GESCHÄFTSBERICHT 2017

segment Fineblanking Technology

Der Pressenbau verbuchte 2017 die meisten Auftragseingänge seit drei Jahren. Diese Entwicklung ist umso erfreulicher angesichts der Investitionszurückhaltung seitens Kunden im Vorjahr. All die neuen Aufträge zeigen, dass Feintool gut am Markt ­aufgestellt ist. Neue Entwicklungen und Services werden zudem 2018 für weiteres, nachhaltiges Wachstum sorgen.

Mit Rückenwind ist das Segment Fineblanking Technology ins Jahr 2018 gestartet. Dafür sorgt das rege Neugeschäft aus dem Vorjahr: 2017 verzeichnete der Pressenbau die meisten Auftragseingänge seit drei Jahren. Diese Entwicklung ist umso erfreulicher, da sich die Kunden 2016 zurückhaltend gezeigt haben. Dies wirkte sich aufs Geschäftsjahr 2017 aus, in dem der Umsatz stabil bei CHF 91.4 Mio. blieb.

Hohe Lebensdauer und Leistungsfähigkeit

Das Resultat ist auf mehrere Entwicklungen zurückzuführen. Eine Marktkonsolidierung auf Kundenseite hat in den vergangenen Jahren grundsätzlich die Anzahl potenzieller Abnehmer von Feinschneidpressen reduziert. Hinzu kommt die hohe Lebensdauer der Anlagen. Dank der Forschungs- und Entwicklungskompetenz von Feintool sind die neuen Pressen deutlich leistungsfähiger geworden. Unterstützt durch die Werkzeugtechnologie konnte die Anzahl Teile pro Hub erhöht werden. Somit sind die Produktionssysteme viel effizienter geworden und eine XFT 2500speed ersetzt heute zwei ältere Produktionssysteme. Die guten Ergebnisse 2017 und die zahlreichen Auftragseingänge zeugen von Feintools starker Markt­position. Allein die Bestellungen der XFT2500 speed sind im Vergleich zum Vorjahr um rund 50 Prozent gestiegen. Dies zeigt, dass sich das Modell etabliert hat und sich die Investitionen in die Servotechnologie ausgezahlt haben.

Weltweit gute Lage

Vor allem der europäische Markt – speziell Deutschland – zeichnete sich 2017 durch besonders viele Auftragseingänge aus. Das US-Geschäft lief währenddessen besser als erwartet und verzeichnete einen Anstieg des Geschäfts. Dies liegt unter anderem an einem Modernisierungsschub bei bestehenden Kunden, die ihre Feintool-Pressen auf den neusten Stand gebracht haben. In Asien haben sich vor allem China und Korea positiv entwickelt, während das Geschäft in Japan auf bescheidenem Niveau stabil blieb. Dies ist auf die voranschreitende Deindus­trialisierung Japans zurückzuführen. Im Vergleich dazu ist Korea weiter sehr produktionsstark; im Wachstumsmarkt China schreitet die Industrialisierung derweil voran. Mit dieser Entwicklung steigen auch die Qualitätsanforderungen der chinesischen Kunden. Weil der chinesische Automobilmarkt trotz steigender Absatzzahlen Über- kapazitäten in der Produktion aufweist, versuchen immer mehr Hersteller, sich mit höherer Qualität gegenüber den Wettbewerbern zu positionieren. Dabei setzen sie unter anderem auf Technologielösungen von Feintool.

Neue Entwicklungen

Das Jahr 2017 war von intensiven Forschungs- und Entwicklungsprojekten geprägt, die ab 2018 auf den Markt kommen und für weiteres Wachstum sorgen werden. Im Zuge dessen hat das Segment seine F&E-Investitionen erhöht, sodass diese bei CHF 6.0 Mio. lagen. Um sich bestens für die Zukunft aufzustellen, hat das Unternehmen im vergangenen Jahr zudem seinen Pressenbau im schweizerischen Jona modernisiert und weiterhin auf Forschungskooperationen mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie gesetzt. Ein Beispiel hierfür ist der Arbeitskreis Feinschneiden am Werkzeugmaschinenlabor (WZL) an der deutschen RWTH Aachen University. Feintool hat diese weltweit erste Forschungs-Community fürs Feinschneiden 2016 mitgegründet, die bereits im Jahr darauf um vier weitere Mitglieder gewachsen ist. Die insgesamt 36 Partner stammen aus allen Bereichen des Feinschneidens. Im ersten Jahr haben sie die Forschungsprojekte „Feinschneiden mit Hartmetall“ und „Untersuchung des Kanteneinzugs“ sowie eine Studie über die Auswirkungen der Elektromobilität auf die Feinschneidbranche umgesetzt.

Feintool hat das WZL zudem mit einer neuen XFT 2500speed ausgestattet, um den Einsatz von Industrie 4.0, Big Data und künstlicher Intelligenz beim Feinschneiden zu erforschen. Ziel ist, ein Assistenzsystem zu entwickeln, das eine optimale Produktion gewährleistet. Mit der Jiatong-Universität in Shanghai (China) hat Feintool zudem die mobile App FEINrubert entwickelt, die anhand eines Fotos über den Glattschnittanteil eines feingeschnittenen Bauteils informiert. Die App ist seit 2017 auch in China sowie weltweit im Apple App Store verfügbar. Mit der ETH Zürich hat Feintool zudem ein Forschungsprojekt zu Brennstoffzellen und Bipolarplatten vorangetrieben.

Optimierte Services

2017 eröffnete das neue Logistikzentrum in der Nähe von Frankfurt, mit dem Feintool sein Ersatzteilegeschäft stärkt. Der Standort wird Kunden global – dank hoher Lagerverfügbarkeit und optimaler Logistikprozesse – schneller und zuverlässiger bedienen. Der Bestand deckt 6’000 verschiedene Artikel ab und 80 Prozent aller angefragten Ersatzteile sind ab Lager verfügbar.

Angesichts all dieser Aktivitäten sowie der bisher eingetroffenen Auftragseingänge erwartet das Segment Fineblanking Technology im Jahr 2018 eine positive Geschäftsentwicklung.