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FEINTOOL-GRUPPE

Umsatz wächst in der Lokalwährung organisch um 4.4 %; EBIT in Lokalwährung auf Vorjahresniveau

Finanzielle Berichterstattung

per 31. Dezember 2015

GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Allgemein

Die konsolidierte Jahresrechnung des Geschäftsjahres 2015 gilt für die Feintool International Holding AG und all ihre Tochtergesellschaften. Sie umfasst den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015.

Am 30. März 2015 übernahm Feintool die Gabler Feinschneidtechnik GmbH im sächsischen Oelsnitz/Erzgebirge. Die Gesellschaft wurde anschliessend in Feintool System Parts Oelsnitz GmbH umbenannt. Das Unternehmen produziert mittels Feinschneidtechnologie Teile für die Automobilindustrie. Zudem besitzt das Unternehmen grössere Fabrikations- und Landreserven zum schnellen Ausbau benötigter Kapazitäten.

Am 31. Juli 2014 hat die deutsch-chinesische Automobilgruppe Preh GmbH, Bad Neustadt a.d. Saale, die IMA Automation Amberg GmbH, Amberg, übernommen. Sämtliche Aktivitäten des Segments Automation sind in einer gesonderten Position „Nicht weitergeführte Bereiche“ in der Gesamtergebnisrechnung zusammengefasst. In dem Geschäftsjahr sind nur unwesentliche Transaktionen im Zusammenhang mit den „Nicht weitergeführten Bereichen“ angefallen. Die folgenden Kommentare beziehen sich – soweit nicht besonders vermerkt – auf die weitergeführten Bereiche.

Auftragseingang und Auftragsbestand im Investitionsgütergeschäft; erwartete Abrufe in der Serienteilefertigung

Feintool ist sowohl im Investitionsgütergeschäft als auch in der Serienteilefertigung tätig. Zur Erhöhung der Transparenz stellt Feintool den Auftragseingang und Auftragsbestand im Investitionsgütergeschäft einerseits und die erwarteten Abrufe in der Serienteilefertigung andererseits gesondert dar. Im Investitionsgütergeschäft sind Auftragseingang und -bestand rechtsverbindliche Bestellungen. Im Serienteilegeschäft stellt der „Auftragsbestand“ die erwarteten Abrufe für die nächsten sechs Monate dar. Der Kunde kann diese Abrufe jedoch jederzeit verschieben, anpassen oder gar annullieren. Insofern ist der Auftragsbestand im Serienteilegeschäft lediglich ein wichtiger Frühindikator.

Der Auftragseingang des im Investitionsgütergeschäft tätigen Segments Fineblanking Technology sank um 7.7 % auf CHF 94.1 Mio. (Vorjahr CHF 102.0 Mio.), wovon CHF 17.0 Mio. vom Segment System Parts stammen, leicht mehr als im Vorjahr (Vorjahr CHF 15.3 Mio.). Der Auftragseingang aus Drittgeschäften sank somit um 11.0 % auf CHF 77.2 Mio. (Vorjahr CHF 86.7 Mio.). Mit einem Anteil von 18.0 % (Vorjahr 15.0 %) stieg die Bedeutung des Segments System Parts als grösster Kunde erneut.

2.4 %

Erhöhung Auftragsbestand
8 Monate Auslastung gesichert (im Investitionsgütergeschäft)



Im Investitionsgütergeschäft erhöhte sich der Auftragsbestand aus Drittgeschäften um 9.4 % auf CHF 36.0 Mio. (Vorjahr CHF 32.9 Mio.). Der Auftragsbestand für interne Bestellungen sank um CHF 2.1 Mio. auf CHF 7.2 Mio. Der gesamte Auftragsbestand nahm daher um 2.4 % auf CHF 43.2 Mio. (Vorjahr CHF 42.2 Mio.) zu, was einem Arbeitsvorrat von rund acht Monaten für das langfristige Pressen- und Werkzeuggeschäft bedeutet.

Die erwarteten Abrufe im Serienteilegeschäft für die nächsten sechs Monate betragen CHF 209.6 Mio. Dies bedeutet – trotz erheblichem Einfluss durch die Aufwertung des Schweizer Frankens – nur einen unbedeutenden Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert. Feintools Kunden erwarten entsprechend in allen Regionen für die nächsten sechs Monate einen erfreulichen Geschäftsverlauf.

Nettoumsatzentwicklung

Der konsolidierte Gruppenumsatz stieg in der Berichtswährung um 1.1 % auf CHF 508.9 Mio. (Vorjahr CHF 503.4 Mio.). Darin enthalten ist ein unbedeutender Akquisitionseffekt in Höhe von CHF 3.2 Mio., entsprechend dem Neunmonatsumsatz des übernommenen Unternehmens Feintool System Parts Oelsnitz GmbH. Währungsverschiebungen reduzierten den Umsatz um CHF 20.3 Mio. In Lokalwährung verzeichnete Feintool somit ein organisches Umsatzwachstum in Höhe von 4.4 %. Feintools Wachstum ist auf die gute Konjunktur im Automotive-Umfeld und die Anläufe vieler neuer Produkte zurückzuführen. Das Segment System Parts erwirtschaftete 86.1 % des Drittumsatzes (Vorjahr 83.4 %). Fineblanking Technology trug demzufolge noch 13.9 % (Vorjahr 16.6 %) zum Umsatz bei. Unter Einbezug der gruppeninternen Verkäufe betrug der Anteil von Fineblanking Technology 16.7 % (Vorjahr 19.0 %).

Nettoumsatz

in TCHF

Im Geschäftsjahr wuchs das Teilegeschäft des Segments System Parts in Berichtswährung um 4.3 % auf CHF 438.0 Mio. (Vorjahr CHF 420.0 Mio.). Die negativen Währungseinflüsse beliefen sich auf CHF 20.3 Mio., der positive Effekt der Akquisition betrug CHF 3.2 Mio. Das Wachstum des Segments in Lokalwährung erreichte somit 9.1 % bzw. 8.2 % ohne Akquisition. Das Feinschneidgeschäft in Europa sank in Berichtswährung um 3.6 % auf CHF 136.0 Mio. Ohne Akquisition wäre der Rückgang 5.9 %. Andererseits betrug der negative Währungseinfluss CHF 13.7 Mio. In Lokalwährung betrug das Wachstum somit insgesamt 6.2 %, ohne Akquisition noch immer 3.9 %. Der Bereich Forming Europe erwirtschaftete einen Umsatz von CHF 85.0 Mio., was einem leichten Rückgang von 3.1 % entspricht. Korrigiert um Währungseinflüsse wuchs der Bereich um 10.4 %. Das Geschäft in den USA verzeichnete – dank der guten Konjunktur der Automobilbranche und einiger Neuaufträge – eine Zunahme um 18.5 % auf CHF 171.9 Mio. Der Währungseinfluss aus dem US-Dollar war mit CHF 7.9 Mio. erheblich, hatte jedoch einen positiven Effekt. Allerdings betrug das Wachstum in Lokalwährung noch immer stolze 13.1 %. Der Umsatz in Asien, im Wesentlichen von den Standorten in Japan erzielt, sank infolge der Yen-Abwertung um 2.6 % auf CHF 45.3 Mio. In Lokalwährung wuchs das Asiengeschäft, wenn auch nur bescheidene 3.0 %. Der Umsatzanteil der europäischen Standorte belief sich auf 50.4 % (Vorjahr 54.4 %). Die europäischen Gesellschaften wuchsen leicht unter dem Gruppendurchschnitt. Diese Tatsache und die starke Euroabwertung verursachten diesen Rückgang. Der Anteil der Standorte in den USA erhöhte sich markant auf 39.2 % (Vorjahr 34.5 %). Neben der erneut guten Automobilkonjunktur und den neuen Produkten half auch die Aufwertung des US-Dollars dieser Entwicklung. Der asiatische Anteil sank insbesondere währungsbedingt auf 10.3 % (Vorjahr 11.1 %); allerdings beeinflussten viele kundenseitige Verschiebungen von Neuanläufen den Umsatz in China ebenfalls negativ.

8.2 %

organisches Wachstum
des Serienteilegeschäfts in Lokalwährung



Der Umsatz des Segments Fineblanking Technology betrug CHF 87.8 Mio. (Vorjahr CHF 98.3 Mio.). Der Rückgang von 10.7 % lag einerseits an rechnerisch tieferen Verkaufspreisen (Umrechnung der Euroverkaufspreise), andererseits aber auch an kundenseitiger Zurückhaltung aufgrund vieler Unsicherheiten im Markt (Währungsentwicklung, VW-Skandal, China-Wachstum, Ukrainekrise etc.). Die internen Verkäufe von Pressen und Werkzeugen an das Segment System Parts stiegen geringfügig auf CHF 16.9 Mio. Der Drittumsatz nahm somit um 15.0 % ab und belief sich auf CHF 70.9 Mio.

Insgesamt verkaufte die Feintool-Gruppe Produkte und Dienstleistungen im Umfang von CHF 258.9 Mio. oder 50.9 % des Drittumsatzes in Europa (Vorjahr CHF 270.4 Mio. respektive 53.7 %). Mit einem Umsatz von CHF 163.0 Mio., anteilig 32.0 % (Vorjahr CHF 136.2 Mio. respektive 27.1 %), wuchsen die Verkäufe in Nordamerika klar stärker als diejenigen der Gruppe. Die Währungsentwicklung von Euro und US-Dollar gegenüber dem Schweizer Franken verstärkten die prozentualen Verschiebungen bei der regionalen Umsatzverteilung allerdings massgeblich. Der Umsatz in Asien sank markant auf CHF 87.0 Mio. oder einen Anteil von 17.1 % (Vorjahr CHF 96.7 Mio. respektive 19.2 %). Die Pressenverkäufe in Asien lagen insbesondere im ersten Halbjahr unter den Erwartungen, die laufende Abwertung der japanischen Währung Yen hatte ebenfalls starken Einfluss auf diese Entwicklung. Mit einem Umsatz von CHF 4.9 Mio. oder 1.0 % ist der Schweizer Markt für Feintool kaum von Bedeutung (Vorjahr CHF 11.7 Mio. respektive 2.3 %).

Bruttomargenentwicklung

Die Bruttomarge sank gegenüber dem Vorjahr erneut, allerdings nur noch um 0.1 Prozentpunkte auf 38.5 % und betrug im Geschäftsjahr CHF 195.8 Mio. Allerdings war der Währungseinfluss mit CHF 8.0 Mio. erheblich.

Mit CHF 239.0 Mio. (Vorjahr CHF 236.8 Mio.) ist Material für Feintool die mit Abstand wichtigste Kostenkomponente. Die direkten Personalaufwendungen betragen CHF 74.3 Mio. oder 14.6 % vom Umsatz.

Das Segment System Parts erreichte eine Bruttomarge von 37.9 %, die leicht unter dem Vorjahreswert liegt (Vorjahr 38.2 %). Die Fabrikationsstätte in der Schweiz weist eine um CHF 1.6 Mio. tiefere Bruttomarge gegenüber dem Vorjahr aus. Diese Abweichung beruht einerseits auf einer verschlechterten Gesamtmarge aufgrund der Frankenaufwertung (gesamter Umsatz in Euro) und höherer Qualitätskosten aufgrund vieler Neuanläufe. Zudem schlagen Vorlaufkosten für die Verlagerung gewisser Produkte an neue Produktionsstandorte in Deutschland zu Buche. Der neue Standort in Oelsnitz weist zur Zeit ebenfalls eine unterdurchschnittliche Marge auf. Neuanläufe sowie das starke Wachstum verursachten zusätzliche Kosten. Die übrigen Standorte konnten die Bruttomarge im Durchschnitt leicht verbessern.

Im Segment Fineblanking Technology stieg die Bruttomarge leicht auf 39.2 % (Vorjahr 37.9 %). Produktemixveränderungen, längere Arbeitszeiten in der Schweiz und eine spürbar höhere Wertschöpfung in den eigenen Betrieben (Insourcing), einhergehend mit einem tieferen Materialeinsatz, führten zu dieser Steigerung, obwohl die erhebliche Aufwertung des Schweizer Frankens stark auf die Margen der europäischen Verkäufe drückte.

Wesentliche Aufwandpositionen

Der Personalaufwand stieg um CHF 5.2 Mio. auf CHF 149.3 Mio. beziehungsweise 29.3 % des Umsatzes (Vorjahr 28.6 %). Die Zunahme erfolgte ausschliesslich im Segment System Parts. Grund für diese Entwicklung sind Investitionen in die Zukunft, wie der Aufbau der Fabrikationsstätten in China und des neuen Standortes im Osten Deutschlands. Ebenso benötigte die Abwicklung neuer Aufträge an allen Standorten zusätzliches Personal. Die Erhöhung der Wertschöpfung durch zusätzliche Arbeitsschritte wie beispielsweise „Härten“ ist mit Schulungsaufwand und entsprechend einer Personalzunahme verbunden. Ebenso erhöhen die Verlagerungsmassnahmen aus der Schweiz an andere europäische Standorte zunächst den Aufwand. Damit wird jedoch das Wachstum der kommenden Jahre gesichert. Im Segment Fineblanking Technology reduzierte sich der Personalaufwand um CHF 0.4 Mio.

Der übrige Betriebsaufwand stieg um CHF 1.6 Mio. auf CHF 63.9 Mio. Im Verhältnis zum Umsatz blieb dieser mit 12.6 % nahezu unverändert (Vorjahr 12.4 %). Der übrige Betriebsertrag stieg minimal auf CHF 2.1 Mio. Durch die fortlaufende Fokussierung auf die Kernaktivitäten pendelten sich die Erträge aus Nebenleistungen sowie Erträge aus nicht mehr benutzten Liegenschaften auf tiefem Niveau ein.

Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA)

Das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) sank in diesem Jahr um CHF 1.5 Mio. oder 2.4 % auf CHF 61.4 Mio. Die EBITDA-Marge liegt somit im Geschäftsjahr bei 12.1 % (Vorjahr 12.5 %).

Abschreibungen und Wertverminderungen

Die Abschreibungen stiegen in diesem Jahr leicht um 2.7 % auf CHF 28.5 Mio. Ursachen sind die hohen Investitionen der vergangenen Jahre, insbesondere im Segment System Parts. Trotz dieser Investitionen sind die Abschreibungen als Verhältnis zum Umsatz mit 5.6 % nahezu unverändert (Vorjahr 5.5 %). Die Investitionen übersteigen mit CHF 31.8 Mio. die Abschreibungen auch im Geschäftsjahr deutlich, sodass diese Aufwandposition in den kommenden Jahren – zumindest in absoluten Werten – weiter zunimmt.

Betriebsergebnis (EBIT)

Das tiefere Ergebnis im Investitionsgütergeschäft und vereinzelte Kostenerhöhungen im indirekten Bereich verursachten einen Rückgang des operativen Ergebnisses um 6.4 %. Feintool erwirtschaftete somit ein operatives Ergebnis (EBIT) von CHF 32.9 Mio. (Vorjahr CHF 35.1 Mio.), entsprechend einer EBIT-Marge von 6.5 % (Vorjahr 7.0 %). Der negative Währungseinfluss auf EBIT-Stufe betrug CHF 2.5 Mio. In Lokalwährung steigerte Feintool somit das operative Ergebnis (EBIT) geringfügig um 2.8 %. Alle Segmente und Regionen erwirtschafteten ein positives operatives Ergebnis.

EBIT

in TCHF

Das operative Ergebnis des Segments System Parts stieg – in etwa parallel zum Umsatz – um CHF 0.8 Mio. auf CHF 35.8 Mio. (Vorjahr CHF 35.0 Mio.). Der Währungseffekt von CHF 2.5 Mio. konnte durch den Verkauf neuer Produkte, die im Geschäftsjahr ihren Produktionsstart bzw. -hochlauf hatten, vollumfänglich kompensiert werden. Zudem half die konstant gute Automobilkonjunktur, begünstigt durch laufend sinkende Benzinpreise. Die EBIT-Marge sank minimal auf 8.2 %. Die amerikanischen Standorte steuerten mit einem EBIT von CHF 15.8 Mio. den grössten Anteil zum Ergebnis bei. Dies entspricht einer Zunahme von 53.3 % gegenüber dem Vorjahr. Die Aufwertung des US-Dollars hatte dabei einen Einfluss von CHF 0.7 Mio. In Lokalwährung betrug die Zunahme noch immer 46.2 %. Die europäischen Feinschneidstandorte mussten einen Rückgang von CHF 4.3 Mio. oder 28.2 % hinnehmen. Die veränderten Währungsverhältnisse zwischen Schweizer Franken und Euro reduzierten den Betriebsgewinn der deutschen Gesellschaften – in Berichtswährung ausgedrückt – um CHF 2.1 Mio. Durch Umsatz- und Effizienzsteigerungen konnten die deutschen Standorte diesen Effekt weitestgehend kompensieren. Der schweizerische Fabrikationsstandort verkauft 95 % seiner Produkte in den Euroraum. Andererseits beträgt der Kostenanteil in Schweizer Franken rund 50 %, was zwangsläufig zu einem Margenzerfall führt. Probleme durch viele zeitgleiche Produkteinführungen und die Vorbereitung der Verlagerung einzelner Produkte an den erworbenen Produktionsstandort in Deutschland verursachten zudem erhebliche Zusatzkosten. Vorleistungen für die Erhöhung der Wertschöpfung in der Schweiz durch die Installation einer eigenen Wärmebehandlungsanlage, welche aber erst im Jahre 2016 operativ wird, belasteten das Ergebnis des Standortes ebenfalls. Insgesamt reduzierte sich das Betriebsergebnis dieses Standortes um CHF 2.8 Mio. und er rutschte damit wieder in die Verlustzone. Der neu erworbene Standort in Oelsnitz kämpfte ebenfalls mit erheblichen Qualitätsproblemen und Vorleistungen für die kommenden Jahre, letztlich soll der Umsatz dieses Standortes in drei Jahren vervierfacht werden. Diese Gesellschaft wirtschaftete entsprechend noch nicht gewinnbringend. Der Bereich Forming Europe erzielte einen Betriebsgewinn in Höhe von CHF 5.5 Mio (Vorjahr CHF 6.2 Mio.). In Lokalwährung schloss dieser Bereich auf Vorjahresniveau ab (Währungseinfluss CHF 0.8 Mio.). Markant gestiegene Unterhaltskosten infolge einer Grossrevision einer Stufenpresse liessen sich durch Einsparungen in anderen Bereichen kompensieren. In Asien steigerte Feintool den EBIT um 9.3 % auf CHF 4.5 Mio. Darin bereits enthalten ist der Verlust aus China in Höhe von CHF 0.3 Mio. Aufgrund einiger kundenseitigen Verzögerungen beim Produktionsstart neuer Produkte wurde das angestrebte ausgeglichene Ergebnis knapp verfehlt. Zudem belastete die Yen-Abwertung das Resultat in Asien mit CHF 0.4 Mio. In Lokalwährung steigerte Feintool in Asien das Betriebsergebnis um 17.8 %.

8.2 %

EBIT-Marge
im Serienteilegeschäft



Das Segment Fineblanking Technology erzielte einen Betriebsgewinn von CHF 4.6 Mio. (Vorjahr CHF 6.6 Mio.). Die Marge sank gegenüber dem Vorjahr deutlich auf 5.2 % (Vorjahr 6.8 %). Hauptgrund dieser Entwicklung ist der rückläufige Umsatz sowie der Margendruck infolge der noch immer hohen Kostenbasis in der Schweiz, da nur ein kleiner Teil des Umsatzes in Schweizer Franken erwirtschaftet wird. Die Forschungsausgaben wurden bewusst – als Investition in die Zukunft – nicht reduziert.

Die nicht operativen Einheiten verursachten Kosten in Höhe von CHF 7.0 Mio. (Vorjahr CHF 6.8 Mio.).

Finanzergebnis

Das Nettorfinanzergebnis stieg erheblich auf CHF -3.7 Mio (Vorjahr CHF -3.2 Mio.). Darin enthalten ist ein unbedeutender Währungsgewinn von CHF 0.1 Mio. (Vorjahr CHF 1.2 Mio.). Somit sank der Nettofinanzaufwand ohne Währungseinflüsse von CHF 4.4 Mio. auf CHF 3.8 Mio. Die tiefere Verschuldung und tiefere Zinsen trugen zu diesem Ergebnis bei.

Steuern

Der operative Steueraufwand der Feintool-Gesellschaften summierte sich auf CHF 9.1 Mio. Die effektive Steuerquote von 30.5 % liegt aufgrund von Sondereffekten unter der gewichteten Steuerquote von 35.5 %. Feintools Hauptmärkte Deutschland, USA und Japan haben alle hohe Steuerbelastungen. Dadurch erklärt sich auch die hohe Steuerquote.

Konzernergebnis weitergeführte Bereiche

Das Konzernergebnis der weitergeführten Bereiche sank auf CHF 20.1 Mio. (Vorjahr CHF 24.6 Mio.), was einer Nettoumsatzrendite von 3.9 % (Vorjahr 4.9 %) entspricht. Das leicht tiefere operative Ergebnis und die höhere Steuerbelastung verursachten diesen Rückgang.

Nicht weitergeführte Bereiche

Die nicht weitergeführten Bereiche setzen sich aus der IMA Automation Amberg GmbH und der dazugehörenden Betriebsliegenschaft zusammen. Im Geschäftsjahr konnten Rückstellungen, welche für nachlaufende Arbeiten in Zusammenhang mit dem Ausscheiden der IMA Automation Amberg GmbH gebildet wurden, erfolgswirksam aufgelöst werden. Im Vorjahr sind sowohl das Ergebnis des Bereichs bis zu dessen Verkauf am 31. Juli 2014 als auch der Veräusserungserlös selbst darin enthalten. Insgesamt beträgt der Gewinn nach Steuern aus dem nicht weitergeführten Bereich CHF 0.7 Mio (Vorjahr CHF 10.8 Mio.).

Konzernergebnis

Feintools Konzernergebnis sank somit insgesamt auf CHF 20.8 Mio. gegenüber CHF 35.4 Mio. im Vorjahr. Der Verkauf des Segments Automation beeinflusste das Vorjahresergebnis in erheblichen Ausmasse positiv.

KONSOLIDIERTE BILANZ

Die Bilanzstruktur hat sich im Geschäftsjahr trotz der Akquisition von Feintool System Parts Oelsnitz GmbH, hoher Investitionen und erneut stark steigender Personalvorsorgeverpflichtungen nur unwesentlich verändert. Die Bilanzsumme blieb mit CHF 426.9 Mio. (Vorjahr CHF 427.4 Mio.) nahezu unverändert.

Das Umlaufvermögen sank geringfügig um CHF 2.2 Mio. auf CHF 191.1 Mio. Die liquiden Mittel nahmen – dank besserer Bewirtschaftung – um CHF 10.2 Mio. auf CHF 31.6 Mio. ab. Die Forderungen stiegen erneut (+ 8.7 %) und betrugen CHF 83.5 Mio. Pressen- und Werkzeugverkäufe in den letzten Wochen des Jahres verursachten diese Zunahme. Zudem ist in der Automobilindustrie generell ein Trend zu längeren Zahlungszielen feststellbar. Der Bestand der im Rahmen nicht bilanzierungspflichtiger Factoring-Programme verkauften Forderungen nahm ebenfalls zu und betrug CHF 8.2 Mio. (Vorjahr CHF 7.3 Mio.). Die Vorräte und Nettoguthaben aus Fertigungsaufträgen nahmen um 3.2 % auf CHF 72.5 Mio. zu. Die aktiven Abgrenzungen sanken leicht auf CHF 3.5 Mio.

Das operative Nettoumlaufvermögen stieg markant um CHF 11.8 Mio. auf CHF 70.3 Mio. und betrug somit 13.8 % des Umsatzes (Vorjahr 11.8 %). Kundenforderungen und Vorräte nahmen zu, andererseits nutzt Feintool konsequent die gewährten Skonti der Stahllieferanten. Entsprechend stiegen die Lieferantenverbindlichkeiten um 1.9 % auf CHF 44.4 Mio.

Bruttoinvestitionen

in TCHF

Das Anlagevermögen stieg trotz erneut hoher Investitionen von CHF 31.8 Mio. nur leicht (+ 0.7 %) auf CHF 235.8 Mio. Das Sachanlagevermögen wuchs um CHF 3.1 Mio. auf CHF 198.1 Mio. Die immateriellen Anlagen stiegen um CHF 1.7 Mio. auf CHF 16.7 Mio. Darin enthalten sind CHF 3.4 Mio. für Goodwill und andere immaterielle Werte (Kundenbeziehungen etc.) aus dem Kauf der Feintool System Parts Oelsnitz GmbH. Sowohl die aktivierten Entwicklungsleistungen und Patente als auch der Wert für aktivierte Software und Lizenzen stiegen leicht.

Die Finanzanlagen sanken auf CHF 2.9 Mio. Einerseits erhielt Feintool aus dem Verkauf einer Liegenschaft in den USA eine Restzahlung in Höhe von CHF 1.6 Mio., andererseits reduzierten sich auch die von Feintool vorfinanzierten Kundenwerkzeuge um CHF 1.2 Mio.

Die latenten Steuerforderungen sanken leicht auf CHF 18.1 Mio. (Vorjahr CHF 18.4 Mio.).

Auf der Passivseite sank das Fremdkapital um CHF 5.5 Mio. auf CHF 219.0 Mio. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die übrigen Verbindlichkeiten sanken um CHF 2.4 Mio. und betrugen CHF 67.8 Mio. Die passiven Rechnungsabgrenzungen, die kurz- und langfristigen Rückstellungen sowie die latenten Steuerverbindlichkeiten blieben mit CHF 46.0 Mio. nahezu unverändert. Die Verbindlichkeit für die Personalvorsorge (IAS 19) stieg im Geschäftsjahr – aufgrund weiterhin fallender Zinsen – massiv um CHF 6.0 Mio. auf CHF 62.6 Mio.

Das verzinsliche Fremdkapital sank als Folge des verbesserten Cash-Managements um CHF 8.4 Mio. auf CHF 42.6 Mio. CHF 26.2 Mio. der verzinslichen Verbindlichkeiten wiesen kurzfristigen Charakter auf. Der Grossteil dieser kurzfristigen Verbindlichkeiten soll im Jahr 2016 durch langfristige Finanzierungen abgelöst werden. Alle Bank-Covenants sind per 31. Dezember 2015 eingehalten.

11.1

Nettoverschuldung (in CHF Mio.)
gesunde Finanzierung



Die Nettoverschuldung stieg im Geschäftsjahr trotz hohen Investitionen und der Akquisition nur unwesentlich auf CHF 11.1 Mio. (Vorjahr CHF 9.3 Mio.).

Das Eigenkapital betrug am 31. Dezember 2015 CHF 207.9 Mio. (Vorjahr CHF 202.9 Mio.). Die Eigenkapitalquote stieg leicht von 47.5 % auf 48.7 %. Der Eigenkapitalnachweis zeigt, dass der Konzerngewinn das Eigenkapital um CHF 20.8 Mio. erhöhte. Die ausgeschüttete Dividende reduzierte andererseits das Eigenkapital um CHF 6.7 Mio. Einen negativen Effekt verursachten direkt im Eigenkapital verbuchte versicherungstechnische Verluste im Rahmen der Personalvorsorge (IAS 19) in Höhe von CHF 4.0 Mio., negative Währungsdifferenzen in Höhe von CHF 5.9 Mio. reduzierten das Eigenkapital weiter.

KONSOLIDIERTE GELDFLUSSRECHNUNG

Der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit war mit CHF 40.1 Mio. (Vorjahr CHF 50.8 Mio.) stark positiv. Gegenüber dem Vorjahr stieg das Nettoumlaufvermögen mit CHF 12.4 Mio. leicht stärker. Der Geldfluss aus Investitionstätigkeit ist mit CHF 29.9 Mio. stark negativ. Darin enthalten sind Nettoinvestitionen in Höhe von CHF 26.5 Mio. als auch die Akquisition, welche CHF 6.3 Mio. benötigte. Zusätzlich wurden Leasingfinanzierungen in Höhe von CHF 3.2 Mio. getätigt. Insgesamt ergab sich somit ein betrieblicher Geldfluss von noch CHF 10.2 Mio. (Vorjahr CHF 38.7 Mio.). Feintool finanzierte somit die hohen Investitionen und die Akquisition erneut aus dem operativen Geldfluss.

10.2

betrieblicher Geldfluss (in CHF Mio.)
trotz hoher Investitionen und Akquisition



MITARBEITENDE

Die Anzahl der Mitarbeitenden (ohne Lernende) nahm im Geschäftsjahr um 62 auf 2 049 zu. Zusätzlich befinden sich 75 Jugendliche (Vorjahr 82) in unseren Unternehmen in Ausbildung. Durch die Akquisition von Feintool System Parts Oelsnitz GmbH stiessen 38 Mitarbeitende zur Gruppe. Das Segment System Parts beschäftigte 1 780 Mitarbeitende, was einer Zunahme von 76 Personen entspricht. Die Zunahme erfolgte in Europa, während sich in den USA die Anzahl Mitarbeitende nicht verändert hat und in Asien um rund 20 Personen sank. Das Segment Fineblanking Technology beschäftigte zum Jahresende 237 Mitarbeitende (-14 gegenüber Vorjahr). Unverändert sind 32 Mitarbeitende in den nicht direkt operativen Bereichen beschäftigt.