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Geschäftsbericht 2016

Marktspiegel

Die Automobilindustrie befindet sich im Umbruch zwischen konventioneller Technologie auf der einen und Digitalisierung und neuen Antriebskonzepten auf der anderen Seite. Dank einer strategisch klaren Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Branche kann Feintool die Marktanteile behaupten und blickt optimistisch auf den technologischen Wandel bei den Autobauern.

Die internationale Automobilindustrie eilt trotz grosser Herausforderungen von Erfolg zu Erfolg. Nachdem sie im Jahr 2015 bereits mit Absatzrekorden glänzen konnte, hatten viele Experten eine erneute Steigerung kaum für möglich gehalten. Und doch produzierten insbesondere die Hersteller in Europa und China auch in 2016 abermals mehr Pkw als im Vorjahr. Feintool erwirtschaftet rund 90 % des Umsatzes direkt oder indirekt in der Automobilbranche und profitierte ebenfalls von der positiven Entwicklung der wichtigsten Märkte.

In Europa etwa stieg die Pkw-Produktion laut Marktforschungsinstitut IHS Automotive um 2.8 %, in China sogar um 13.9 %. Die USA verzeichneten eine Produktionssteigerung von 1.4 % und Japan und Korea blieben nahezu konstant (-0.6 %). In diesem Umfeld profitierte Feintool von der stabilen Nachfrage nach feingeschnittenen und umgeformten Automobilkomponenten. Diese gute Situation ist das Ergebnis einer konsequenten Ausrichtung auf die Bedürfnisse und Entwicklungen der Branche.

Megatrends: Digitalisierung und alternative Antriebe

Zwei Megatrends werden sich 2017 weiter zeigen. Die Automobilindustrie ist auf dem Sprung – vom analogen ins digitale Zeitalter und von den Verbrennungsmotoren in eine Ära der Elektromobilität beziehungsweise der alternativen Antriebe. Auf der Leitmesse IAA in Frankfurt im September wird so gut wie jeder namhafte Hersteller vernetzte, möglicherweise selbstfahrende Prototypen und erst recht Serien-Pkw mit Elektroantrieb vorstellen.

In einer aktuellen Befragung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG bezeichnen 1000 führende Automanager aus 42 Ländern das E-Auto als wichtigsten Trend 2017. In ersten Projekten fertigt Feintool bereits Gehäuse für Hybridgetriebe, die besonders hohe Präzisions- und Restschmutzanforderungen erfüllen. Aber auch darüber hinaus wird Feintool das Produktportfolio stärker auf Elektromobilität und andere alternative Antriebe ausrichten. Das Potenzial für Feinschneid- und Umformteile in der Automobilproduktion generell ist enorm. Derzeit sondiert Feintool diese Optionen in verschiedenen Entwicklungsprojekten.

Noch sind beim Thema Elektromobilität allerdings viele Fragen bezüglich Standards, Ladeinfrastruktur, Anwendungsbereichen und Reichweiten offen. Entsprechend sind mehr als drei Viertel der befragten Entscheider davon überzeugt, dass klassische Verbrennungsmotoren weiterhin relevant bleiben. Das spiegelt auch die Marktentwicklung wider.

Experten der Beratungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers (PWC) gehen in einer Studie davon aus, dass Hybrid- und Elektrofahrzeuge bis 2021 in Europa einen Anteil von knapp 14 %, in Nordamerika von 8 % und in den asiatischen Wachstumsmärkten von lediglich 4 % erreichen werden. In vielen Ländern, in denen es um bezahlbare Mobilität geht, wird der Verbrennungsmotor deshalb auf lange Sicht eine Zukunft haben. PWC beziffert dessen Anstieg mit 13 % bis zum Jahr 2021.

Verbrauchsreduzierung

Auch Benzin- und Dieselmotoren werden, getrieben durch immer strengere Abgasvorschriften, permanent umweltfreundlicher. Nach dem Jahr 2020 etwa dürfen die Flotten der Autohersteller in Europa nur noch durchschnittlich 95 Gramm CO2 pro gefahrenen Kilometer ausstossen. Ähnliche Vorschriften gelten in den USA und auch in China.

Für die Hersteller bedeutet das: Bewährtes durch konsequente Weiterentwicklung noch effizienter zu machen. Das gelingt zum einen durch die Gewichtsreduzierung der Fahrzeuge. Feinschneid- und Umformkomponenten aus hochfesten, aber leichten Stählen unterstützen den geforderten Leichtbau. Zum anderen erreichen kleine und leichtere Motoren mit geringeren Hubräumen bei gleichzeitiger Leistungssteigerung (Downsizing) bessere Verbrauchs- und Emissionswerte. Auch diese Optimierung von Motor, Getriebe und Nebenaggregaten unterstützt Feintool mit der Produktion und Entwicklung leistungsoptimierter Feinschneid- und Umformteile für den Einsatz im Antriebsstrang.

Digitalisierung

Ähnlich wie eine Welt ohne Verbrennungsmotoren sind voll vernetzte und selbstfahrende Pkw bisher vor allem noch eines: eine Zukunftsvision. Zwar macht die Technologie in der Entwicklung grosse Sprünge, parallel müssen aber auch rechtliche und ethische Fragen rund um autonomes Fahren beantwortet werden. Der Einsatz entsprechender Technik wird in den kommenden Jahren deshalb vor allem auf halbautomatische Fahrassistenzsysteme wie Brems-, Stau- und Spurassistenten in Fahrzeugen der Mittel- und Oberklasse fokussiert.

Mittelbar wirkt sich das auf die Art der verbauten Getriebe aus, da Automatik- und CVT-Getriebe diese Systeme besser als manuelle Schaltungen unterstützen. Für Feintool als Hersteller von Feinschneidteilen für Automatikgetriebe wie Getriebelamellen oder Lamellenträger stellt diese Entwicklung eine Möglichkeit für weiteres Wachstum dar.



Feintool ist professioneller Partner für die Umsetzung der wichtigsten Trends in der Automobilindustrie.


Kosteneffizienz

Im beschriebenen Umfeld sind effiziente Entwicklungs-, Produktions- und Logistikprozesse unabdingbar. Um Kosten zu senken, setzen die Hersteller verstärkt auf standardisierte Produktplattformen und Baukästen für unterschiedliche Modelle. Entsprechend hoch ist der Bedarf an Serienteilen in grossen Stückzahlen. Feintool ist dafür der ideale Partner.

Weil die Entwicklungsarbeit in immer kürzeren Zyklen grosse Ressourcen bei den Herstellern bindet, geben sie einen Grossteil der Wertschöpfung an eine steigende Zahl von Zulieferern ab. Insbesondere Know-how- und kapitalintensive Verfahren wie das Feinschneiden werden Spezialunternehmen wie Feintool überlassen, welche die Technologie beherrschen und diese Leistungen sowohl direkt den OEM als auch den grossen Zulieferern anbieten.Regional zeichnet sich Feintool dabei mit Produktionsstätten in Europa, den USA, Japan und China durch die Nähe zu den internationalen Entwicklungszentren für anspruchsvolle Fahrzeugtechnologie aus und steht so für kurze Wege und Just-in-Time-Lieferung.

Qualität

Eine gleichbleibend hohe Qualität ist indes schon lange kein Bonus mehr, sondern vielmehr Voraussetzung. Ein strategischer Schwerpunkt von Feintool liegt auf der automatischen 100-Prozent-Qualitätssicherung – vom Rohmaterial über prozessbegleitende Prüfsysteme bis hin zum fertigen Bauteil. Und das nicht erst seit den zahlreichen Rückrufwellen der vergangenen Jahre. Viele Feinschneidteile in modernen Autos werden stark beansprucht oder sind sicherheitsrelevant. Gesicherte Herstellprozesse und eine Null-Fehler-Produktion (0-PPM) haben bei Feintool deshalb oberste Priorität.



Quelle: PWC + Automobilwoche

Die weltweite Pkw-Produktion wird weiter zunehmen, dabei steigt der Anteil von Elektro- und Hybridantrieben.


Ausblick

Die Nachfrage nach individueller Mobilität wird weiter anhalten. Trends wie Elektrifizierung und Digitalisierung, aber auch die Diskussion um Effizienz und Abgaswerte stellen zweifellos Herausforderungen dar. Gleichzeitig erwarten die 20 weltweit grössten Autohersteller nach Angaben des Marktforschungsunternehmens IHS in den kommenden fünf Jahren einen Anstieg der Produktionszahlen von 82.8 Mio. Autos im 2016 auf 90.6 Mio. Fahrzeuge in 2021. Das entspricht einer Steigerung von 9.4 %. In diesem insgesamt wachsenden Markt bieten die Entwicklungen im Spannungsfeld zwischen Offline- und Online-Welt, zwischen Verbrennung und Volt also auch grosse Chancen. Feintool ist bereit, sie zu nutzen.