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Geschäftsbericht 2016

Geschäftsbericht 2016

FEINTOOL-GRUPPE

Umsatz in Lokalwährung um 5.9 % gesteigert; EBIT wächst in Lokalwährung um 20.8 %

Wichtige Kennzahlen auf einen Blick

(nur weitergeführte Bereiche)

    2016 2015 2014 2013 2012 1)
    01.01.–31.12.16 01.01.–31.12.15 01.01.–31.12.14 01.01.–31.12.13 01.01.–31.12.12
Operative Kennzahlen in CHF Mio.          
Erwartete Abrufe Serienteilefertigung 240.9 209.6 213.9 181.0 138.1
Auftragseingang Dritte (Investitionsgüter) 57.2 77.2 86.7 77.6 78.8
Auftragsbestand Dritte (Investitionsgüter) 19.1 36.0 32.9 29.9 30.0
           
Nettoumsatz 552.2 508.9 503.4 435.7 427.0
Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) 2) 76.0 61.4 62.9 47.0 43.0
Betriebsergebnis (EBIT) 2) 41.3 32.9 35.1 20.4 22.0
Konzernergebnis weitergeführte Bereiche 32.1 20.1 24.6 14.8 11.4
           
Renditekennzahlen in %          
EBITDA-Marge 2) 13.8 12.1 12.5 10.8 10.1
EBIT-Marge 2) 7.5 6.5 7.0 4.7 5.2
Umsatzrendite 5.8 3.9 4.9 3.4 2.7
           
Geldfluss- und Bilanzdaten in CHF Mio.          
Geldfluss aus Geschäftstätigkeit 74.1 40.1 50.8 49.4 27.0
Geldfluss für Investitionstätigkeit (netto) -59.4 -29.9 -12.1 -34.9 -29.9
Betrieblicher Geldfluss (Free Cashflow) 14.7 10.2 38.7 14.6 -2.9
Bilanzsumme 530.7 426.9 427.4 398.9 385.9
Eigenkapital 229.9 207.9 202.9 183.8 136.8
Fremdkapital 300.8 219.0 224.6 215.1 249.2
Nettoverschuldung 16.2 11.1 9.3 33.0 75.3
Eigenkapitalquote 43.3 % 48.7 % 47.5 % 46.1 % 35.4 %
Bruttoinvestitionen 74.9 31.8 43.4 36.6 34.8
           
Kennzahlen je Aktie 3) in CHF          
Ergebnis je Aktie (unverwässert) 7.20 4.51 5.53 3.53 2.94
Dividende je Aktie 2.00 4) 1.50 1.50 1.20 1.00
Eigenkapital je Aktie 51.61 46.72 45.55 43.80 35.43
           
Sonstige          
Anzahl Mitarbeitende per Jahresende (ohne Lernende) 2 239 2 049 1 987 1 818 1 809

1)Inklusive Segment Automation, welches im Geschäftsjahr 2014 veräussert wurde

2)Im Geschäftsjahr 2016 wurde in der Schweizer Pensionskasse eine Reglementsänderung beschlossen, welche gemäss IAS 19 einen positiven Effekt von TCHF 7 083 auf die Gesamtergebnisrechnung hat. Der EBITDA und EBIT werden in dieser Übersicht ohne diesen Effekt dargestellt.

3)Umgerechnet auf eine Aktie mit Nennwert CHF 10

4)Antrag des Verwaltungsrats








1)Im Geschäftsjahr 2016 wurde in der Schweizer Pensionskasse eine Reglementsänderung beschlossen, welche gemäss IAS 19 einen positiven Effekt von TCHF 7 083 auf die Gesamtergebnisrechnung hat. Der EBITDA und EBIT werden in dieser Übersicht ohne diesen Effekt dargestellt.


Finanzielle Berichterstattung

per 31. Dezember 2016

GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Allgemein

Die konsolidierte Jahresrechnung des Geschäftsjahres 2016 gilt für die Feintool International Holding AG und all ihre Tochtergesellschaften. Sie umfasst den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016.

Am 30. März 2015 übernahm Feintool die Gabler Feinschneidtechnik GmbH im sächsischen Oelsnitz/Erzgebirge. Die Gesellschaft wurde anschliessend in Feintool System Parts Oelsnitz GmbH umbenannt.

Im Sommer 2016 beschloss der Stiftungsrat der schweizerischen Personalvorsorgeeinrichtung gemeinsam mit der Stifterfirma, die Vorsorgeeinrichtung zu sanieren. Die Sanierung erfolgt einerseits durch erhöhte Beiträge durch die Stifterfirma während der kommenden Jahre und andererseits durch die stufenweise Herabsetzung des Umwandlungssatzes für die künftigen Altersrenten. Die Sanierung hat einen einmaligen positiven Effekt auf die Personalkosten in Höhe von CHF 7.1 Mio. Die folgenden Ausführungen beziehen sich – wenn nicht ausdrücklich anders erwähnt – auf das operative Geschäft von Feintool ohne diesen Einmaleffekt.

Auftragseingang und Auftragsbestand im Investitionsgütergeschäft; erwartete Abrufe in der Serienteilefertigung

Feintool ist sowohl im Investitionsgütergeschäft als auch in der Serienteilefertigung tätig. Zur Erhöhung der Transparenz stellt Feintool den Auftragseingang und Auftragsbestand im Investitionsgütergeschäft einerseits und die erwarteten Abrufe in der Serienteilefertigung andererseits gesondert dar. Im Investitionsgütergeschäft sind Auftragseingang und -bestand rechtsverbindliche Bestellungen. Im Serienteilegeschäft stellt der „Auftragsbestand“ die erwarteten Abrufe für die nächsten sechs Monate dar. Der Kunde kann diese Abrufe jedoch jederzeit verschieben, anpassen oder gar annullieren. Insofern ist der Auftragsbestand im Serienteilegeschäft lediglich ein wichtiger Frühindikator.

Der Auftragseingang des im Investitionsgütergeschäft tätigen Segments Fineblanking Technology sank um 8.8 % auf CHF 85.8 Mio. (Vorjahr CHF 94.1 Mio.), wovon CHF 28.6 Mio. vom Segment System Parts stammen, deutlich mehr als im Vorjahr (Vorjahr CHF 17.0 Mio.). Der Auftragseingang aus Drittgeschäften sank somit um 25.9 % auf CHF 57.2 Mio. (Vorjahr CHF 77.2 Mio.). Mit einem Anteil von 33.3 % (Vorjahr 18.0 %) stieg die Bedeutung des Segments System Parts als grösster Kunde markant.

Als Konsequenz sank der Auftragsbestand aus Drittgeschäften um 46.9 % auf CHF 19.1 Mio. (Vorjahr CHF 36.0 Mio.). Der Auftragsbestand für interne Bestellungen stieg anderseits um CHF 8.8 Mio. auf CHF 16.0 Mio. Der gesamte Auftragsbestand nahm daher um 18.8 % auf CHF 35.1 Mio. (Vorjahr CHF 43.2 Mio.) ab, was einen Arbeitsvorrat von knapp sechs Monaten für das langfristige Pressen- und Werkzeuggeschäft bedeutet.

Die erwarteten Abrufe im Serienteilegeschäft für die nächsten sechs Monate betragen CHF 240.9 Mio. Damit nahm dieser Wert um 14.9 % zu und liegt zum Jahresende auf einem Höchststand. Feintools Kunden erwarten entsprechend in allen Regionen für die nächsten sechs Monate einen erfreulichen Geschäftsverlauf.

Nettoumsatzentwicklung

Der konsolidierte Gruppenumsatz stieg in Berichtswährung um 8.5 % auf CHF 552.2 Mio. (Vorjahr CHF 508.9 Mio.). Im Berichtsjahr unterstützten die Währungsverschiebungen das Wachstum mit einem Effekt von CHF 13.1 Mio. In Lokalwährung verzeichnete Feintool somit ein Umsatzwachstum von 5.9 %. Dieses ist auf die gute Konjunktur im Automobil-Umfeld und die Anläufe neuer Produkte zurückzuführen. Das Segment System Parts erwirtschaftete 86.8 % des Drittumsatzes (Vorjahr 86.1 %). Fineblanking Technology trug demzufolge noch 13.2 % (Vorjahr 13.9 %) zum Umsatz bei. Unter Einbezug der gruppeninternen Verkäufe betrug der Anteil vom Investitionsgüterbereich Fineblanking Technology 16.2 % (Vorjahr 16.7 %).

Im Geschäftsjahr wuchs das Teilegeschäft des Segments System Parts in Berichtswährung um 9.4 % auf CHF 479.3 Mio. (Vorjahr CHF 438.0 Mio.). Die positiven Währungseinflüsse beliefen sich auf CHF 12.8 Mio., der positive Effekt der Akquisition betrug CHF 6.0 Mio. Das Wachstum des Segments in Lokalwährung erreichte somit 6.5 % bzw. 6.2 % ohne Akquisition. Das Feinschneidgeschäft in Europa stieg in Berichtswährung um 18.9 % auf CHF 161.6 Mio., einen positiven Währungseinfluss von CHF 2.7 Mio. enthaltend. In Lokalwährung betrug das Wachstum somit insgesamt 16.9 %, ohne Akquisition noch immer 14.8 %. Der Bereich Forming Europe erwirtschaftete einen Umsatz von CHF 91.2 Mio., was einer Zunahme von 7.3 % entspricht. Korrigiert um Währungseinflüsse wuchs der Bereich um 4.8 %. Das Geschäft in den USA verzeichnete in Berichtswährung eine Zunahme um 2.6 % auf CHF 176.4 Mio. Der Währungseinfluss aus dem US-Dollar war mit CHF 4.2 Mio. praktisch vollständig für das Wachstum verantwortlich. Währungsbereinigt schloss die Region Amerika auf Vorjahresniveau ab. Der Umsatz in Asien, im Wesentlichen von den Standorten in Japan erzielt, stieg infolge der Yen-Aufwertung um 11.6 % auf CHF 50.5 Mio. In Lokalwährung wuchs das Asiengeschäft um 3.3 %. Der Umsatzanteil der europäischen Standorte belief sich auf 52.7 % (Vorjahr 50.4 %). Die europäischen Gesellschaften wuchsen leicht stärker als der Gruppendurchschnitt. Der Anteil der Standorte in den USA sank auf 36.8 % (Vorjahr 39.2 %). Nachdem in den vergangenen Jahre die amerikanischen Standorte für das Wachstum zuständig waren, fand im Berichtsjahr die Steigerung insbesondere bei den europäischen Standorten statt. Der asiatische Anteil blieb mit 10.5 % (Vorjahr 10.3 %) beinahe unverändert.

9.7 %

organisches Wachstum
des Serienteilegeschäfts in Europa



Der Umsatz des Segments Fineblanking Technology betrug CHF 92.7 Mio. (Vorjahr CHF 87.8 Mio.). Die Zunahme verteilte sich auf CHF 2.0 Mio. aus Aufträgen Dritter und CHF 2.9 Mio. aus internen Umsätzen. Der Drittumsatz nahm somit um 2.9 % zu und belief sich auf CHF 73.0 Mio.

Insgesamt verkaufte die Feintool-Gruppe Produkte und Dienstleistungen im Umfang von CHF 287.6 Mio. oder 52.0 % in Europa. Mit einem Umsatz von CHF 168.8 Mio., anteilig 30.6 % (Vorjahr CHF 163.0 Mio. respektive 32.0 %), wuchsen die Verkäufe in Nordamerika klar schwächer als in den anderen Regionen. Der Umsatz in Asien stieg deutlich auf CHF 95.9 Mio. oder einen Anteil von 17.4 % (Vorjahr CHF 87.0 Mio. respektive 17.1 %). Mit einem Umsatz von CHF 11.1 Mio. oder 2.0 % ist der Schweizer Markt für Feintool kaum von Bedeutung (Vorjahr CHF 4.9 Mio. respektive 1.0 %).

Bruttomargenentwicklung

Die Bruttomarge stieg gegenüber dem Vorjahr um 1.8 Prozentpunkte auf 40.3 %, der Bruttogewinn betrug im Geschäftsjahr somit CHF 222.5 Mio.

Mit CHF 245.0 Mio. (Vorjahr CHF 239.0 Mio.) ist Material für Feintool die mit Abstand grösste Kostenkomponente. Im Berichtsjahr sank der Materialanteil am Umsatz entsprechend von 47.0 % auf 44.4 %. Einerseits erhöht Feintool laufend die im Hause erbrachte Wertschöpfung (Härten, Doppeldiskusschleifen), was den Materialanteil senkt. Obwohl die meisten Kundenverträge eine Preisgleitklausel enthalten, profitierte Feintool in Einzelfällen von tieferen Rohmaterialkosten. Die direkten Personalaufwendungen betragen CHF 84.1 Mio. oder 15.2 % vom Umsatz. Die leichte prozentuale Zunahme der Personalaufwendungen von 0.5 Prozentpunkten ist eine direkte Folge der erhöhten Wertschöpfung.

Das Segment System Parts erreichte eine Bruttomarge von 39.7 %, die leicht über dem Vorjahreswert liegt (Vorjahr 37.9 %). Neben den bereits erwähnten Faktoren trugen auch Effizienzsteigerungen an allen Standorten zu dieser Margenerhöhung bei. Die im Vorjahr aufgrund der starken Aufwertung des Schweizer Frankens eingeleitete Verlagerung von rund 140 Werkzeugen nach Sachsen (Deutschland) belastete anderseits die Bruttomarge aufgrund hoher Ausbildungs- und Vorlaufkosten für die Bemusterungen dieser Teile.

Im Segment Fineblanking Technology stieg die Bruttomarge leicht auf 39.8 % (Vorjahr 39.2 %). Diese leichte Erhöhung ist vorwiegend auf Produktemixveränderungen zurückzuführen. Somit konnte der höhere Personalkostenanteil – aufgrund der Rückkehr zur 40-Stunden-Arbeitswoche in der Schweiz – durch andere Effiezientsteigerungen kompensiert werden.

Wesentliche Aufwandpositionen

Der Personalaufwand stieg insgesamt um CHF 9.8 Mio. auf CHF 159.0 Mio. beziehungsweise 28.8 % des Umsatzes (Vorjahr 29.3 %). Ohne den Einmaleffekt aus der Senkung des Umwandlungssatzes für Altersrenten in den schweizerischen Personalvorsorgeeinrichtungen betrug die Zunahme CHF 16.8 Mio. und der Personalaufwand im Verhältnis zum Umsatz erhöhte sich auf 30.1 %. Die Zunahme erfolgte ausschliesslich im Segment System Parts, der Personalkostenanteil betrug im Berichtsjahr 26.9 %. Grund für diese Entwicklung sind Investitionen in die Zukunft, wie der Aufbau der Produktionsbetriebe in China und in Oelsnitz. Ebenso benötigte der Anlauf neuer Aufträge in der Schweiz zusätzliches Personal. Die Erhöhung der Wertschöpfung durch zusätzliche Arbeitsschritte wie beispielsweise „Härten“ ist ebenfalls mit Schulungsaufwand und einer entsprechenden Personalzunahme verbunden. Im Segment Fineblanking Technology senkte sich der Personalaufwand um CHF 0.1 Mio., das Verhältnis zum Umsatz reduzierte sich auf 30.1 %.

Der übrige Betriebsaufwand stieg um CHF 7.8 Mio. auf CHF 71.8 Mio. Das Verhältnis zum Umsatz stieg leicht 13.0 % (Vorjahr 12.6 %). Die Zunahme resultiert aus vielen kleineren Positionen. Der übrige Betriebsertrag blieb mit CHF 2.0 Mio. nahezu unverändert. Durch die fortlaufende Fokussierung auf die Kernaktivitäten pendelten sich die Erträge aus Nebenleistungen sowie Erträge aus nicht mehr benutzten Liegenschaften auf tiefem Niveau ein.

Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA)

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) stieg in diesem Jahr um CHF 14.6 Mio. oder 23.7 % auf CHF 76.0 Mio. Der Währungseinfluss in Höhe von CHF 2.5 Mio. wirkte sich positiv aus. Die EBITDA-Marge stieg somit im Geschäftsjahr markant auf 13.8 % (Vorjahr 12.1 %). Sofern der Einmaleffekt aus der Personalvorsorge eingerechnet wird, betrug das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) gar CHF 83.1 Mio. und die EBITDA-Marge 15.0 %.

Abschreibungen und Wertverminderungen

Die Abschreibungen stiegen in diesem Jahr massiv um 21.5 % auf CHF 34.6 Mio. Ursachen sind die hohen Investitionen der vergangenen Jahre, insbesondere im Segment System Parts. Im Verhältnis zum Umsatz stiegen die Abschreibungen von 5.6 % auf 6.3 %. Die Investitionen übersteigen mit CHF 74.9 Mio. die Abschreibungen auch im Geschäftsjahr deutlich, sodass diese Aufwandposition in den kommenden Jahren weiter zunimmt.

Betriebsergebnis (EBIT)

Feintool erwirtschaftete ein operatives Ergebnis (EBIT) von CHF 41.3 Mio. (Vorjahr CHF 32.9 Mio.), entsprechend einer EBIT-Marge von 7.5 % (Vorjahr 6.5 %). Der positive Währungseinfluss auf EBIT-Stufe betrug CHF 1.6 Mio. In Lokalwährung steigerte Feintool somit das operative Ergebnis (EBIT) um 20.8 %. Alle Segmente und Regionen erwirtschafteten ein positives operatives Ergebnis. Unter Einbezug des Einmaleffekts aus der schweizerischen Personalvorsorge betrug das Betriebsergebnis (EBIT) gar CHF 48.4 Mio. und die EBIT-Marge 8.8 %.

9.3 %

EBIT-Marge
im Serienteilegeschäft



Das operative Ergebnis des Segments System Parts stieg stark um CHF 8.6 Mio. oder 23.9 % (währungsbereinigt 19.8 %) auf CHF 44.4 Mio. (Vorjahr CHF 35.8 Mio.). Das Umsatzwachstum aufgrund der erneut guten Automobilkonjunktur und die Neuanläufe bzw. Hochläufe vieler Produkte führte zu einer höheren Kapazitätsauslastung der meisten Betriebe, was insgesamt einen positiven Effekt auf die Marge hatte. Effizienzsteigerungsprogramme an allen Standorten und eine höhere Wertschöpfung unterstützen diese erfreuliche Entwicklung. Die EBIT-Marge stieg dadurch markant auf 9.3 %. Die amerikanischen Standorte steuerten mit einem EBIT von CHF 17.4 Mio. den grössten Anteil zum Ergebnis bei. Dies entspricht einer Zunahme von 10.3 % gegenüber dem Vorjahr. Die Aufwertung des US-Dollars hatte dabei einen positiven Einfluss von CHF 0.4 Mio. In Lokalwährung betrug die Zunahme noch immer 7.6 %. Die europäischen Feinschneidstandorte verzeichneten eine geringe Abnahme der Betriebsergebnisses von CHF 0.3 Mio. oder 2.6 %. Währungsverschiebungen zwischen dem Euro und dem Schweizer Franken hatten einen positiven Einfluss in Höhe von CHF 0.3 Mio. Insgesamt erwirtschaftete dieser Bereich ein Betriebsergebnis in Höhe von CHF 10.7 Mio. Mit einem Betriebsgewinn in Höhe von CHF 10.6 Mio verdoppelte der Bereich Forming Europe sein Ergebnis aus dem Vorjahr (Vorjahr CHF 5.5 Mio.) nahezu. Auch ohne Währungsunterstützung beträgt die Zunahme noch stolze 88.2 %. Dieser Bereich profitierte vom schnellen Wachstum der Aufträge, welche in den Vorjahren im Markt gewonnen wurden. In Asien steigerte Feintool den EBIT im Teilegeschäft um 25.3 % (währungsbereinigt 13.0 %) auf CHF 5.7 Mio. Erstmals verzeichnete auch der Standort in China ein positives Ergebnis, auch wenn dieses mit CHF 0.2 Mio. bzw. einer EBIT-Marge von 2.1 % noch bescheiden ausfiel.

Das Segment Fineblanking Technology erzielte einen Betriebsgewinn von CHF 4.3 Mio. (Vorjahr CHF 4.6 Mio.). Die Marge sank gegenüber dem Vorjahr deutlich auf 4.7 % (Vorjahr 5.2 %). Hauptgrund dieser Entwicklung sind Kosten in Höhe von CHF 1.2 Mio. für die Reorganisation des Chinageschäftes. Das im Jahre 2013 geschaffene Technologiecenter in Shanghai war für die Bedürfnisse von Feintool überdimensioniert und wird im Jahre 2017 verkleinert. Die dafür notwendigen Auslagen wurden im Berichtsjahr zurückgestellt. Die Forschungsausgaben wurden bewusst – als Investition in die Zukunft – auf CHF 5.6 Mio. erhöht.

Die nicht operativen Einheiten verursachten Kosten in Höhe von CHF 6.9 Mio. (Vorjahr CHF 7.0 Mio.).

Finanzergebnis

Das Nettofinanzergebnis sank deutlich auf CHF -3.2 Mio (Vorjahr CHF -3.7 Mio.). Darin enthalten ist ein Währungsgewinn von CHF 0.5 Mio. (Vorjahr CHF 0.1 Mio.). Damit verharrte der Nettofinanzaufwand ohne Währungseinflüsse bei CHF 3.7 Mio.

Steuern

Der operative Steueraufwand der Feintool-Gesellschaften summierte sich auf CHF 13.2 Mio. Die effektive Steuerquote von 29.1 % liegt aufgrund von Sondereffekten knapp unter der gewichteten Steuerquote von 29.3 %. Feintools Hauptmärkte Deutschland, USA und Japan haben alle hohe Steuerbelastungen. Dadurch erklärt sich auch die hohe Steuerquote.

Nicht weitergeführte Bereiche

Die nicht weitergeführten Bereiche setzen sich aus der IMA Automation Amberg GmbH und der dazugehörenden Betriebsliegenschaft zusammen. Im Geschäftsjahr ergaben sich keine Transaktionen in den nicht weitergeführten Bereichen.

Konzernergebnis

Das Konzernergebnis stieg auf CHF 32.1 Mio. (Vorjahr CHF 20.1 Mio.), was einer Nettoumsatzrendite von 5.8 % (Vorjahr 3.9 %) entspricht. Darin enthalten ist der steuerbereinigte Einmaleffekt aus der schweizerischen Personalvorsorge in Höhe von CHF 5.5 Mio. Ohne diesen Effekt beträgt der Konzerngewinn CHF 26.6 Mio., einer Umsatzrendite von 4.8 % entsprechend.

KONSOLIDIERTE BILANZ

Die ausserordentlich hohen Investitionen einerseits sowie die Begebung eines Schuldscheindarlehens führten im Berichtsjahr zu einer erheblichen Verlängerung der Bilanz. Die Bilanzsumme stieg um 24.3 % oder CHF 103.8 Mio. auf CHF 530.7 Mio.

Das Umlaufvermögen stieg deutlich um CHF 64.9 Mio. auf CHF 256.0 Mio. Die liquiden Mittel nahmen – durch die Aufnahme eines Schuldscheindarlehens – um CHF 61.2 Mio. auf CHF 92.8 Mio. zu. Die Forderungen stiegen erneut (+ 2.6 %) und betrugen CHF 85.7 Mio. Im Verhältnis zum Umsatz sanken die Forderungen jedoch von 16.4 % auf 15.5 %. Der in der Automobilindustrie generelle Trend zu längeren Zahlungszielen war auch im Berichtsjahr feststellbar. Der Bestand der im Rahmen nicht bilanzierungspflichtiger Factoring-Programme verkauften Forderungen nahm zu und betrug CHF 10.5 Mio. (Vorjahr CHF 8.2 Mio.). Die Vorräte und Nettoguthaben aus Fertigungsaufträgen sanken – trotz Umsatzzunahme – minimal auf CHF 72.1 Mio. Die aktiven Abgrenzungen sanken auf CHF 3.1 Mio.

Das operative Nettoumlaufvermögen blieb mit CHF 70.4 Mio. unverändert und betrug somit noch 12.8 % des Umsatzes (Vorjahr 13.8 %). Während die Kundenforderungen nur unterproportional zunahmen und Vorräte auf Vorjahresniveau verharrten, stiegen die Lieferantenverbindlichkeiten um 24.8 % auf CHF 55.4 Mio. Feintool nutzt unverändert die von einigen wichtigen Lieferanten gewährten Skonti und Zahlungsrabatte konsequent.

Das Anlagevermögen stieg infolge erneut massiver Investitionen von CHF 74.9 Mio. stark (+ 16.5 %) auf CHF 274.8 Mio. Das Sachanlagevermögen wuchs um CHF 39.4 Mio. auf CHF 237.5 Mio. Die immateriellen Anlagen stiegen um CHF 1.6 Mio. auf CHF 18.4 Mio. Im Berichtsjahr resultierte die Zunahme weitgehend aus aktivierten Entwicklungsleistungen.

Die Finanzanlagen sanken weiter auf noch CHF 1.6 Mio. Die von Feintool vorfinanzierten Kundenwerkzeuge reduzierten sich erneut um CHF 1.0 Mio.

Die latenten Steuerforderungen sanken leicht auf CHF 17.3 Mio. (Vorjahr CHF 18.1 Mio.).

Auf der Passivseite stieg das Fremdkapital deutlich um CHF 81.8 Mio. auf CHF 300.8 Mio. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die übrigen Verbindlichkeiten stiegen um CHF 6.4 Mio. und betrugen CHF 70.7 Mio., wobei sich die Zunahme auf die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen beschränkten. Die passiven Rechnungsabgrenzungen, die kurz- und langfristigen Rückstellungen sowie die latenten Steuerverbindlichkeiten blieben mit CHF 53.2 Mio. nahezu unverändert. Die Verbindlichkeit für die Personalvorsorge (IAS 19) stieg im Geschäftsjahr um CHF 0.5 Mio. auf CHF 63.1 Mio. Die eingeleitete Sanierung der schweizerischen Personalvorsorge hatte – aufgrund der Reduzierung des Umwandlungssatzes für die Altersrenten – einen einmaligen positiven Effekt von CHF 7.1 Mio. auf diese Position. Anderseits verursachten veränderte versicherungstechnische Annahmen einen negativen Effekt in Höhe von CHF 5.4 Mio.

Das verzinsliche Fremdkapital stieg stark um CHF 66.3 Mio. auf CHF 108.9 Mio. CHF 15.9 Mio. der verzinslichen Verbindlichkeiten wiesen kurzfristigen Charakter auf. Die langfristigen verzinslichen Verbindlichkeiten stiegen im Berichtsjahr um CHF 76.6 Mio. auf CHF 93.0 Mio. Am 15. Juli 2016 begab Feintool ein Schuldscheindarlehen in Höhe von EUR 65 Mio. mit drei Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren und Zinssätzen zwischen 0.90 und 1.66 %. Dieses Darlehen verursachte die deutliche Zunahme dieser Position. Der Grossteil des aufgenommen Geldes ist zum Bilanzierungszeitpunkt in den liquiden Mitteln enthalten. Alle Covenants – sowohl für das Schuldscheindarlehen als auch für die Bankkredite – sind per 31. Dezember 2016 eingehalten.

Die Nettoverschuldung stieg im Geschäftsjahr trotz sehr hoher Investitionen nur unwesentlich auf CHF 16.2 Mio. (Vorjahr CHF 11.1 Mio.).

Das Eigenkapital betrug am 31. Dezember 2016 CHF 229.9 Mio. (Vorjahr CHF 207.9 Mio.). Die Eigenkapitalquote sank infolge der Bilanzverlängerung von 48.7 % auf 43.3 %. Der Eigenkapitalnachweis zeigt, dass der Konzerngewinn das Eigenkapital um CHF 32.1 Mio. erhöhte. Die ausgeschüttete Dividende reduzierte andererseits das Eigenkapital um CHF 6.7 Mio. Einen negativen Effekt verursachten direkt im Eigenkapital verbuchten versicherungstechnischen Verluste im Rahmen der Personalvorsorge (IAS 19) in Höhe von CHF 5.4 Mio., während sich die Währungsdifferenzen in Höhe von CHF 1.6 Mio. positiv auf das Eigenkapital auswirkten.

KONSOLIDIERTE GELDFLUSSRECHNUNG

Der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit war mit CHF 74.1 Mio. (Vorjahr CHF 40.1 Mio.) stark positiv. Im Berichtsjahr sank das Nettoumlaufvermögen um CHF 8.0 Mio. Der Geldfluss aus Investitionstätigkeit ist mit CHF 59.4 Mio. massiv negativ. Zusätzlich wurden Leasingfinanzierungen in Höhe von CHF 15.5 Mio. getätigt. Insgesamt ergab sich somit ein betrieblicher Geldfluss von noch CHF 14.7 Mio. (Vorjahr CHF 10.2 Mio.). Feintool finanzierte somit die sehr hohen Investitionen erneut aus dem operativen Geschäft.

14.7

betrieblicher Geldfluss (in CHF Mio.)
trotz sehr hoher Investitionen



MITARBEITENDE

Die Anzahl der Mitarbeitenden (ohne Lernende) nahm im Geschäftsjahr um 190 auf 2239 zu. Zusätzlich befinden sich 68 Jugendliche (Vorjahr 75) in unseren Unternehmen in Ausbildung. Das Segment System Parts beschäftigte 1962 Mitarbeitende, was einer Zunahme von 182 Personen entspricht. Die Zunahme erfolgte in allen Regionen (Europa + 119, Amerika + 38 und Asien + 25). Das Segment Fineblanking Technology beschäftigte zum Jahresende 242 Mitarbeitende (+ 5 gegenüber Vorjahr). 35 Mitarbeitende (+ 3) sind in den nicht direkt operativen Bereichen beschäftigt.