GESCHÄFTSBERICHT 2017

Segment System Parts

Bestehende Werke arbeiten voll ausgelastet, neue Standorte werden aufgebaut. Das Geschäft mit Feinschneid- und Umformteilen befindet sich weiterhin im Aufschwung. Dafür sorgt unter anderem die weltweit steigende Automobilproduktion.

Das Segment System Parts treibt das Wachstum der ganzen Gruppe voran: 2017 lag sein Anteil am Gesamtumsatz der Feintool-Gruppe bei 89.4 Prozent; im Vorjahr waren es noch 87 Prozent. Diese Entwicklung lässt sich auf den langfristigen Wachstumskurs des Segments zurückführen. Das Geschäft mit Feinschneid- und Umformteilen ist mit einem Umsatz von CHF 548 Mio. im Vergleich zum Vorjahr deutlich gewachsen. Der Anstieg lag bei 14.3 Prozent. Dies liegt vor allem an der guten wirtschaftlichen Situation der Automobilindustrie, die die grösste Kundengruppe des Segments darstellt. Feintool verzeichnete zahlreiche Neuanläufe; besonders die Lieferungen einbaufertiger Teile für Allradkomponenten haben 2017 zugenommen. Auch die Zunahme von alternativen Antrieben wirkt sich positiv auf das Ergebnis aus. So stieg etwa die abgesetzte Menge von Bauteilen für Hybridantriebe – wenn auch noch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.

Weltweit gute Ergebnisse

Angesichts dieser guten Situation waren die bestehenden europäischen Feintool-Werke – vor allem die deutschen Standorte – 2017 mehr als ausgelastet. Hier zeigt sich die starke Position der europäischen Automobilindustrie. Vor allem die deutschen OEM und ihre Zulieferer bewegten sich 2017 umsatztechnisch auf einem Allzeithoch. Grosse Herausforderungen bereitete dem Segment in Europa lediglich eine Stahlpreiserhöhung im ersten Halbjahr 2017. Feintool ist es gelungen, einen Teil der Kostensteigerung an die Kunden weiterzureichen.

Zugleich wird China als Absatzmarkt immer wichtiger, da dort zunehmend Pkws aus dem Premium-Segment produziert werden. In deren Getrieben sind besonders viele Feinschneidteile verbaut. Dadurch ergibt sich für Feintool ein besonders hohes Potenzial in China.

In Japan hat das Segment System Parts seinen Umsatz und sein Ergebnis auf einem hohen Niveau stabil gehalten. Dies ist insbesondere erfreulich angesichts des demografischen Wandels im Land, der zu immer weniger Abnehmern von Automobilen führt. In dieser Situation konnte Feintool seine Marktposition behaupten und ein hochprofitables Geschäft verbuchen.

Auch in den USA blieben Umsatz und Ergebnis stabil. Angesichts der Sättigung des US-amerikanischen Automobilmarkts zeigt dies, dass Feintool die Kundenbedürfnisse in den USA optimal bedient.

Gezielte Investitionen

Um die weltweit hohe Nachfrage nach Feintool-Produkten bedienen zu können und weiteres Wachstum zu ermöglichen, setzte das Unternehmen 2017 seine Expansionsstrategie fort. Diese fokussiert sich auf die Kernmärkte Europa, Nordamerika und Asien. Mit dem akquirierten Umformwerk in Tianjin kommt Feintool der zunehmenden Nachfrage auf dem chinesischen Markt entgegen und schliesst zwei strategisch wichtige Lücken. Einerseits bietet Feintool nun auch die Umformtechnologie in China an, andererseits hat das Unternehmen jetzt auch den Norden des Landes erschlossen. Zwei Umformpressen haben 2017 die Produktion aufgenommen, 2019 wird eine dritte Presse folgen, eine vierte ist in Planung. Dafür wird das Werk weiter ausgebaut werden.

Auch in Europa hat Feintool investiert, um den wachsenden Automobilmarkt dort noch besser bedienen zu können. 2017 begann der Bau eines neuen Werks im tschechischen Most, das auf der Strecke zwischen Dresden und Prag liegt. Der neue Standort wird den gesamten Feinschneidprozess abbilden – mit Fokus auf Serienteilefertigung und Ersatzelemente. Beim Produktionsstart Ende 2018 werden dort rund 60 Mitarbeitende tätig sein.

In den USA hat Feintool 2017 ein neues Vertriebs- und Entwicklungsbüro in der Nähe von Detroit eröffnet. Damit rückt Feintool möglichst nah an seine US-amerikanischen Kunden heran. Ziel ist dabei, mit den OEM und Tier-1-Partnern noch intensiver in Forschung, Entwicklung und Vertrieb zusammenzuarbeiten.

Erweiterte Wertschöpfung

Feintool baut das Angebot für seine Kunden kontinuierlich aus und erschliesst so neue Geschäftsfelder: Hierzu gehören beispielsweise ergänzende Fertigungsverfahren wie Härten, Schweissen und Schleifen. Das Unternehmen kommt somit den Kunden entgegen, die Entwicklungs-Know-how und Fertigungskompetenz zunehmend aus einer Hand nachfragen. So gelingt es Feintool, neue Kunden zu gewinnen und bestehende Kunden stärker an sich zu binden. Als einen zusätzlichen Prozess bietet Feintool beispielsweise das Doppeldiskusschleifen (DDS) weltweit in gleich hoher Qualität und Effizienz an. Dieses wurde zunächst in Lyss als Nachbearbeitungsverfahren für Ventilplatten eingesetzt und in Taicang sowie in Cincinnati für die Produktion von Nockenwellenverstellerdeckeln ausgerollt. Es ist ebenfalls ein DDS-Einsatz am neuen Standort in Most geplant. Das Vorgehen, einen Fertigungsprozess an einem Standort aufzubauen und dann an anderen Werken auszurollen, verspricht höchstmögliche Effizienz.

Dank all dieser Aktivitäten wird das Segment System Parts seinen Wachstumskurs 2018 fortsetzen.