Deckungsgrad nach BVG der Pensionskasse der Feintool-Gruppe hat per 31. Dezember 2017 94.7% betragen (Vorjahr 91.0 %). Der Stiftungsrat ist das zentrale Steuerungs-, Koordinations- und Überwachungsorgan für die Vermögensbewirtschaftung. Das Vorsorgevermögen wird von einem mandatierten unabhängigen Finanzdienstleister verwaltet. Der Stiftungsrat bestimmt die Anlagestrategie und die taktischen Bandbreiten im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen. Innerhalb seiner Vorgaben darf der Finanzdienstleister die Vermögenszuteilung – unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben betreffend Anlagekategorien und Bandbreiten – vornehmen. Im Geschäftsjahr 2016 hat sich die Stiftungsfirma verpflichtet, zur Sanierung der Pensionskasse der Feintool-Gruppe jährlich – neben den ordentlichen Beiträgen – zusätzlich einen Betrag in Höhe von CHF 1.2 Mio. zuzuführen, bis ein Deckungsgrad von 100 % erreicht wird.

Deutsche Pläne

Bei den deutschen Plänen handelt es sich einerseits um

  • eine am 25. Juni 1998 abgeschlossenen „Betriebsvereinbarung über die Einführung einer betrieblichen Altersvorsorge“, welche zum 31. Dezember 2005 mit der Massnahme gekündet wurde, dass Neueinstellungen ab dem 1. Januar 2006 nicht mehr in das Versorgungswerk aufgenommen und bereits erworbene Ansprüche mit Stand 31. Dezember 2005 eingefroren werden
  • Einzelzusagen gegenüber gewissen Kadermitarbeitern

Danach besteht im Wesentlichen ein Anspruch auf lebenslänglich zu zahlende Vorsorgeleistungen bei Eintritt des Vorsorgefalls Alter, Invalidität und/oder Tod. Die Höhe der monatlichen Anwartschaft auf Altersrente beläuft sich nach Erreichung des Rentenalters ab Vollendung des 65. Lebensjahres, frühestens ab Vollendung des 63. Lebensjahres, auf 50 % des auf den Monat heruntergebrochenen ruhegehaltsfähigen Jahreseinkommens; dem festen Jahreseinkommen zum Eintrittszeitpunkt des Vorsorgefalles entsprechend.

Japanischer Plan

Beim japanischen Plan sind alle Mitarbeitenden eingeschlossen, welche 3 Jahre und mehr in der Unternehmung arbeiten. Anrecht auf Leistung hat, wer das 60. Lebensjahr erreicht hat.

Vorsorgeverpflichtung Planvermögen Netto Vorsorgeverpflichtung
26.2 Veränderung der leistungs- 2017 2016 2017 2016 2017 2016
orientierten Vorsorgeverpflichtungen in CHF 1 000 in CHF 1 000 in CHF 1 000 in CHF 1 000 in CHF 1 000 in CHF 1 000
Stand 1. Januar 185 763 181 288 -124 648 -120 703 61 115 60 585
In der Erfolgsrechnung enthalten
Dienstzeitaufwand der laufenden Periode 5 041 4 367 5 041 4 367
Zinsaufwand (-ertrag) 1 179 1 868 -743 -1 202 436 666
Verwaltungsaufwand 218 228 218 228
Auswirkung Planänderung im Vorjahr 1) -7 083 -7 083
Total 6 220 -848 -525 -974 5 695 -1 822
Im sonstigen Ergebnis enthalten
Aufwand/(Ertrag) aus Neubewertung
Versicherungstechnischer Aufwand/(Ertrag) aus:
Änderung der demografischen Annahmen -7 -166 -7 -166
Änderung der finanziellen Annahmen 10 285 10 285
Änderung der Erfahrungswerte -430 962 -430 962
Ertrag aus dem Planvermögen (ohne Zinserträge) -4 571 -4 044 -4 571 -4 044
Umrechnungsdifferenzen 861 29 -78 -79 783 -50
Total 424 11 110 -4 649 -4 123 -4 225 6 987
Übrige
Arbeitgeberbeiträge 2) -403 -1 512 -4 828 -3 122 -5 231 -4 634
Arbeitnehmerbeiträge 3 164 2 586 -3 164 -2 586
Ausbezahlte Vorsorgeleistungen -10 810 -6 861 10 810 6 860 -1
Total -8 049 -5 787 2 818 1 152 -5 231 -4 635
Stand 31. Dezember 184 358 185 763 -127 004 -124 648 57 354 61 115
davon Schweizer Pläne 170 697 173 511 -123 904 -121 675 46 793 51 836
davon deutsche Pläne 10 820 9 484 -1 045 -983 9 775 8 501
davon japanische Pläne 2 839 2 767 -2 052 -1 989 787 778

1) Im Vorjahr wurde in der Schweizer Pensionskasse eine Reglementsänderung beschlossen, welche eine stufenweise Senkung des Umwandlungssatzes von 6.2 % auf 5.2 % mit sich zieht. Diese Änderung hat im Vorjahr einen positiven Einmaleffekt von TCHF 7 083 auf die Gesamtergebnisrechnung.

2) Im Vorjahr hat sich der Arbeitgeber verpflichtet, zur Sanierung der Pensionskasse der Feintool-Gruppe jährlich – neben den ordentlichen Beiträgen – zusätzlich TCHF 1 200 zuzuführen, bis ein Deckungsgrad von 100 % erreicht wird.

Die erwarteten Beitragszahlungen an die Vorsorgeeinrichtungen für das folgende Geschäftsjahr betragen CHF 5.3 Mio. an Arbeitgeberbeiträgen und CHF 3.2 Mio. an Arbeitnehmerbeiträgen.

26.3 Planvermögen der leistungsorientierten 2017 2016
Vorsorgeverpflichtungen in % in %
Aktien 9.1 8.4
Obligationen 65.3 65.8
Immobilien (inkl. Immobilienfonds) 14.5 14.6
Übriges 0.9 1.0
Cash 10.2 10.2
Total 100.0 100.0

Schweizer Plan

Die Anlage des Planvermögens wird innerhalb der vorgegebenen Strategie durch eine „AAA geratete“ Bank durchgeführt. Dabei gelten die folgenden Grenzen für die Anlage:

  • Aktien < 50 %
  • Obligationen < 70 %
  • Immobilien < 30 %
  • Alternative Anlagen 0 %

Währungen werden gegenüber CHF abgesichert. Mit Ausnahme einer direkt gehaltenen Immobilie werden alle Anlagen an einer öffentlichen Börse gehandelt.

Deutsche Pläne

Bei den deutschen Plänen gibt es eine Rückdeckungsversicherung, in welcher die Vorsorgeverpflichtung abgedeckt ist. Im Planvermögen wird das Vermögen aus der Versicherung ausgewiesen.

26.4 Leistungsorientierte Vorsorgeverpflichtungen – 2017 2016
Versicherungstechnische Annahmen in % in %
Schweizer Plan
Technischer Zinssatz 0.6 0.6
Lohnentwicklung 1.3 1.3
Deutsche Pläne
Technischer Zinssatz 1.6 1.6
Lohnentwicklung 0.0 - 2.0 0.0 - 1.8
Rentenentwicklung 1.8 - 2.0 1.8 - 2.0
26.5 Leistungsorientierte Vorsorgeverpflichtungen – 2017 2016
Versicherungstechnische Annahmen in Jahren in Jahren
Schweizer Plan
Lebenserwartung mit Alter 65 für aktuell neu Pensionierte
Männer 22.4 22.3
Frauen 24.4 24.3
Lebenserwartung mit Alter 65 für Mitarbeitende mit aktuellem Alter 45
Männer 24.3 24.2
Frauen 26.3 26.2
Deutsche Pläne
Lebenserwartung mit Alter 65 für aktuell neu Pensionierte
Männer 19.3 19.1
Frauen 23.3 23.2
Lebenserwartung mit Alter 65 für Mitarbeitende mit aktuellem Alter 45
Männer 21.9 21.8
Frauen 25.8 25.7

Am 31. Dezember 2017 betrug die gewichtete Vorsorgeverpflichtungsdauer des Schweizer Planes 14.7 Jahre (Vorjahr 14.8 Jahre) und der Deutschen Pläne 18.9 - 20.2 Jahre (Vorjahr 19.0 - 19.5 Jahre). Feintool wendet für die Annahmen der Lebenserwartung die Sterbetafel GT 2015 in der Schweiz und Heubeck in Deutschland an.

26.6 Leistungsorientierte Vorsorgeverpflichtungen – 2017 2016
Sensitivitätsanalyse in CHF 1 000 in CHF 1 000
Schweizer Plan
Veränderung technischer Zinssatz -0.25 % 6 177 6 370
Veränderung technischer Zinssatz +0.25 % -5 773 -5 953
Veränderung Lohnentwicklung -0.25 % -541 -532
Veränderung Lohnentwicklung +0.25 % 540 531
Deutsche Pläne
Veränderung technischer Zinssatz -0.25 % 502 476
Veränderung technischer Zinssatz +0.25 % -469 -446
Veränderung Lohnentwicklung -0.25 % -69 -62
Veränderung Lohnentwicklung +0.25 % 71 64

27 Eigenkapital

31.12.2017 31.12.2016
27.1 Aktienkapital Anzahl/CHF Anzahl/CHF
Anzahl Aktien 4 462 971 4 462 971
Nominalwert 10 10
Aktienkapital 44 629 710 44 629 710
31.12.2017 31.12.2016
27.2 Bedingtes Aktienkapital – Mitarbeiterbeteiligungen in CHF 1 000 in CHF 1 000
Beginn Periode 558 558
Verwendung
Ende Periode 558 558

Das bedingte Kapital von 55 750 Namenaktien zu je nom. CHF 10 wurde gemäss Beschluss der ausserordentlichen Generalversammlung vom 2. Juli 1998 zur Abgeltung der Anrechte gemäss Mitarbeiterbeteiligungsplan geschaffen.

31.12.2017 31.12.2016
27.3 Genehmigtes Aktienkapital in CHF 1 000 in CHF 1 000
Beginn Periode 6 000
Bildung1) 6 000
Verwendung
Verfall
Ende Periode 6 000 6 000

1) Mit Beschluss der Generalversammlung vom 19. April 2016 wurde der Verwaltungsrat ermächtigt, bei Bedarf genehmigtes Kapital in Höhe von höchstens TCHF 6 000 durch Ausgabe von maximal 600 000 neuen Aktien zu je CHF 10 Nennwert zu schaffen. Die neuen Aktien sind voll zu liberieren. Der Verwaltungsrat ist ermächtigt, in bestimmten Fällen das Bezugsrecht zu beschränken oder auszuschliessen. Die Ausgabe der Aktien kann in einem oder mehreren Schritten erfolgen. Die Ermächtigung ist auf zwei Jahre befristet. Am 19. April 2018 wird das genehmigte Aktienkapital verfallen.

31.12.2017 31.12.2016
27.4 Eigene Aktien – Veränderungen Anzahl in CHF 1 000 Anzahl in CHF 1 000
Beginn Periode 6 742 660 10 558 905
Kauf 7 000 4 520
Verkauf/Übertragung -7 336 -8 336
Ende Periode 6 406 703 6 742 660
davon Handelsbestand 6 406 6 742

Im Geschäftsjahr 2017 wurden 7 000 Aktien zum Durchschnittskurs von CHF 112.08 (Vorjahr 4 520 zum Durchschnittskurs von CHF 112.92) gekauft und 7 336 Aktien zum Durchschnittskurs von CHF 113.25 (Vorjahr 8 336 Aktien zum Durchschnittskurs von CHF 97.82) für den Aktienplan Gruppenleitung verkauft. Die eigenen Aktien sind insbesondere für Vergütungen an das Management reserviert.

28 Aktienbezogene Vergütungen

Als Bestandteil des Bonus wurden dem Verwaltungsrat, der Geschäftsleitung und dem weiteren Kader für das Geschäftsjahr 7 336 Aktien (Vorjahr 8 336) zum Transaktionswert von insgesamt TCHF 860 (Vorjahr TCHF 951) zugeteilt. Davon wurden 5 000 Aktien im Januar 2018, 1 936 Aktien im Dezember 2017 und 400 Aktien im März 2017 übertragen. Sämtliche Aktien wurden aus dem Eigenbestand übertragen und sind direkt in das Eigentum der Empfänger übergegangen.

29 Ausserbilanzgeschäfte/Eventualverbindlichkeiten

31.12.2017 31.12.2016
in CHF 1 000 in CHF 1 000
Verpflichtungen mit Eventualcharakter 3 268 2 664
Eventualverbindlichkeiten 3 268 2 664

Bei den Verpflichtungen mit Eventualcharakter handelt es sich um erhaltene Fördermittel, die an bestimmte Bedingungen geknüpft sind. Bei Verletzung dieser Bedingungen besteht das Risiko, dass die Fördermittel oder ein Teil davon zurückbezahlt werden müssen.

In White Plains, NY (USA) besass eine Feintool Gesellschaft eine Liegenschaft, welche mit Tetrachlorethen (PER) verunreinigt ist. Feintool ist dem staatlich kontrollierten „Brownfield Cleanup Program“ beigetreten. Im Rahmen dieses Programms soll das Grundstück - unter Aufsicht der lokalen Behörden - von Umweltbelastungen befreit werden. Zur Zeit bilanziert Feintool eine Rückstellung für diese Sanierung in der Höhe von TCHF 443 (Vorjahr TCHF 398). Aufgrund heutiger Beurteilung hat die Sanierung von „White Plains“ keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe.

In Deutschland haben die Betriebsräte einiger Feintool Gesellschaften einen Konzernbetriebsrat gegründet. Feintool bestreitet die Grundlage für dessen Gründung. Das Arbeitsgericht Weiden (D) hat in erster und zweiter Instanz Feintools Position vollumfänglich übernommen. Der Betriebsrat einer Gesellschaft hat gegen das Urteil beim Bundesgericht Berufung eingelegt. Die nächste Verhandlung ist für Frühsommer 2018 terminiert. Nach Auffassung von Feintool wird dieses Verfahren keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe haben.

In den USA hat Feintool einem Kunden fehlerhafte Teile geliefert. Der Kunde fordert von Feintool Ersatz für entstandene Kosten, welche zur Zeit nicht substantiiert sind. Feintool ist zudem der Aufassung, dass die Ursache dieser Fehler nicht oder nur teilweise in ihrem Verantwortungsbereich liegt. Im Herbst 2017 wurde Feintool sowohl von seinem Kunden wie auch vom Endkunden der entsprechenden Produkte eingeklagt. Sowohl die Gerichtskosten wie auch allfällige Schaden Dritter sind durch Versicherungen gedeckt. Aufgrund heutiger Erkenntnisse hat dieser Fall keinen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe.

Zum Berichtszeitpunkt ist Feintool in keine weiteren wesentlichen gerichtlichen Verfahren involviert. Auseinandersetzungen in Bezug auf Produkthaftung, Werbetätigkeit, Arbeitsrecht und missbräuchliche Kündigungen, Kartellrecht, Handel mit Wertschriften, Verkaufs- und Marketingpraktiken, Gesundheit und Sicherheit, Forderungen im Umwelt- und Steuerbereich, zu staatlichen Ermittlungen sowie zum Urheberrecht sind jedoch jederzeit möglich. Infolge solcher Verfahren könnten beträchtliche Ansprüche an Feintool gestellt werden, die möglicherweise nicht durch Versicherungen gedeckt sind. Zur Zeit sind keine Sachverhalte bekannt, welche nach Auffassung von Feintool einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe haben könnten.

30 Eigentumsbeschränkungen für eigene Verpflichtungen

31.12.2017 31.12.2016
in CHF 1 000 in CHF 1 000
Auf Liegenschaften 6 367 6 613
Auf Maschinen und Einrichtungen 39 039 34 009
Eigentumsbeschränkungen für eigene Verpflichtungen 45 406 40 622

31 Gesamtwirtschaftliche Risiken

Für die Entwicklung der Weltwirtschaft sehen wir insbesondere Risiken in der Veränderung der Energie- und Rohstoffpreise, in wachsendem Protektionismus sowie in anhaltend hohen aussenwirtschaftlichen Ungleichgewichten. Die genannten Faktoren könnten zu stärkeren Wechselkursänderungen, insbesondere einem Fortdauern der Euro-Schwäche, und einer Abschwächung des Weltwirtschaftswachstums führen. Aus den beschriebenen Szenarien könnten sich für Feintool erhebliche Belastungen ergeben.

Management von Finanzrisiken

Das finanzielle Risikomanagement basiert auf den vom Verwaltungsrat und von der Geschäftsleitung bewilligten Richtlinien. Die Grundsätze des Risikomanagements, sowie die angewandten Prozesse werden regelmässig überprüft, um Veränderungen im Marktumfeld sowie in der Tätigkeit von Feintool zu berücksichtigen.

Die Richtlinien beinhalten neben den Vorgaben für das allgemeine finanzielle Risikomanagement auch solche für spezifische Bereiche des Managements von Liquiditäts-, Zins-, Fremdwährungs- und Kreditausfallrisiken, für die Verwendung derivativer Finanzinstrumente, die Kapitalbeschaffung sowie die Anlagepolitik von überschüssiger Liquidität. Die Kapitalbeschaffung für die Gruppe wird zentral gesteuert.

Liquiditätsrisiken

Unter dem Liquiditätsrisiko verstehen wir die Gefahr, dass die Feintool-Gruppe zu irgendeinem Zeitpunkt nicht in der Lage ist, ihren ordnungsmässigen Zahlungsverpflichtungen fristgerecht und in vollem Umfang nachzukommen. Feintool hat sicherzustellen, dass die Zahlungsverpflichtungen der Gruppe jederzeit erfüllt werden können. Dies ist dann der Fall, wenn entweder genügend Mittel aus dem operativen Cashflow erwirtschaftet werden oder aber die fehlenden Finanzmittel an den Finanzmärkten oder bei Bankinstituten aufgenommen werden können. Das Management der Feintool-Gruppe erachtet eine operative Liquiditätsreserve von einem Monatskostenblock der Feintool-Gruppe (ca. CHF 25 Mio.) als adäquat. Diese Liquiditätsreserve kann auch mittels unbenützter Kreditlimiten sichergestellt werden. Das Management erhält periodisch einen Liquiditätsstatus und eine Liquiditätsvorschau auf Gruppenebene, um einen Überblick über die Liquiditätsverhältnisse zu erhalten.

Feintool besitzt ein Schuldscheindarlehen in der Höhe von EUR 65 Mio. (Vorjahr EUR 65 Mio.), einen Syndikatskredit von CHF 90 Mio. (Vorjahr EUR 25 Mio.) und mehrere bilaterale Bankkredite (mehr Details dazu sind in Ziffer 20 zu finden). Das Darlehen ist in drei Tranchen mit unterschiedlichen Laufzeiten unterteilt.

In diesen Verträgen sind marktübliche Covenants enthalten, insbesondere

  • Eigenkapitalquote > 30 %
  • Net Senior Debt / EBITDA < 3.0 x

Sollten diese Covenants von der Gruppe oder einzelnen Gesellschaften nicht eingehalten werden, so hätten die Banken das Recht, die Kredite kurzfristig zu künden. Per 31. Dezember 2017 sind alle Covenants eingehalten. Per 31. Dezember 2017 verfügt Feintool über CHF 81.8 Mio. (Vorjahr CHF 25 Mio.) nicht benutzte, bestätigte Banklimiten.

Finanzpassiven – Buchwerte und Geldabflüsse in CHF 1 000 Buchwerte fällig bis zu 1 Jahr fällig bis zu 3 Jahren fällig bis zu 5 Jahren fällig über 5 Jahre Total
31.12.2017
Verbindlichkeiten 1) 66 289 66 289 66 289
Passive Rechnungsabgrenzungen 2) 12 214 12 214 12 214
Kurzfristige Bankschulden 21 694 21 694 21 694
Leasingverbindlichkeiten 28 242 8 207 13 356 6 837 430 28 830
Schuldscheindarlehen und übrige Bankschulden 84 311 853 6 641 33 274 47 989 88 757
Total 212 750 109 257 19 997 40 111 48 419 217 784
Devisentermingeschäfte 3)
Zahlungsmittelzuflüsse 429 429 429
Zahlungsmittelabflüsse 2 2 2
31.12.2016
Verbindlichkeiten 63 866 63 866 63 866
Passive Rechnungsabgrenzungen 11 423 11 423 11 423
Kurzfristige Bankschulden 5 853 5 853 5 853
Leasingverbindlichkeiten 26 445 7 696 13 460 5 863 27 019
Übrige Bankschulden/Anleihe 76 626 2 370 3 413 31 167 44 602 81 552
Total 184 213 91 208 16 873 37 030 44 602 189 713
Devisentermingeschäfte 3)
Zahlungsmittelzuflüsse 135 135 135
Zahlungsmittelabflüsse 105 105 105

1) Ohne Verbindlichkeiten gegenüber Sozialversicherungen, Anzahlungen Dritter und ausstehende Umsatzsteuerverpflichtungen.

2) Ohne Abgrenzung Saläre, Bonus und Überzeiten.

3) Die Kontraktwerte der Devisentermingeschäfte betragen per 31. Dezember 2017 TCHF 25 617 (Vorjahr TCHF 19 563).

Zinssatzrisiken

Zinssatzrisiken können infolge steigender Zinsen auf Schulden respektive sinkender Zinsen auf Guthaben einen negativen Einfluss auf die Ertragslage des Konzerns ausüben. Ferner können Zinssatzänderungen einen Einfluss auf die Marktwerte der zugrunde liegenden Finanzinstrumente haben. Je nach erwarteter Entwicklung des Zinsniveaus finanziert sich Feintool mit festen oder variablen Zinssätzen. Zurzeit bestehen die Finanzverbindlichkeiten aus dem Schuldscheindarlehen mit fixen Zinsen, die Bankkredite zur Hälfte mit fixen und zur Hälfte mit variablen Zinsen und die Leasingverbindlichkeiten mit fixen Zinsen, festen Laufzeiten und laufender Amortisationen. Das Zinssatzmanagement erfolgt grundsätzlich zentral, um die Effekte aus Zinssatzänderungen auf das Finanzergebnis zu begrenzen.

Eine Erhöhung des Zinssatzes um 0.5 % würde einen negativen Einfluss auf das Ergebnis vor Steuern von TCHF 73 haben.

Fremdwährungsrisiken

Feintool ist aufgrund ihrer geografischen Diversifikation einem Wechselkursrisiko, insbesondere gegenüber dem Euro (EUR), dem amerikanischen Dollar (USD), dem japanischen Yen (JPY) sowie der chinesische Währung Yuan (CNY) ausgesetzt. Die tschechische Krone (CZK) erhält zunehmende Bedeutung. Wechselkursänderungen können einen Einfluss auf die Marktwerte von bestehenden Finanzinstrumenten haben und insbesondere die erwarteten zukünftigen Cashflows beeinflussen. Die Gruppe ist bemüht, den Einfluss von Wechselkursänderungen soweit als möglich durch natürliches Hedging auszugleichen. Dabei wird versucht, dass die Kosten in der gleichen Währung verursacht werden wie die daraus resultierenden Erträge. Die auf Gruppenstufe resultierenden Überschüsse (insbesondere EUR) und Nachfragen (insbesondere CHF) in den verschiedenen Währungen werden zentral koordiniert. Bei Bedarf wird die Nettoposition der wichtigsten Fremdwährungen über einen Zeitraum von in der Regel sechs bis zwölf Monaten abgesichert.

In der folgenden Sensitivitätsanalyse wird das Fremdwährungsrisiko der Feintool-Gruppe kalkuliert. Die Tabelle zeigt die Auswirkungen auf das Gesamtergebnis sowie auf das Eigenkapital, wenn die Fremdwährungen gegenüber dem CHF 5 % stärker gewesen und gleichzeitig alle anderen Variablen unverändert geblieben wären.

2017 2016
Sensitivitätsanalyse Fremdwährungsrisiko Basiswerte in EUR 1 000 / USD 1 000 Effekt in CHF 1 000 Basiswerte in EUR 1 000 / USD 1 000 Effekt in CHF 1 000
EUR – Gesamtergebnis 18 059 -1 056 27 599 -1 462
USD – Gesamtergebnis 3 991 -87 6 653 -473
Eigenkapital (EUR) 10 300 -553

Übrige Marktrisiken

Die Marktwerte der Finanzinstrumente können sich aufgrund von Wechselkursen, Zinssätzen oder einer veränderten Bonität verändern und somit einen Einfluss auf die Vermögens- und Ertragslage der Gruppe haben. Feintool ist bestrebt, durch eine ausgewogene Finanzierungs- und Vermögensstruktur den Nettoeinfluss der Marktrisiken zu minimieren.

Derivative Finanzinstrumente

Derivative Finanzinstrumente werden eingesetzt, um bestehende Zinssatz- oder Wechselkursrisiken zu minimieren. Die positiven und negativen Wiederbeschaffungswerte im Anhang weisen die aktuellen Marktwerte aus. Die ebenfalls dargestellten Kontraktvolumen informieren über die Höhe der eingegangenen Derivative.

Kapitalstruktur

Im Rahmen der Kapitalbewirtschaftung ist es das Ziel des Konzerns, die laufenden finanziellen Bedürfnisse zur Unternehmensfortführung sicherzustellen und die notwendigen Mittel zur Erreichung der Ziele der Gruppe bereitzustellen, um damit Mehrwerte für die Aktionäre und andere Interessengruppen zu generieren und eine kostengünstige und risikooptimierte Kapitalstruktur aufrechtzuerhalten. Die Gruppe überwacht die Kapitalstruktur unter anderem mit den Kennzahlen „Eigenkapitalquote“ und „Nettofinanzschulden“. Zusätzlich werden im Rahmen des Schuldscheindarlehens sowie des Bankenkonsortialvertrages die wesentlichen Covenants (Eigenkapitalquote, Senior Net-Debt/EBITDA) überwacht.

Die Eigenkapitalquote berechnet sich aus dem Eigenkapital im Verhältnis zur Bilanzsumme. Die Nettofinanzschulden berechnen sich aus dem kurz- und langfristig verzinslichen Fremdkapital abzüglich der flüssigen Mittel.

Es ist das Ziel der Gruppe, dass die Eigenkapitalquote mindestens 40 % beträgt. Beim Net-Debt/EBITDA-Ratio wird ein Wert kleiner 1 angestrebt. Kommentare zu den erwähnten Kennzahlen sind in der finanziellen Berichterstattung ersichtlich. In Bezug auf die Dividendenpolitik verfolgt Feintool das Ziel, ca. 30 % des erwirtschafteten konsolidierten Jahresergebnisses den Aktionären in Form einer Dividende auszuschütten.

Kreditrisiken

Das Kreditrisiko der Feintool-Gruppe entspricht jeweils dem Buchwert der erfassten Finanzaktiven mit Ausnahme der Finanzgarantien. In diesem Fall entspricht der garantierte Betrag dem Kreditrisiko, wobei Feintool im Falle einer Inanspruchnahme die seinerzeit verkaufte Presse zurückerhalten würde.

Kreditausfallrisiken

Kreditausfallrisiken ergeben sich aus dem Risiko, dass die Gegenpartei ihren Verbindlichkeiten gegenüber den Konzerngesellschaften nicht nachkommen kann. Durch eine Vermeidung von Klumpenrisiken und eine Konzentration der Finanzanlagen auf erstklassige Gegenparteien sollten grössere Kreditausfälle vermieden werden können. Feintool ist schwergewichtig im Automobil-Bereich tätig. Dadurch hat Feintool per Definition ein auf dieses Marktsegment bezogenes Risiko aus ihrer operativen Tätigkeit. Bei den normalen Kundenguthaben erfolgt eine laufende Überwachung der ausstehenden Forderungen im Rahmen der regelmässigen Berichterstattung der Konzerngesellschaften an die Zentrale. Per 31. Dezember 2017 beträgt das gesamte Ausfallrisiko TCHF 150 361 (Vorjahr TCHF 169 634). Feintool erzielt mit einem Kunden 17.4 % (Vorjahr 17.1 %) des Gruppenumsatzes. Der Ertrag fällt in allen Segmenten an. Mit den übrigen Kunden beträgt der Anteil jeweils weniger als 14.3 % (Vorjahr 11.5 %).

Die Feintool-Gruppe führt ihre Bankgeschäfte ausschliesslich mit national und international renommierten Banken, die ein Rating BBB oder besser aufweisen. Sie legt die Art der Geschäfte fest, die die Tochtergesellschaften bei den Banken tätigen dürfen.

32 Finanzinstrumente

32.1 Finanzaktiven in CHF 1 000 Flüssige Mittel Aktive Rechnungs- abgrenzungen 1) Forderungen Finanzanlagen Total
Flüssige Mittel 52 384 52 384
Finanzielle Aktiven zu Handelszwecken 429 429
Forderungen und Darlehen 218 93 630 1 629 95 477
Buchwerte per 31.12.2017 52 384 647 93 630 1 629 148 290
Flüssige Mittel 92 752 92 752
Finanzielle Aktiven zu Handelszwecken 135 135
Forderungen und Darlehen 2 016 73 139 1 592 76 747
Buchwerte per 31.12.2016 92 752 2 151 73 139 1 592 169 634
32.2 Finanzpassiven in CHF 1 000 Ver­bind­lich­kei­ten Passive Rechnungs- abgrenzungen 2) Kurzfristige finanzielle Ver­bind­lich­kei­ten Langfristige finanzielle Ver­bind­lich­kei­ten Total
Finanzielle Passiven zu Handelszwecken
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 66 289 12 214 30 742 103 505 212 750
Buchwerte per 31.12.2017 66 289 12 214 30 742 103 505 212 750
Finanzielle Passiven zu Handelszwecken
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 63 866 11 423 15 919 93 005 184 213
Buchwerte per 31.12.2016 63 866 11 423 15 919 93 005 184 213

Die Buchwerte weichen nicht wesentlich von den Marktwerten ab.

1) Ohne Abgrenzung für Commitment Fees, Vorleistungen für Kundenaufträge, Pachtvertrag und vorausbezahlte Versicherungsprämien.

2) Ohne Abgrenzung Saläre, Bonus und Überzeiten sowie ausstehende Inbetriebsetzungen und andere noch zu erbringende Leistungen für Kundenaufträge.

32.3 Hierarchie der Marktwerte

Feintool hat Finanzinstrumente zum Marktwert bewertet und verwendet folgende Hierarchien für die Bestimmung des Marktwertes:

Stufe 1: Auf aktiven Märkten notierte (nicht angepasste) Preise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten.

Stufe 2: Für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt (als Preise) oder indirekt (von Preisen abgeleitete) beobachtbare Input-Daten, die keine notierten Preise nach Stufe 1 darstellen.

Stufe 3: Für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeiten herangezogenen Inputdaten, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren (nicht beobachtbare Inputdaten).

Feintool verfügt lediglich über Finanzinstrumente auf Hierarchiestufe 2 in Höhe von netto TCHF 427 (Vorjahr TCHF 30).

32.4 Klassifizierung der Finanzerfolge in CHF 1 000 Flüssige Mittel Held for trading Forderungen und Darlehen Übrige Finanzverbind- lichkeiten Total
Buchwerte per 31.12.2017 52 384 427 95 477 212 750
Zinsertrag/-aufwand 77 -2 892 -2 815
Übriger Finanzertrag/-aufwand -216 -443 154 -505
Veränderung Wertberichtigung auf Kundenforderungen und Debitorenverluste -571 -571
Total Nettogewinn/-verlust 2017 -216 -937 -2 738 -3 891
Buchwerte per 31.12.2016 92 752 30 76 747 184 213
Zinsertrag/-aufwand 124 -2 829 -2 705
Übriger Finanzertrag/-aufwand -696 -428 188 -936
Veränderung Wertberichtigung auf Kundenforderungen und Debitorenverluste -539 -539
Total Nettogewinn/-verlust 2016 -696 -843 -2 641 -4 180
Wiederbeschaffungswerte
32.5 Offene derivate Finanzinstrumente in CHF 1 000 positiv negativ Kontraktwerte
Terminkontrakte 429 2 25 617
Devisen 429 2 25 617
Total Derivate per 31.12.2017 429 2 25 617
Terminkontrakte 135 105 19 563
Devisen 135 105 19 563
Total Derivate per 31.12.2016 135 105 19 563

Die Währungsinstrumente betreffen hauptsächlich Absicherungen von Fremdwährungsrisiken in Euro. Die Laufzeiten der Devisentermingeschäfte betragen wenige Monate.

33 Nahestehende Personen

33.1 Entschädigungen an Verwaltungsrat und Management

Die Entschädigungen an Verwaltungsrat und Geschäftsleitung werden durch das Nomination and Compensation Committee festgelegt und durch den Gesamtverwaltungsrat genehmigt. Die Summe aller Entschädigungen (ohne steuerlich akzeptierte Spesenentschädigungen), namentlich Honorare, Saläre, Gutschriften, Bonifikationen und Sachleistungen, die während des Geschäftsjahres ausgerichtet wurden und direkt oder indirekt den Verwaltungsratsmitgliedern und der Geschäftsleitung zugutekamen, betrug insgesamt TCHF 2 896 (Vorjahr TCHF 2 976).

2017 2016
in CHF 1 000 in CHF 1 000
Lohnbezüge (inkl. Cash-Boni), Honorare 1) 1 881 1 865
Vorsorgeleistungen 385 391
Aktienbezogene Vergütungen 2) 630 720
Total 2 896 2 976

1) Inkl. Sachleistungen

2) Zuteilung einer vorbestimmten Anzahl Aktien für den Verwaltungsratspräsidenten. Sie haben eine Sperrfrist von 5 Jahren. Die Bewertung entspricht dem Kurswert im Zeitpunkt der Zuteilung. Die Übertragung der Aktien für das Geschäftjahr 2017 erfolgte am 3. Januar 2018. Für die Geschäftsleitung besteht ein fixer Anspruch in Franken. Die Entschädigung erfolgt in Aktien. Die Anzahl bemisst sich nach dem Durchschnittskurs Oktober/November. Sie haben eine gestaffelte Sperrfrist zwischen 1 bis 4 Jahren. Die Auszahlung erfolgt jeweils im Dezember.

2017 2016
33.2 Übrige nahestehende Personen in CHF 1 000 in CHF 1 000
Bilanz
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1) 47 59
Erfolgsrechnung
Nettoumsatz 1) 823 511

1) Transaktionen mit Muhr und Bender KG oder deren Tochtergesellschaften sowie mit Franke Artemis Gruppe, "at arm's length" durchgeführt.

34 Bedeutende Aktionäre

31.12.2017 31.12.2016
Datum der Meldung Anzahl Aktien Kapitalanteil Anzahl Aktien Kapitalanteil
Artemis Beteiligungen I AG und Michael Pieper 30.09.2014 2 245 949 50.32 % 2 245 949 50.32 %
Muhr und Bender KG und Dr. Thomas Muhr 1) 02.10.2017 616 500 13.81 %
Geocent AG 15.07.2013 400 285 8.97 % 400 285 8.97 %

1) Gehalten durch eine Tochtergesellschaft der Muhr und Bender KG und die Dr. Thomas Muhr Beteiligungs AG. Am 2. Oktober 2017 meldete Muhr und Bender KG und Dr. Thomas Muhr offiziell die Reduktion ihres Bestandes an Feintool-Aktien um 616 500 (13.81 %) und damit das Unterschreiten der tiefsten Meldeschwelle von drei Prozent.

35 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Es gab keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag.

36 Freigabe der Konzernrechnung

Der Konzernabschluss wurde vom Verwaltungsrat am 5. März 2018 zur Veröffentlichung freigegeben und wird der Generalversammlung vom 24. April 2018 zur Genehmigung vorgelegt.