GESCHÄFTSBERICHT 2017

FEINTOOL-GRUPPE

EBIT in Lokalwährung organisch um 15.7 % gesteigert.

Wichtige Kennzahlen auf einen Blick

(nur weitergeführte Bereiche)

2017

2016

2015

2014

2013

01.01.–31.12.17

01.01.–31.12.16

01.01.–31.12.15

01.01.–31.12.14

01.01.–31.12.13

Operative Kennzahlen

in CHF Mio.

Erwartete Abrufe Serienteilefertigung

264.0

240.9

209.6

213.9

181.0

Auftragseingang Dritte (Investitionsgüter)

82.7

57.2

77.2

86.7

77.6

Auftragsbestand Dritte (Investitionsgüter)

38.3

19.1

36.0

32.9

29.9

Nettoumsatz

612.3

552.2

508.9

503.4

435.7

Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA)

83.2

76.0 1)

61.4

62.9

47.0

Betriebsergebnis (EBIT)

46.3

41.3 1)

32.9

35.1

20.4

Konzernergebnis

27.7

26.6 1)

20.1

24.6

14.8

Renditekennzahlen

in %

EBITDA-Marge

13.6

13.8 1)

12.1

12.5

10.8

EBIT-Marge

7.6

7.5 1)

6.5

7.0

4.7

Umsatzrendite

4.5

4.8 1)

3.9

4.9

3.4

Geldfluss- und Bilanzdaten

in CHF Mio.

Geldfluss aus Geschäftstätigkeit

38.5

74.1

40.1

50.8

49.4

Geldfluss für Investitionstätigkeit (netto)

-77.1

-59.4

-29.9

-12.1

-34.9

Betrieblicher Geldfluss (Free Cashflow)

-38.6

14.7

10.2

38.7

14.6

Bilanzsumme

597.4

530.7

426.9

427.4

398.9

Konzerneigenkapital

255.2

229.9

207.9

202.9

183.8

Fremdkapital

342.2

300.8

219.0

224.6

215.1

Nettoverschuldung

81.9

16.2

11.1

9.3

33.0

Eigenkapitalquote

42.7 %

43.3 %

48.7 %

47.5 %

46.1 %

Bruttoinvestitionen

60.1

74.9

31.8

43.4

36.6

Kennzahlen je Aktie

in CHF

Ergebnis je Aktie (unverwässert)

6.22

5.97 1)

4.51

5.53

3.53

Dividende je Aktie

2.00 2)

2.00

1.50

1.50

1.20

Eigenkapital je Aktie

57.19

51.61

46.72

45.55

43.80

Sonstige

Anzahl Mitarbeitende per Jahresende (ohne Lernende)

2 485

2 239

2 049

1 987

1 818

1) Im Geschäftsjahr 2016 wurde in der Schweizer Pensionskasse eine Reglementsänderung beschlossen, welche gemäss IAS 19 einen positiven Effekt von TCHF 7 083 auf die Gesamtergebnisrechnung hatte (Betrag exkl. latente Steuern von TCHF 1 629). Die Beträge vom EBITDA, EBIT, Konzergebnis, Umsatzrendite sowie Ergebnis pro Aktie werden in dieser Übersicht ohne diesen Effekt dargestellt.

2) Antrag des Verwaltungsrats

Mit einer Steigerung von knapp 11 Prozent erhöht Feintool den Umsatz im Berichtsjahr. Das Betriebsergebnis (EBIT) wächst um 12 Prozent.

1) Im Vorjahr wurde in der Schweizer Pensionskasse eine Reglementsänderung beschlossen, welche gemäss IAS 19 einen positiven Effekt von TCHF 7 083 auf die Gesamtergebnisrechnung hat. Der EBITDA und EBIT werden in dieser Übersicht ohne diesen Effekt dargestellt.

Finanzielle Berichterstattung

per 31. Dezember 2017

GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Allgemein

Die konsolidierte Jahresrechnung des Geschäftsjahres 2017 gilt für die Feintool International Holding AG und all ihre Tochtergesellschaften. Sie umfasst den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017.

Am 13. April 2017 übernahm Feintool die Schuler (Tianjin) Metal Forming Technology Center Co., Ltd. in Tianjin (China). Die Gesellschaft wurde anschliessend in Feintool Automotive System Parts (Tianjin) Co., Ltd. umbenannt. Diese Gesellschaft stellt mit Transferpressen Umformteile für die Automobilindustrie her und erwirtschaftete seit der Übernahme einen Umsatz von CHF 11.6 Mio. und einen negativen EBIT von CHF 2.0 Mio. Feintool schloss mit diesem Kauf die strategische Lücke auch in Asien Umformanwendungen anbieten zu können.

Im Sommer 2016 beschloss der Stiftungsrat der schweizerischen Personalvorsorgeeinrichtung von Feintool gemeinsam mit der Stifterfirma, die Vorsorgeeinrichtung zu sanieren. Die Sanierung erfolgt einerseits durch erhöhte Beiträge durch die Stifterfirma während der kommenden Jahre und andererseits durch die stufenweise Herabsetzung des Umwandlungssatzes für die künftigen Altersrenten. Die Sanierung hatte im Vergleichsjahr einen einmaligen positiven Effekt auf die Personalkosten in Höhe von CHF 7.1 Mio. Die folgenden Ausführungen beziehen sich – wenn nicht ausdrücklich anders erwähnt – auf das operative Geschäft von Feintool ohne diesen Einmaleffekt.

Im Berichtsjahr erstarkte der Euro gegenüber den Schweizer Franken erheblich (Schlusskurs +9.0 %). Daraus resultierten im Abschluss teilweise erhebliche Bewertungsdifferenzen.

Auftragseingang und Auftragsbestand im Investitionsgütergeschäft; erwartete Abrufe in der Serienteilefertigung

Der Auftragseingang des im Investitionsgütergeschäft tätigen Segments Fineblanking Technology stieg insgesamt um 17.2 % auf CHF 100.6 Mio. (Vorjahr CHF 85.8 Mio.), wovon CHF 17.9 Mio. vom Segment System Parts stammen, deutlich weniger als im Vorjahr (Vorjahr CHF 28.6 Mio.). Der Auftragseingang aus Drittgeschäften stieg somit markant um 44.5 % auf CHF 82.7 Mio. (Vorjahr CHF 57.2 Mio.). Mit einem Anteil von 17.8 % (Vorjahr 33.3 %) bleibt des Segments System Parts grösster Kunde.

Als Konsequenz stieg der Auftragsbestand insgesamt um 29.4 % auf CHF 45.4 Mio. (Vorjahr CHF 35.1 Mio.). Der Auftragsbestand für interne Bestellungen halbierte sich anderseits auf CHF 7.1 Mio. Der Auftragsbestand aus Drittgeschäften verdoppelte sich somit auf CHF 38.3 Mio. (Vorjahr CHF 19.1 Mio.), was einen Arbeitsvorrat von gut acht Monaten für das langfristige Pressengeschäft bedeutet. Somit besteht für den Pressenbau eine gestärkte Ausgangslage für das Geschäftsjahr 2018.

Die erwarteten Abrufe im Serienteilegeschäft für die nächsten sechs Monate betragen CHF 264.0 Mio. Damit nahm dieser Wert gegenüber dem Vorjahr um 9.5 % zu, wobei CHF 3.9 Mio. das neue Umformwerk in Tianjin betreffen. Feintools Kunden erwarten entsprechend in allen Regionen für die nächsten sechs Monate einen erfreulichen Geschäftsverlauf.

Nettoumsatzentwicklung

Der konsolidierte Gruppenumsatz stieg in Berichtswährung um 10.9 % auf CHF 612.3 Mio. (Vorjahr CHF 552.2 Mio.). Im Berichtsjahr unterstützten Währungsverschiebungen das Wachstum mit einem Effekt von CHF 3.7 Mio. oder 0.7 Prozentpunkten. Die Akquisition des chinesischen Umformwerks steuerte CHF 11.6 Mio. oder 2.1 Prozentpunkte bei. In Lokalwährung verzeichnete Feintool somit ein organisches Umsatzwachstum von 8.1 %. Eine gute Konjunktur im Automobil-Umfeld und die steigenden Mengen neuer Produkte ermöglichten diese Entwicklung. Das Segment System Parts erwirtschaftete 89.4 % des Drittumsatzes (Vorjahr 86.8 %) und war für das Wachstum verantwortlich. Fineblanking Technology trug – bei stabilem Umsatz – demzufolge 10.6 % (Vorjahr 13.2 %) bei. Unter Einbezug der gruppeninternen Verkäufe betrug der Anteil vom Investitionsgüterbereich Fineblanking Technology 14.3 % (Vorjahr 16.2 %). Auch in Zukunft treibt das Teilegeschäft Feintools Wachstum.

11.0 %

organisches Wachstum
des Serienteilegeschäfts

Der Umsatz des Segments System Parts wuchs im Geschäftsjahr um 14.2 % auf CHF 547.4 Mio. (Vorjahr CHF 479.3 Mio.). Die positiven Währungseinflüsse beliefen sich auf CHF 3.8 Mio., der positive Effekt der Akquisition betrug CHF 11.6 Mio. Das Wachstum des Segments in Lokalwährung erreichte somit 13.4 % bzw. 11.0 % ohne Akquisition. Der Umsatz in Europa stieg um 25.0 % auf CHF 315.9 Mio., einen positiven Währungseinfluss von CHF 6.0 Mio. enthaltend. In Lokalwährung betrug das Wachstum somit hohe 22.6 %. Das Geschäft in Nordamerika verzeichnete einen Rückgang um 2.6 % auf CHF 171.8 Mio. Der Währungseinfluss des US-Dollar beeinflusste den Umsatz mit CHF 1.2 Mio. negativ, somit resultierte letztlich ein Rückgang in Lokalwährung von 1.9 %. Damit sank Feintools Umsatz geringer als der amerikanische Gesamtmarkt (-3.7 %). Der Umsatz in Asien stieg um 20.7 % auf CHF 61.0 Mio. Die Akquisition des Umformwerks in China verursachte einen positiven Effekt in Höhe von CHF 11.6 Mio., anderseits verringerten Währungsverschiebungen den Umsatz um CHF 1.0 Mio. Das Asiengeschäft ohne Währungs- und Akquisitionseinflüsse verharrte auf Vorjahresniveau, wobei eine Verlagerung in Höhe von rund CHF 2.0 Mio. von Japan nach China stattfand. Auf Grund vieler Lokalisierungsprojekte der japanischen Automobilhersteller stagniert die Fahrzeugproduktion in Japan seit einigen Jahren. Der Umsatzanteil der europäischen Standorte des Teilegeschäfts stieg somit auf 57.7 % (Vorjahr 52.7 %), da die europäischen Gesellschaften deutlich stärker als der Gruppendurchschnitt wuchsen. Der Anteil der Standorte in den USA sank auf 31.4 % (Vorjahr 36.8 %). Der asiatische Anteil blieb mit 10.9 % (Vorjahr 10.5 %) beinahe unverändert.

Der Umsatz des Segments Fineblanking Technology betrug CHF 91.4 Mio. (Vorjahr CHF 92.7 Mio.) und sank somit leicht um 1.4 %, bzw. um 1.3 % in Lokalwährung. Während der interne Umsatz mit dem Segment System Parts um CHF 6.7 Mio. zunahm, reduzierte sich der Umsatz mit Drittkunden um CHF 8.0 Mio. oder 10.0 %.

Insgesamt verkaufte die Feintool-Gruppe Produkte und Dienstleistungen im Umfang von CHF 334.7 Mio. oder 54.7 % in Europa (Vorjahr CHF 287.6 Mio. oder 52.1 %). Mit einem Umsatz von CHF 171.8 Mio., anteilig 28.1 % (Vorjahr CHF 168.8 Mio. respektive 30.6 %), wuchsen die Verkäufe in Nordamerika klar schwächer als in den anderen Regionen. Der asiatische Umsatz stieg anderseits deutlich auf CHF 105.8 Mio. oder einen Anteil von 17.2 % (Vorjahr CHF 95.9 Mio. respektive 17.3 %), wobei die Steigerung auf die Akquisition des Umformwerkes in Tianjin zurückzuführen ist.

Bruttomargenentwicklung

Die Bruttomarge sank leicht gegenüber dem Vorjahr um 0.2 Prozentpunkte auf 40.1 %, der Bruttogewinn nahm um 10.4 % zu und betrug im Geschäftsjahr CHF 245.6 Mio.

Material ist für Feintool die mit Abstand grösste Kostenkomponente. Im Berichtsjahr stieg der Materialanteil am Umsatz von 44.4 % auf 45.7 % und die Materialkosten betrugen CHF 279.9 Mio. (Vorjahr CHF 245.0 Mio.). Darin enthalten sind auch Kosten für auswertige Bearbeitung der Teile wie Härten oder Beschichten. Die Veränderung des Materialanteils beruht einerseits auf der laufenden Erhöhung der im Hause erbrachten Wertschöpfung (Härten, Doppeldiskusschleifen etc.), was den Materialanteil senkt. Anderseits sind im Berichtsjahr die Stahlpreise stark gestiegen. Dank Preisgleitklauseln in vielen Kundenverträgen und intensiven Verhandlungen konnte Feintool den grossen Teil dieser Steigerungen an ihre Kunden weitergeben. Trotzdem hatten diese Preissteigerungen einen deutlichen Einfluss auf den prozentualen Materialanteil. Die direkten Personalaufwendungen betrugen CHF 90.3 Mio. oder 14.8 % vom Umsatz. Die prozentuale Abnahme der direkten Personalaufwendungen von 1.1 Prozentpunkten ist eine Folge verbesserter Produktionsabläufe in vielen Werken.

Das Segment System Parts erreichte eine Bruttomarge von 39.4 %, die leicht unter dem Vorjahreswert liegt (Vorjahr 39.7 %). Effizienzsteigerungen an vielen Standorten und die erhöhte Wertschöpfungstiefe kompensierten die aufgrund der höheren Stahlpreise höheren Materialanteile. Das im Jahre 2015 gekaufte Werk in Sachsen (Deutschland), welches über 140 Werkzeuge übernahm, belastete die Bruttomarge aufgrund hoher Ausbildungs- und Vorlaufkosten für die Bemusterungen dieser Teile. Ähnliches gilt für die beiden chinesischen Werke, welche im Vergleich zum Umsatz ebenfalls massiv höhere Ausbildungs- und Bemusterungskosten aufwiesen. Das neue Werk in Most (tschechische Republik), dessen Grundsteinlegung im November 2017 erfolgte, hatte nur einen unwesentlichen Einfluss.

Im Segment Fineblanking Technology sank die Bruttomarge leicht auf 38.3 % (Vorjahr 39.8 %). Dieser Rückgang lässt sich einerseits auf Produktemixveränderungen, anderseits aber auch an einen höheren Anteil interner Maschinen mit leicht tieferer Marge zurückführen.

Wesentliche Aufwandpositionen

Der Personalaufwand stieg insgesamt um CHF 20.8 Mio. auf CHF 179.9 Mio. beziehungsweise 29.4 % des Umsatzes (Vorjahr 28.8 %). Ohne den Einmaleffekt im Vorjahr aus der Senkung des Umwandlungssatzes für Altersrenten in den schweizerischen Personalvorsorgeeinrichtungen betrug die Zunahme noch CHF 13.8 Mio. Die Zunahme erfolgte weitgehend im Segment System Parts, der Personalkostenanteil betrug im Berichtsjahr 25.7 % (Vorjahr 26.9 %). Trotz erneut hoher Investitionen in die Zukunft, wie der Aufbau der beiden Produktionsbetriebe in China, dem Werk in Oelsnitz und die ersten Einstellungen für unseren neuen Standort in Most (Tschechische Republik) konnte der Personalaufwand prozentual leicht gesenkt werden. Zudem ist die Erhöhung der Wertschöpfung durch zusätzliche Arbeitsschritte wie beispielsweise „Härten“ ebenfalls mit Schulungsaufwand und einer entsprechenden Personalzunahme verbunden.

Der übrige Betriebsaufwand stieg um CHF 6.4 Mio. auf CHF 78.1 Mio. Das Verhältnis zum Umsatz sank leicht auf 12.8 % (Vorjahr 13.0 %). Durch konsequentes Kostenmanagement konnte die Kostensteigerung gebremst werden. Der übrige Betriebsertrag stieg auf CHF 2.4 Mio. Durch die fortlaufende Fokussierung auf die Kernaktivitäten pendelten sich die Erträge aus Nebenleistungen sowie Erträge aus nicht mehr benutzten Liegenschaften auf tiefem Niveau ein.

Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA)

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) stieg in diesem Jahr um CHF 7.3 Mio. oder 9.5 % auf CHF 83.2 Mio. Der Währungseinfluss in Höhe von CHF 0.7 Mio. wirkte sich positiv aus. Die EBITDA-Marge lag mit 13.6 % im Geschäftsjahr leicht unter dem Vorjahr.

Abschreibungen und Wertverminderungen

Die Abschreibungen stiegen in diesem Jahr um 6.6 % auf CHF 36.9 Mio. Ursachen sind die hohen Investi­tionen der vergangenen Jahre, insbesondere im Segment System Parts. Im Verhältnis zum Umsatz sanken die Abschreibungen jedoch von 6.3 % auf 6.0 %. Die Investitionen überstiegen mit CHF 60.1 Mio. die Abschreibungen auch im Geschäftsjahr deutlich, sodass diese Aufwandposition in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird.

Betriebsergebnis (EBIT)

Feintool erwirtschaftete ein operatives Ergebnis (EBIT) in Höhe von CHF 46.3 Mio. (Vorjahr CHF 41.3 Mio.), entsprechend einer EBIT-Marge von 7.6 % (Vorjahr 7.5 %). Der positive Währungseinfluss auf EBIT-Stufe betrug CHF 0.5 Mio. In Lokalwährung steigerte Feintool somit das operative Ergebnis (EBIT) um 10.7 %, wobei das akquirierte chinesische Umformwerk mit einem negativen EBIT von CHF 2.0 Mio. und dazugehörende Akquisitionskosten in Höhe von CHF 0.4 Mio. das operative Ergebnis belasteten.

9.6 %

EBIT-Marge
im Serienteilegeschäft

Das operative Ergebnis des Segments System Parts stieg stark um CHF 8.3 Mio. oder 18.7 % (währungsbereinigt 17.5 %) auf CHF 52.6 Mio. (Vorjahr CHF 44.4 Mio.). Das Umsatzwachstum aufgrund der erneut guten Automobilkonjunktur und die Neuanläufe bzw. Hochläufe vieler Produkte führten zu einer höheren Kapazitätsauslastung der meisten Betriebe, was insgesamt einen positiven Effekt auf die Marge hatte. Effizienzsteigerungsprogramme an allen Standorten und eine höhere Wertschöpfung unterstützten diese erfreuliche Entwicklung. Die EBIT-Marge stieg dadurch nochmals leicht auf 9.6 %. Die europäischen Standorte verzeichneten eine markante Zunahme des Betriebsergebnisses von CHF 11.5 Mio. Währungsverschiebungen zwischen dem Euro und dem Schweizer Franken hatten einen positiven Einfluss in Höhe von CHF 0.7 Mio. Insgesamt erwirtschaftete dieser Bereich ein Betriebsergebnis in Höhe von CHF 32.8 Mio., was einer Steigerung von über 50 % entspricht. Dieser Bereich profitierte vom schnellen Wachstum der Aufträge, welche in den Vorjahren im Markt gewonnen wurden; allerdings kämpfen einzelne Standorte mit Zusatzkosten, welche aus dem schnellen Wachstum resultieren. Die amerikanischen Standorte steuerten mit einem EBIT von CHF 18.0 Mio. ebenfalls einen schönen Anteil zum Ergebnis bei. Dies entspricht währungsbereinigt einer Zunahme von 4.3 % gegenüber dem Vorjahr. In Asien sank der EBIT im Teilegeschäft stark auf CHF 1.8 Mio. Das neue Werk in Tianjin erwirtschaftete einen negativen EBIT in Höhe von CHF 2.0 Mio. Auch das andere chinesische Werk rutschte nochmals leicht in die Verlustzone. Anderseits erbrachte Japan erneut ein erfreuliches Ergebnis, auch wenn die Automobilproduktion in Japan seit Jahren stagniert.

Das Segment Fineblanking Technology erzielte einen Betriebsgewinn von CHF 4.0 Mio. (Vorjahr CHF 4.3 Mio.). Die Marge sank gegenüber dem Vorjahr leicht auf 4.4 % (Vorjahr 4.7 %). Hauptgrund dieser Entwicklung sind der leicht tiefere Umsatz sowie die ebenfalls leicht geschrumpfte Bruttomarge. Die Forschungsausgaben wurden bewusst – als Investition in die Zukunft – auf CHF 7.0 Mio. erhöht.

Die nicht operativen Einheiten verursachten Kosten in Höhe von CHF 9.0 Mio. (Vorjahr CHF 6.9 Mio.). Darin enthalten sind einmalige Kosten für die im Dezember eingeleiteten Fokussierungsmassnahmen in Höhe von CHF 2.0 Mio. Ohne diesen Sondereffekt lagen die Kosten weitgehend auf Vorjahresniveau.

Finanzergebnis

Das Nettofinanzergebnis verschlechterte sich deutlich auf CHF -6.2 Mio. (Vorjahr CHF -3.2 Mio.). Darin enthalten sind Währungsverluste in Höhe von CHF 2.9 Mio. (Vorjahr Währungsgewinn CHF 0.5 Mio.). Das Nettofinanzergebnis ohne Währungseinflüsse nahm um CHF 0.3 Mio. auf CHF 3.3 Mio. ab.

Steuern

Der operative Steueraufwand der Feintool-Gesellschaften summierte sich auf CHF 12.4 Mio. Die effektive Steuerquote von 30.8 % lag dabei leicht höher wie im Vorjahr (29.1 %). Feintools Hauptmärkte Deutschland, USA und Japan haben alle hohe Steuerbelastungen. Die Reduktion des Steuersatzes in den USA bewirkt für die Zukunft eine Reduktion des theoretischen Steuersatzes auf rund 24.0 %. Wie auch in den Vorjahren wird der Steueraufwand durch Verluste in Ländern (insb. China) beeinflusst, in welchen die Verlustvorträge relativ schnell verjähren. Die nicht aktivierten Verlustvorträge nahmen daher im Berichtsjahr um CHF 7.7 Mio. auf CHF 22.1 Mio. zu.

Konzernergebnis

Das Konzernergebnis stieg gegenüber dem Vorjahr leicht auf CHF 27.7 Mio. (Vorjahr CHF 26.6 Mio.). Die Nettoumsatzrendite von 4.5 % sank allerdings aufgrund des deutlich höherem Umsatzes gegenüber dem Vorjahr leicht (4.8 %).

KONSOLIDIERTE BILANZ

Der Kauf des chinesischen Umformwerks und die erneut sehr hohen Investitionen verursachten im Berichtsjahr eine erhebliche Verlängerung der Bilanz. Die Bilanzsumme stieg um 12.6 % oder CHF 66.7 Mio. auf CHF 597.4 Mio.

Da sich die Veränderungen weitgehend kompensierten, veränderte sich das Umlaufvermögen in Höhe von CHF 255.3 Mio. insgesamt nur minimal. Die liquiden Mittel nahmen infolge der Akquisition und weiterhin hoher Investitionen – um CHF 40.4 Mio. auf CHF 52.4 Mio. ab. Die Forderungen stiegen anderseits massiv (+30.1 %) und betrugen CHF 111.5 Mio. Lediglich CHF 3.2 Mio. der Zunahme haben akquisitorischen Charakter. Im Verhältnis zum Umsatz stiegen die Forderungen von 15.5 % auf 18.2 %. Der in der Automobilindustrie generelle Trend zu längeren Zahlungszielen war auch im Berichtsjahr feststellbar. Die Altersstruktur der Forderungen hat sich im Berichtsjahr kaum verändert. Der Bestand der im Rahmen nicht bilanzierungspflichtiger Factoring-Programme verkauften Forderungen nahm ebenfalls zu und betrug CHF 13.3 Mio. (Vorjahr CHF 10.5 Mio.). Die Vorräte und Nettoguthaben aus Fertigungsaufträgen stiegen um CHF 12.5 Mio. auf CHF 84.6 Mio., wobei CHF 8.2 Mio. aus der Akquisition stammen. Ohne Akquisition wäre die Zunahme nur CHF 4.3 Mio. oder mit 6.0 %, deutlich tiefer wie die Umsatzzunahme. Die aktiven Abgrenzungen stiegen auf CHF 4.3 Mio.

Das operative Nettoumlaufvermögen stieg um CHF 17.4 Mio. auf CHF 78.1 Mio. und betrug somit 12.8 % des Umsatzes (Vorjahr 11.0 %). Die Hauptursache dieser Zunahme liegt in der Entwicklung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, welche um CHF 19.4 Mio. zunahmen sowie die Steigerung der Vorräte und Nettoguthaben aus Fertigungsaufträgen um CHF 12.5 Mio. Die Lieferantenverbindlichkeiten und passiven Abgrenzungen stiegen nur um CHF 13.2 Mio. und kompensierten nur teilweise. Feintool nutzt unverändert die von einigen wichtigen Lieferanten gewährten Skonti und Zahlungsrabatte konsequent, dadurch reduziert sich zwangsweise die Flexibilität bei den Verbindlichkeiten.

Das Anlagevermögen stieg infolge erneut hoher Investitionen von CHF 60.1 Mio. stark (+24.5 %) auf CHF 342.1 Mio. Der Kauf des chinesischen Werks verursachte dabei eine Zunahme des Anlagevermögens um CHF 38.5 Mio. Ohne den Akquisitionseffekt betrüge die Zunahme des Anlagevermögens lediglich 10.5 %. Das Sachanlagevermögen wuchs um CHF 42.5 Mio. – CHF 15.5 Mio. aus der Akquisition – auf CHF 280.0 Mio. Die immateriellen Anlagen stiegen um CHF 25.3 Mio. auf CHF 43.7 Mio., wobei CHF 23.0 Mio. der Akquisition entstammten. Die organischen Zunahmen verteilen sich auf aktivierte Forschungs- und Entwicklungsleistungen, Software und einige kleineren Positionen. Die Finanzanlagen blieben mit CHF 1.6 Mio. unverändert. Die latenten Steuerforderungen sanken minimal auf CHF 16.7 Mio.

Auf der Passivseite stieg das Fremdkapital deutlich um CHF 41.3 Mio. auf CHF 342.2 Mio., wovon die Akquisition über 60.0 %, nämlich CHF 25.1 Mio. der Zunahme verursachte. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die übrigen Verbindlichkeiten stiegen um CHF 4.2 Mio. und betrugen CHF 74.8 Mio., wobei CHF 6.0 Mio. aus dem Kauf resultierten. Die Verbindlichkeiten der übrigen Gesellschaften gingen somit leicht zurück. Die passiven Rechnungsabgrenzungen, die kurz- und langfristigen Rückstellungen sowie die latenten Steuerverbindlichkeiten stiegen um CHF 10.5 Mio. (CHF 6.4 Mio. aus der Akquisition) auf CHF 63.7 Mio. Die Verbindlichkeit für die Personalvorsorge (IAS 19) sank im Geschäftsjahr um CHF 3.6 Mio. auf CHF 59.5 Mio. Während die Verpflichtung der schweizerischen Pläne um CHF 5.0 Mio. abnahm, stiegen die Verpflichtungen in Deutschland – teilweise aufgrund der Euro-Aufwertung – um CHF 1.3 Mio. Die eingeleitete Sanierung der schweizerischen Personalvorsorge hatte – aufgrund der Reduzierung des Umwandlungssatzes für die Altersrenten – im Vorjahr einen einmaligen positiven Effekt von CHF 7.1 Mio. auf diese Position.

Das verzinsliche Fremdkapital stieg stark um CHF 25.3 Mio. – wovon CHF 12.7 Mio. durch Schuldenübernahme aus dem Kauf in China – auf CHF 134.2 Mio. CHF 30.7 Mio. der verzinslichen Verbindlichkeiten wiesen kurzfristigen Charakter auf. Die langfristigen verzinslichen Verbindlichkeiten stiegen im Berichtsjahr um CHF 10.5 Mio. auf CHF 103.5 Mio. Im Berichtsjahr unterzeichnete Feintool einen neuen Syndikatskredit in Höhe von CHF 90.0 Mio. Mit CHF 134.1 Mio. an flüssigen Mittel und verfügbaren, bestätigten Banklinien verfügt Feintool im Vergleich zum Vorjahr – trotz hoher Investitionen und der Akquisition in China – über mehr finanzielle Flexibilität (Vorjahr CHF 117.8 Mio.).

Das Eigenkapital betrug am 31. Dezember 2017 CHF 255.2 Mio. (Vorjahr CHF 229.9 Mio.). Die Eigenkapitalquote sank infolge der Bilanzverlängerung leicht von 43.3 % auf 42.7 %. Der Eigenkapitalnachweis zeigt, dass der Konzerngewinn das Eigenkapital um CHF 27.7 Mio. erhöhte. Die ausgeschüttete Dividende reduzierte andererseits das Eigenkapital um CHF 8.9 Mio. Einen positiven Effekt verursachten direkt im Eigenkapital verbuchte versicherungstechnische Neubewert-ungen im Rahmen der Personalvorsorge (IAS 19) in Höhe von CHF 3.9 Mio. und Währungsumrechnungsdifferenzen in Höhe von CHF 2.6 Mio. Die übrigen Positionen hatten kaum Einfluss.

KONSOLIDIERTE GELDFLUSSRECHNUNG

Der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit war mit CHF 38.5 Mio. deutlich kleiner wie im Vorjahr (CHF 74.1 Mio.). Im Berichtsjahr stieg das Nettoumlaufvermögen stark um CHF 36.7 Mio. Der Geldfluss aus Investitionstätigkeit ist mit CHF 77.1 Mio. massiv negativ, wobei CHF 24.7 Mio. dem Barkaufpreis des chinesischen Umformwerkes entsprachen. Zusätzlich wurden Leasingfinanzierungen in Höhe von CHF 6.2 Mio. ausbezahlt. Insgesamt ergab sich somit ein negativer betrieblicher Geldfluss von CHF 38.6 Mio. (Vorjahr CHF 14.7 Mio. positiv). Feintool konnte im Berichtsjahr die sehr hohen Investitionen nicht aus dem operativen Geschäft finanzieren.

MITARBEITENDE

Die Anzahl der Mitarbeitenden (ohne Lernende) nahm im Geschäftsjahr um 246 auf 2 485 zu. Zusätzlich befinden sich 81 Jugendliche (Vorjahr 68) in unseren Unternehmen in Ausbildung. Das Segment System Parts beschäftigte 2 206 Mitarbeitende, was einer Zunahme von 244 Personen entspricht. Die Zunahme erfolgte aufgrund des stark gewachsenen Umsatzes in Europa um 152 auf 1 244 Mitarbeitende und in Asien, wo 350 Mitarbeiter angestellt sind. Dies entspricht einer Zunahme von 111 Personen, wobei sich 52 auf die Akquisition zurückführen lassen. In den USA nahm die Anzahl Mitarbeiter auf 612 ab (-19 gegenüber Vorjahr). Das Segment Fineblanking Technology beschäftigte zum Jahresende 239 Mitarbeitende (-3 gegenüber Vorjahr). 40 Mitarbeitende (+5) sind in den nicht direkt operativen Bereichen beschäftigt.

Insgesamt sind 419 Mitarbeitende und 32 Auszubildende in der Schweiz beschäftigt, was einer Zunahme von 26 Personen bzw. einem Auszubildenden entspricht.